17.12.2025

Buga 2031 – Besuch Der Wettbewerbsentwürfe An Der Kaiserstraße (teil 2)

Der Weg ist das Ziel und was Wuppertal schon ohne BUGA zu bieten hat.

Nun, nachdem in der vergangenen Woche der freiraumplanerische Wettbewerb mit der Festlegung der Preisträger entschieden wurde, habe ich meinen heutigen Resturlaub genutzt, um mich auf den Weg zur Kaiserstraße 4 zu machen. Nicht etwa, weil ich mich dort besonders wohlfühle, sondern weil ausschließlich dort die Pläne der ersten drei Plätze ausgehängt sind – heute zwischen 10 und 16 Uhr.

Gegen Mittag schwang ich mich aufs Rad. Die Nordbahntrasse liegt nur eine Straßenbreite entfernt und bot wie so oft den idealen Weg. Vorbei an der Utopiastadt, wo aktuell noch einige Häuser des Solar-Decathlon-Wettbewerbs stehen und teilweise sogar von Studentinnen bewohnt werden, um Messergebnisse zu erheben. Auf der rechten Seite ein bürgerschaftlich betriebener Nutzgarten, links die Boulderhalle. Danach der Tanztunnel, die Basketballfläche und die legale Sprayerfläche.

Am Bahnhof Ottenbruch machte gerade der zweite Arbeitsmarkt Pause – vermutlich, um anschließend wieder mit Freischneider und Laubbläser die Bramme auf Schotterhöhe freizuschneiden. Für die dort lebenden Tiere ist das natürlich alles andere als förderlich, aber Ordnung geht offenbar vor. Zumindest waren zu diesem Zeitpunkt keine Menschen da, die Boule spielen wollten.

Hinter dem Dorper Tunnel besteht ebenfalls die Möglichkeit, Boule oder Tischtennis zu spielen. Indoor-Tennis ist an der nächsten Brücke möglich, von wo auch die Abfahrt zum Kalkofen führt und auch Skaterpark ist. Kurz vor dem Bahnhof Varresbeck befindet sich die Calisthenics-Anlage, an der locker abhängend die Muskeln gestärkt werden können. Bis zur Abfahrt Deutscher Ring – wo der Gehweg eigentlich schon seit zwei Jahren gepflastert sein sollte – zieht sich das Angebot weiter.

Vorbei an der ehemaligen Mülldeponie, die mittlerweile als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und eine tolle Aussicht bietet, geht es zur Lüntenbeck mit ihrem Schloss. Rechts eine Freiluft-Tennisanlage, dicht gefolgt vom Bogenschießverein auf dem Gelände der Wassack-Deponie. Danach über die immer noch nicht bevorrechtigte Kreuzung Hommanndamm – obwohl auch das seit zwei Jahren beschlossen ist – an der Skateranlage vorbei und über den P+R-Parkplatz.

Insgesamt zeigt sich auf knapp 8,5 Kilometern ein außergewöhnlich großes und vielfältiges Angebot direkt entlang der Nordbahntrasse. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an die Wuppertalbewegung und die vielen engagierten Menschen, die all das möglich gemacht haben. Was auch zeigt was ohne eine BUGA so alles möglich wäre. Evnetuell kommt noch vor der BUGA sogar die Event Arena.. 

Doch eigentlich soll es hier um die BUGA 2031 gehen. Also weiter zum BUGA-Lokal. Dort traf ich auf zwei freundliche Mitarbeiter*innen der BUGA gGmbH. Persönlich unterhalte ich mich eher ungern über die BUGA selbst mit diesen weil es einfach Nervt wenn ich nerve  – aber Smalltalk jenseits dieses Themas war durchaus wie immer angenehm. Es ist schließlich ihr Job, und in gewisser Weise auch meiner so das wir natürlich am Thema BUGA dennoch nicht vorbei kommen.

Dann habe ich mir die Wettbewerbspläne angesehen – vom dritten Platz bis zum Siegerentwurf. Die Arbeitsgrundlage war bei allen dieselbe Karte, wie es bei einem Wettbewerb auch üblich ist. In diesem Teil geht es ausschließlich um das Gelände der Wassack-Deponie.

