20.05.2010

colja dams die stadt als marke Vok Dams

Colja Dams: „Die Marke Wuppertal“

Die in Wuppertal gegründete Eventagentur Vok Dams mit Standorten in Deutschland, Dubai, New York, Bordeaux und Peking gehört zu den ersten Adressen in punkto Live-Marketing. Geschäftsführer Colja Dams nimmt Stellung zum Thema "Die Marke Wuppertal".


Die Stadt als Marke

Jede Stadt ist einzigartig im Hinblick auf ihre Lage, ihre Geschichte, die in ihr beheimateten Unternehmen und ihre kulturelle Szene. Im Zusammenwirken mit den vor Ort aktiven gesellschaftlichen Kräften, der Lokalpolitik und der Kommunalverwaltung entsteht so die Stadt als Marke, die mit anderen Orten im Wettbewerb steht. Wie die „Marke Wuppertal“ von Experten beurteilt wird, ist Thema von Interviews, die in loser Folge hier auf njuuz erscheinen.


Dams Colja

Colja Dams

Colja Dams leitet als Geschäftsführer die von seinem Vater gegründete und nach diesem benannte Event- und Live-Marketing-Agentur Vok Dams. Er  wurde 1971 geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sein beruflicher Ausgangspunkt war und ist Wuppertal.

Herr Dams, was macht Wuppertal unter deutschen Städten auf positive Weise einzigartig?

Die Schwebebahn als Symbol einer lebendigen Tradition und unternehmerischen Mutes der Gründerzeit. Zudem die Lage im Bergischen Land zwischen Rheinschiene und Ruhrgebiet inmitten der (Vor-)Städte Köln, Düsseldorf und Essen, mit mehr als ein Dutzend Autobahnanschlüssen, Flughäfen und IC/ICE-Anschlüssen.

Wie bedeutsam ist dieses Alleinstellungsmerkmal für die Wahrnehmung der Stadt?

Eigentlich die Basis für eine klare Positionierung. So positioniert sich Wuppertal heute (inoffiziell) als die „Erlebnisstadt mit der Schwebebahn“.

Hat sich die Position Wuppertals im Vergleich mit anderen Städten in den letzten 5 Jahren verbessert oder verschlechtert?

Die Probleme in vergleichbaren Städten sind ähnlich wie in Wuppertal. Wuppertal hat allerdings die Kraft aus ihrer Lage, aus ihrer Tradition und aus ihrer wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Kompetenz die Zukunft aktiv zu gestalten.

Worauf führen Sie diese Entwicklung zurück?

Die Probleme der Kommunen sind größtenteils auf politische Versäumnisse in der Vergangenheit zurückzuführen. Allerdings wurden auch vorhandene Potentiale nicht immer genutzt.

Hat die aktuelle Diskussion um Haushaltskrise, Theaterschließungen und Sozialkürzungen sich bereits ausgewirkt oder ist die Marke Wuppertal so gefestigt, dass solche aktuellen Debatten weitgehend folgenlos bleiben?

Wuppertal hat die kommunalen Probleme frühzeitig transparent gemacht und sich damit an die Spitze der Protestbewegung gestellt. Das stärkt den (negativen) Bekanntheitsgrad bundesweit. Allerdings ist es auch versäumt worden, gleichzeitig (vorhandene) zukunftsorientierte Lösungsansätze vorzustellen und zu kommunizieren.

Wird die Marke Wuppertal von den Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und  in den zuständigen Institutionen konsequent und zielstrebig weiterentwickelt?

Nein –viel sehr gutes Engagement – gute Aktionen – manche gut gemeinten Einzelaktionen – keine Linie und klare Positionierung. Das Thema Stadt- und Regional-Marketing wird zwar zunehmend in seiner Bedeutung erkannt, aber bis zu einer konsequenten Stadt-Markenführung scheint es im politischen Bereich nicht nur in Wuppertal noch ein weiter Weg zu sein .

Ein guter Anfang: Der Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal ist als Hüter der Stadtmarke Wuppertal (Ehren-)Mitglied des Marketing-Club Bergisch Land, des Berufsverbandes der Marketing-Managements der Region.

Was war aus Ihrer Sicht in der jüngeren Vergangenheit die positivste, welches die negativste Entscheidung im Hinblick auf die Marke Wuppertal?

Positiv: Monet-Ausstellung im Von-der-Heydt-Museum und Tony Craggs Skulpturenpark – Gründung der Junior-Universität, der Umbau des Hauptbahnhofs, der jetzt endlich in Angriff genommen wird, die Investitionen in neue Geschäftsgebäude der Innenstadt, die Bebauung Ohligsmühle, die jetzt bevorsteht, die Renovierung der  „Schwimmoper“ und nicht zuletzt das Bürger-Engagement zur Realisierung der Nordbahntrasse.

Negativ: fehlende Social Media Strategie – siehe „Wuppertal stirbt …“ auf YouTube. Junge, hippe Menschen ziehen aus Wuppertal weg … von unseren 100 Mitarbeitern am Standort Wuppertal leben unter 10% in Wuppertal. Das Luisenviertel, die diversen Kulturangebote und die Studenten-Szene werden nicht einheitlich wahrgenommen.

Ein etwas abgedroschenes Zitat lautet: „Jede Krise beinhaltet auch eine Chance“. Passt das auf die aktuelle Situation in der Stadt und in Bezug auf die Marke Wuppertal?

Die Chance ist da – Geld einsparen ist notwendig und o.k. – zeitgleich aber deutlich spürbare Investition in die Marke Wuppertal!

Was ist jetzt das Gebot der Stunde?

Kräfte Bündeln und in die Marke spürbar investieren!

Professionelles Marketing um die Marke WUPPERTAL aufzuladen, die Stadt für Investoren attraktiv und für Bewohner sympathisch zu machen.

Unter Beteiligung der Bürger, der Industrie, der Wissenschaft, die als Initiatoren, Sponsoren und Mäzenaten in Wuppertal eine große Tradition haben.

Haben Sie eine Vorstellung was Wuppertal in 10 Jahren auszeichnen wird?

Die „Erlebnisstadt“ mit der Schwebebahn wird als innovativ (w-tec), vielseitig (Kultur), wissenschaftlich (Universität), lebenswert /Topografie), und interessant (Schwebebahn) im Zentrum NRW´s wahrgenommen.

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Die Fragen stellte Georg Sander
Foto: VOK DAMS Ges. f. Kommunikation mbH

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Kommentare

  1. Leseempfehlung:

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    Branding was originally an approach for creating reputations for commercial products. Over time, it has come to be applied to almost everything, from high school sports to school meal programs; from universities to research centers; from art museums to ballet companies to cultural institutions; from political campaigns to cities to states. Today, even nations have become brands.
    http://www.designobserver.com/observatory/entry.html?entry=2707

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