Praktikum trotz Pandemie

Die Wuppertaler Max-Planck-Realschule geht neue Wege in schwierigen Zeiten und bietet ihren Schülern sinnvolle Alternativen zum bisher üblichen Berufspraktikum an

Eingang Max-Planck-Realschule ©MPR

Ein wichtiger Baustein der Berufsorientierung an der Realschule ist das Schülerbetriebspraktikum. Es wird im Normalfall in der 9. Klasse absolviert, und gewöhnlich dauert dieses Praktikum drei Wochen. Die Wuppertaler Max-Planck-Realschule im Stadtteil Wichlinghausen sieht es dabei besonders gern, wenn sich die Schüler selbst eine Praktikumsstelle ihrer Wahl suchen.

Einhellig kann man sagen, dass diese Berufspraktika für die Jugendlichen einen enormen Erkenntnisfortschritt mit sich bringen – zum einen, weil man so viel besser weiß, was beruflich in etwa zu einem passt oder womöglich überhaupt nicht – zum anderen, weil man als junger Mensch zum ersten Mal in einer völlig neuen Lernumgebung sich ganz allein beweisen muss – und damit für die Heranwachsenden mit dem Zuwachs an Verantwortung auch ein Stück mehr an Erwachsen sein erwartet wird.

Dieses Praktikum findet i.d.R. in den drei Wochen nach den Osterferien statt. So weit – so gut. Aber in der jüngeren Vergangenheit lief auch hier pandemiebedingt alles anders. Im letzten Jahr fiel das Praktikum komplett aus. In 2021 sollte es wieder in gewohnter Art stattfinden, aber die Ereignisse der 3. Pandemiewelle machten alle Versuche diesbezüglich wieder zunichte – viele Schüler hatten keine Stelle gefunden – viele Stellen wurden kurzfristig wieder abgesagt. Was tun? Die beiden mit der Organisation der Berufsvorbereitung beschäftigten Kolleginnen I. Rönisch und M. Albrecht entschlossen sich, neue Wege zu beschreiten:

Sie organisierten diesmal ein Schulpraktikum virtuell für alle Schüler, die keinen Praktikumsplatz gefunden haben. Die 9.-Klässler erwartete ein abwechslungsreiches Angebot in virtuellen schuleigenen Workshops:

* Büromangement, Umgang mit Word, Excel und Powerpoint,

* berufliches Selbstmanagement, Bewerbertraining,

* Einführung in computergesteuerte Bildbearbeitung für graphische Prozesse,

* selbständiges Erstellen von Podcasts,

* Einführung in Business English,

* Informationen zum FSJ oder Angeboten bei der Bundeswehr,

* Erstellen einzelner Berufssteckbriefe,

* Umsetzen praktischer Angebote im handwerklichen Bereich wie z. B. Siebdruck oder das Herstellen von Klebern aus Gummibärchen,

dazu professionelle Berufsberatung von der Agentur für Arbeit, Hilfe bei der Gestaltung von Mappen zur Bewerbung an Berufskollegs …

Dank der erfolgreichen und innovativen Bemühungen der „Stubos“ (so heißen die o.g. Kolleginnen im schulinternen Fachjargon) haben dieses Jahr trotz Pandemie doch noch sämtliche Schüler des 9. Jahrgangs der Max-Planck-Realschule nach ihrer Praktikumszeit eine vorzeigbare Mappe erstellen können, so dass die Teilnahme an einem Praktikum am Ende des Schuljahres auf ihrem Zeugnis bescheinigt werden kann.

Für spätere Bewerbungen – ob für eine berufliche Ausbildung oder den Besuch einer Berufsfachschule oder eines Kollegs, selbst für die Oberstufe – es zählt sehr viel, wenn ein erfolgreiches Praktikum nachgewiesen werden kann.

„Kurzfristig, kreativ, individuell, gemeinsam – auf diese Art haben wir die Praktikumszeit sinnvoll gestalten können in Zeiten der Pandemie!“, so die Schulleiterin Ruth Stäudtner voller Anerkennung zu dieser gelungenen Initiative an ihrer Schule.


Max-Planck-Realschule, Schulhof ©MPR

 

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