Geplant ist dort eine Fläche mit Angeboten für Trendsportarten sowie ein kleineres Veranstaltungsgelände, das auch über die BUGA hinaus erhalten bleiben soll. Natürlich handelt es sich zunächst nur um Entwürfe mit Platzhalterdarstellungen. Was tatsächlich umgesetzt wird, zeigt sich erst in den weiteren Planungsphasen. Nichts genaues weiß keiner in den noch „frühen“ Stadium der Planung. Vieles muss halt noch ausgearbeitet werden und natürlich ins Budget und Bauzeitplanung passen. 

Erfreulich ist, dass nicht der gesamte Wald abgeholzt werden soll, der sich dort in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Was mich allerdings ärgert, ist die geplante Einrichtung von rund 40 neuen Parkplätzen. Aus meiner Sicht ist das vollkommen unnötig, da bereits ein Schotterparkplatz vorhanden ist. Auch unter Berücksichtigung der Stellplatzsatzung besteht keinerlei Bedarf für zusätzliche Stellflächen.

Wie es scheint, liegt die Schlenkerstrecke der Nordbahntrasse nicht innerhalb des BUGA-Geländes. Das ist positiv, da so die Möglichkeit besteht, die bestehende Skateranlage auch während der BUGA frei zugänglich zu halten. Allerdings besteht die Gefahr, dass diese Fläche für Baustelleneinrichtungen mitgenutzt wird. Das sollte dringend verhindert werden. Das gilt natürlich auch für die freie Nutzung der Nordbahntrasse.

Bedauerlich ist, dass der Bogenschießverein sein Gelände verlieren wird. Bislang gibt es dafür noch kein neues Zuhause.

Besonders aufmerksam müssen wir auch deshalb sein, weil sich unter dem Gelände eine Deponie befindet, die bislang nicht vollständig abgedichtet ist. Bei jeder Bebauung muss unbedingt darauf geachtet werden, dass nach Möglichkeit eine Abdichtung erfolgt und keinesfalls so tief gegraben wird, dass Schadstoffe an die Oberfläche gelangen oder Wasser Giftstoffe aus der Deponie ausspült.

Wenn all diese Punkte berücksichtigt werden, könnte dieser vergleichsweise kleine Teilabschnitt durchaus einen begrenzten, aber realen Beitrag leisten, um der BUGA 2031 an dieser Stelle zumindest einen kleinen Mehrwert zusprechen zu können.

Abschließend möchte ich ausdrücklich anmerken, dass ich die BUGA grundsätzlich für das falsche Instrument halte, um Wuppertal insgesamt gemeinwohlorientiert sowie klima- und umweltgerecht voranzubringen – selbst wenn sie mit dem Anspruch einer langfristigen Planungsgrundlage verbunden wird. Die Logik eines zeitlich befristeten Großevents steht aus meiner Sicht im Widerspruch zu den tiefgreifenden, langfristigen Herausforderungen, vor denen die Stadt steht. Nicht nur an der NBT sondern auch an vielen anderen Bereichen zeigt sich immer wieder das Wuppertal vieles kann und eigentlich auch keine BUGA bedürfte. 

Auch andere Besucher*innen, die während meines Aufenthalts vor Ort waren – insgesamt etwa zwölf Personen in den zwei Stunden – äußerten an verschiedenen Stellen durchaus Bedenken und sahen offene Fragen und Probleme, die bislang nicht geklärt sind. Diese Rückmeldungen zeigen, dass es sich nicht um meine Einzelmeinungen handelt und deren Bedenken auch sich noch von meinen Unterscheiden. Dieses obwohl zumindest vereinzelt eher eine grundsätzlich positive Grundeinstellung als bei mir vorhanden war. 

Umso dringlicher ist es, dass Transparenz nicht nur behauptet, sondern tatsächlich gelebt wird. Dazu gehört eine niedrigschwellige, digitale Zugänglichkeit der Planungen ebenso wie eine echte, frühzeitige und ernst gemeinte Bürger*innenbeteiligung, die über reine Information hinausgeht. Nur so kann verhindert werden, dass Fehlentwicklungen zu spät erkannt werden – und nur so besteht überhaupt die Chance, dass Maßnahmen entstehen, die auch nach der BUGA einen echten Mehrwert für Stadt, Umwelt und Gemeinwohl haben.

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Zum Schluss noch natürlich ein kurzer Wertschätzendes Dankeschön an die beiden Mitarbeiter*innen die auch heute wieder ausreichend geduldig waren mein Mimimimi zu ertragen. Euch schöne wohlverdienten kurz Urlaub und kommt gut ins neue Jahr und passt auf euch auf. 



Ende – Teil 2

 

uli 

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