Wir brauchen keine Migrationsquote für unsere Schulen,

sondern eine Bildungspolitik, die die Probleme offensiv angeht.

© Michael Tobias

 

Dilek Engin MdL

Die jüngsten Äußerungen des Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dass Quoten an Schulen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund notwendig seien, wird von der schulpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion mit Entschiedenheit abgelehnt.

„Ich frage mich allen Ernstes, in welcher Welt Herr Meidinger lebt. Er redet vollkommen an der Realität vorbei. Wir leben in Deutschland bereits seit langer Zeit in einer multikulturellen Gesellschaft. Als Spiegelbild dessen ist ebenso selbstverständlich auch unsere Schülerschaft zusammengesetzt.

Herr Meidinger versucht hier die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zum primären Sündenbock für Probleme in unserem Schulsystem zu machen, die ganz andere Ursachen haben. Ein eklatanter Lehrkräftemangel, marode Schulen, überfüllte Klassen, nicht entschlackte Lehrpläne, eine defizitäre digitale Infrastruktur, ein nicht ausreichend mit Ressourcen unterlegter Sozialindex sind die Mängel, die wir tatsächlich angehen müssen, um Chancengerechtigkeit an unseren Schulen zu gewährleisen.

Vor diesem Hintergrund ist der Beitrag von Herrn Meidinger nun wirklich vollkommen deplatziert. Er stimmt mich geradezu traurig. Anstatt sich mit den realen Problemen an unseren Schulen auseinanderzusetzen und Lösungsoptionen aufzuzeigen, zündet Herr Meidinger Nebelkerzen, die von den wahren Problemen ablenken. Herr Meidinger sollte sich zukünftig sorgfältiger überlegen, welche Äußerungen er in seiner Funktion als Präsident des Deutschen Lehrerverbandes in der Öffentlichkeit tätigt.“

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Kommentare

  1. Susanne Zweig sagt:

    Frau Engin hat richtig erkannt, dass nicht die Schülerinnen und Schüler schuld an Problemen des Schulsystems sind. Da könnte man jetzt glauben, Herr Meidinger hätte das behauptet. Gut – hat er zwar nicht, hätte aber ja sein können.

    Dass man in Klassen mit 90 % Migrantenanteil keine Integration erwarten kann, ist tatsächlich kein neues Problem. Das haben schon Grundschulleitungen zu meiner Schulzeit erkannt.

    Mittlerweile haben sich zu den ehemaligen „Gastarbeiter“-Kindern Flüchtlingsfamilien aus dem Balkan, Afghanistan, Somalia, Syrien und der Ukraine gesellt, und die Politik hat das Erlernen der deutschen Sprache mit Einführung von Englisch ab der ersten Klasse zusätzlich erschwert und das Problem so noch ein bisschen verschärft.

    Dass Herr Meidinger aber glaubt, Politiker könnten daran interessiert sein, jahrzehntealte Probleme in der Schulpolitik anzugehen, ist wirklich realitätsfern. Er sollte mitsamt den Mitgliedern seines komischen Verbandes in den Ruhestand gehen und Frau Engin endlich Platz für die Bewältigung des „eklatanten Lehrkräftemangels“ machen… 😉

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