Mobil im Quartier: Land fördert Mobilstationen und Quartiers-Hubs in Wuppertal

Das Projekt „MIQ – Mobilstationen im Quartier“ plant die Realisierung einer neuen Mobilstation in der Elberfelder Nordstadt, um den öffentlichen Raum wieder für alle nutzbar und zugänglich zu machen und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern.

Wie lässt sich die Mobilität der Anwohnerinnen und Anwohner in einem Stadtteil verbessern und gleichzeitig der Straßenraum von Autos und LKW entlasten? Mit dieser Frage beschäftigen sich das Wuppertal Institut, die Bergische Universität Wuppertal, die Neue Effizienz und der Verein Unternehmer/innen für die Nordstadt e. V. innerhalb des im November 2021 gestarteten Forschungsprojekt „MIQ – Mobilstationen im Quartier“. Vier Förderbescheide über rund 1,1 Millionen Euro wurden jetzt für die Konzeption und Errichtung von Mobilstationen überreicht.

 

Foto: Neue Effizienz // Fotograf: Christian Reimann ©Neue Effizienz

„Immer mehr Menschen wünschen sich eine flexible, komfortable und vernetzte Mobilität. Mobilstationen erfüllen diesen Wunsch: Sie sind ein fester und gut erreichbarer Punkt zum Umsteigen vom E-Bike auf Bus und Bahn, Leihroller oder Car-Sharing. So fährt man dann schneller, sicher und sauber zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen in die Innenstadt. Und mit zusätzlichen Angeboten wie Paketstationen, E-Ladepunkten oder Cafés können Mobilstationen zu attraktiven Treffpunkten im Wohnquartier ausgebaut werden. Deshalb fördert die Landesregierung sehr gern den Aufbau von Mobilstationen und die Erforschung weiterer Entwicklungsmöglichkeiten – wie zum Beispiel hier in Wuppertal mit dem Projekt ‚MIQ – Mobilstationen im Quartier‘“, so Ina Brandes, Ministerin für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Forschenden erstellen ein Konzept, wie eine Mobilstation als sogenannter Quartiers-Hub neben klassischen Mobilitätsangeboten, um zusätzliche verkehrsreduzierende Funktionen ergänzt werden kann. Zudem soll bis März 2023 eine neue Mobilstation in der Elberfelder Nordstadt in Wuppertal entstehen, um den Umstieg vom eigenen Auto auf den ÖPNV, den Radverkehr und den Fußverkehr attraktiver zu gestalten.

„Das Projekt soll starke Alternativen zum Auto schaffen und damit die Verkehrswende im Quartier gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern voranbringen. Daneben soll mit einem Quartiers-Hub die Möglichkeit geschaffen werden, Wege zu reduzieren und Warenströme zu bündeln“, so Prof. Dr.-Ing. Oscar Reutter, Co-Leiter des Forschungsbereichs Mobilität und Verkehrspolitik am Wuppertal Institut, in der Projektentwicklungsphase.

Mobilstationen dienen als Knotenpunkte und verknüpfen Verkehrsangebote miteinander. Dazu gehören beispielsweise Fahrradstellplätze, Carsharing- und Bike-Sharing-Angebote oder Taxihalteplätze. Sie befinden sich meist in unmittelbarer Nähe zu ÖPNV-Haltepunkten. Damit sollen verkehrsbedingte Probleme in Quartieren – wie etwa Ölberg und Mirke in der Wuppertaler Nordstadt – reduziert und Angebote für nachhaltige Mobilitätsformen geschaffen werden. Die Projektpartnerinnen und Partner aus Wissenschaft, Praxis und nachbarschaftlichen Organisationen wollen in enger Zusammenarbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadtviertel einen Standort für die neue Mobilstation finden, sowie deren Wirksamkeit und Erfolgsfaktoren ermitteln.

Blaupause für weitere Städte

Prof. Dr.-Ing. Ulrike Reutter von der Bergischen Universität Wuppertal (Lehr- und Forschungsgebiet Öffentliche Verkehrssysteme und Mobilitätsmanagement) erläutert: „Die spezifischen Ergebnisse, die wir auf dem Ölberg und in der Mirke erhalten, können auf das gesamte Stadtgebiet angewandt und auf ähnliche Gebiete in anderen Städten übertragen werden.“

Im Rahmen des Projektes werden Blaupausen erstellt, inwieweit Mobilstationen mit weiteren Funktionen ausgestattet werden können. „In Quartiers-Hubs können neben Mobilitätsangeboten beispielsweise auch Paket-Dienstleistungs-Funktionen, Nahversorgungsmöglichkeiten oder Rad-Reparatur-Module integriert werden. Hierdurch wird gleichzeitig ein neuer Begegnungsort für die Anwohnerinnen und Anwohner geschaffen“, erläutert Jochen Stiebel, Geschäftsführer der Neuen Effizienz gGmbH.

Ausgangspunkt ist das 2019 vom Stadtteilverein Unternehmer*innen für die Nordstadt e.V. realisierte Pilotprojekt der ersten Wuppertaler Mobilstation am Schusterplatz auf dem Ölberg. Auch hier arbeiteten nachbarschaftliche Initiativen mit privaten und wirtschaftlichen Akteurinnen und Akteuren sowie der Stadt zusammen. „Wir bauen auf die Ideen und das Engagement unserer Nachbarschaft und laden herzlich zur Zusammenarbeit ein“, betont Thomas Weyland vom zivilgesellschaftlichen Verein Unternehmer/innen für die Nordstadt e. V.

Weitere Informationen zum Projekt und zu Beteiligungsmöglichkeiten gibt es auf der Website www.mobilstationen-im-quartier.de.

 

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln der Europäischen Union (EFRE) und des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

 

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