09.06.2010

Public Viewing Stadtverwaltung Vuvuzela

Trötenverbot beim Public Viewing

Die Bewohner des Zooviertels dürften die Nachricht begrüßen: beim Public Viewing im Stadion ist die laute Vuvuzela-Tröte verboten. Auch andernorts ist der Krachmacher nicht erlaubt.

Krachmacher aus Afrika: VuvuzelaKrachmacher aus Afrika: Vuvuzela

Die Stadtverwaltung schlingerte ein wenig in der Frage, ob die Vuvuzela, die derzeit vom Handel als Fan-Artikel in vielen WM-Sortimenten angeboten wird, verboten werden soll oder nicht. Erst hieß es, es solle in Wuppertal kein Verbot geben.

Nun korrigierte sich die Stadtverwaltung und informierte alle Betreiber öffentlicher Fußball-Übertragungen (sog. Public Viewing), dass die Radau-Tröte nicht erlaubt ist. Grund für den Stimmungsumschwung im Rathaus ist offenbar eine Empfehlung des NRW-Innenministeriums, das auf die Gesundheitsgefahr durch das Instrument hinwies. Eine Vuvuzela produziert immerhin 110 Dezibel; das schafft nicht einmal ein Presslufthammer. Die Stellungnahme des Ministeriums ist allerdings nicht ganz neu: sie wurde bereits im Mai ausgesprochen.

Die Vuvuzela [vuvuˈzɛla] (Zulu) (in Setswana manchmal auch Lepatata genannt) ist ein Blasinstrument und ein Symbol des südafrikanischen Fußballs.

Die Trompete aus Kunststoff oder Blech ist fast einen Meter lang. Ihr Klang ähnelt dem Trompeten eines Elefanten, ist aber lauter. Lautstärken von 120 Dezibel können erreicht werden. Die Herkunft des Namens ist umstritten, er könnte aus der Bantusprache isiZulu stammen und Krach machen bedeuten, oder von dem Klang vuvu, der erzeugt wird, oder aus einem Slang der Townships, wo er von jemanden in Musik duschen (shower) abgeleitet wäre.

Beim Konföderationen-Pokal 2009 in Südafrika wurden Vuvuzelas intensiv eingesetzt. Einige Fernsehsender und Spieler wandten sich an die FIFA, um den „lautstarke[n] Gebrauch der Plastiktrompeten“ zu kritisieren. „Die notorischen Hintergrundgeräusche beim Confederation Cup sorgten dafür, dass umfassend über das Phänomen der Vuvuzela in Presse, Funk und Fernsehen berichtet wurde und eine intensive Diskussion unter den Fernsehzuschauern ausbrach, da man sich von den Geräuschen belästigt fühlte. Sogar FIFA-Präsident Sepp Blatter fühlte sich zu einem Interview genötigt, in dem er sich gegen ein Verbot der Vuvuzela in den WM-Stadien aussprach.“ Am 18. Juni 2009 entschied sich die FIFA gegen ein Verbot, so dass die Vuvuzelas voraussichtlich auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 eingesetzt werden können. Nach der FIFA-Entscheidung gegen ein Vuvuzela-Verbot ist ein Rechtsstreit um die Markenrechte der Vuvuzela entbrannt, da die Vermarktung der Vuvuzela auch in Deutschland rasch begann. So werden Vuvuzelas aus Plastik in allen Landesfarben in Deutschland produziert und vermarktet.

Allerdings wurde vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen im Mai 2010 eine Empfehlung an alle Kommunen ausgesprochen, den Gebrauch von Vuvuzelas bei öffentlichen Veranstaltungen (Public Viewing) zu untersagen, um eine Gehörgefährdung für andere Besucher und das mögliche Übertönen von Notfalldurchsagen zu vermeiden.

Wikipedia

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Foto: flowcomm

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Kommentare

  1. D. Kraft sagt:

    Würde es wirklich um Gesundheitsschutz gehen, hätte man (wie in Dortmund) Ohrstöpsel verteilen können. Ich denke, dass es eher um Ruhestörungen im schönen Zooviertel geht. Wenn man immer darauf Rücksicht nimmt, wird das nie was mit irgendwelchen Highlights im Stadion!

  2. Michael sagt:

    Vielleicht sollte man Fussballübertragungen verbieten. Noch weniger Ärger!
    In was für einem Land leben wir inzwischen ?

  3. PDieb sagt:

    Sehr schade! Da will die Stadt wohl Ärger mit den Zooviertelanwohnern aus dem Weg gehen.

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