12.09.2010

Arne Lawrenz Tiger Tschuna Zoo Zoo Wuppertal zoo-magazin

Tschuna ist der neue Star im Wuppertaler Zoo

Mymoza, die scheue Tigerin, die kaum ein Besucher zu Gesicht bekam, warf nach einer kurzen Liebesaffäre mit dem Schweriner Tigerkater Wassja zwei Babys. Das männliche Jungtier starb leider während der Geburt, das Mädchen Tschuna, benannt nach einem sibirischen Fluss, überlebte.

Tschuna wurde von Mutter Mymoza angenommen und eine Woche gesäugt. Dann versiegte leider der Milchfluss und Tschuna drohte zu verhungern. Erst als Mutter Mymoza ihr Kleines als „hoffnungslos“ abgelegt hatte, entschloss sich Tierarzt Dr. Arne Lawrenz schweren Herzens, aber quasi in letzter Minute, zur Handaufzucht.

Tierarzt Dr. Arne Lawrenz hat die Pflege des Tigermädchens Tschuna übernommen.Tierarzt Dr. Arne Lawrenz hat die Pflege des Tigermädchens Tschuna übernommen.

Rund um die Uhr muss das Tierbaby gefüttert und „ geleckt“ werden. Das Lecken soll die Darmtätigkeit anregen. Mindestens einmal pro Tag muss Tschuna Kot und Wasser absetzen. Dr. Lawrenz lachend: „Meine Zunge ist dafür leider zu klein, deshalb ersetze ich sie durch einen nassen Lappen, mit dem ich Tschunas Bäuchlein sanft massiere.“ Zirka alle zwei bis drei Stunden bekommt das Tigerbaby eine Flasche mit Katzenmilch, pro Mahlzeit zwischen 30 und 40 ml. Bei Beginn der Handaufzucht wog Tschuna 1000 g, seitdem hat sie jeden Tag rund 100g zugenommen.

Tschuna nimmt jeden Tag beachtliche 100 Gramm zu.Tschuna nimmt jeden Tag beachtliche 100 Gramm zu.

Noch lebt Tschuna bei Dr. Lawrenz, aber nächste Woche soll sie ins Tigerhaus umziehen, um zu lernen, dass sie kein Mensch sondern ein Tiger ist. Ziel ist es, das Tigermädchen irgendwann wieder mit der Mutter zusammenzubringen. Das wird aber frühestens dann klappen, wenn Tschuna schon selbständig Fleisch fressen kann. Solange wird sie ihre Mutter nur durch das Gitter sehen und riechen können.

Text und Fotos: Barbara Scheer / www.scheeba-fotos.de


Das Zoo-Magazin ist eine Kooperation von Wuppertaler Zoo-Verein und njuuz.


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