08.04.2020

CITYPANTA E-Bike Start-up

E-Bike Start-up: „Wuppertaler wollen eine Gangschaltung“

E-Bikes werden immer beliebter. Das spürt auch das Wuppertaler Start-up Citypanta, das jetzt sein zweites Fahrrad-Modell mit Elektroantrieb auf den Markt bringt.

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Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands besaß fast jedes dritte Fahrrad, das 2019 verkauft wurde, einen elektrischen Antrieb. In realen Zahlen sind das über 1,3 Millionen E-Bikes, die im letzten Jahr allein in Deutschland einen neuen Besitzer fanden. Das sind satte 39 Prozent mehr als im Vorjahr. Den Trend zum E-Bike spürt auch das Wuppertaler Start-up Citypanta. Dahinter steckt der 23-jährige Can Öcal. Vor zwei Jahren wagte der Student der Bergischen Universität den Schritt in die Selbstständigkeit. Seitdem designt und entwickelt er „urbane E-Bikes“ für Menschen, die sich auch in der Stadt gerne mit dem Rad fortbewegen. Nun bringt er sein zweites Modell auf den Markt. „E-Bikes machen gerade einen Imagewandel durch“, sagt Can Öcal. „Sie haben weniger Gewicht, bieten mehr technische Spielereien, sind leichter bedienbar. Aber vor allem sehen sie nicht mehr aus wie E-Bikes“. Der Trend gehe zu integrierter Technik, erzählt der Gründer. Heißt: Der Akku ist von außen nicht mehr zu sehen. Bei Can Öcals Rädern sitzt der elektrische Antrieb zum Beispiel im Hinterrad. Vorne ist das Anzeigen-Display so in den Lenker eingelassen, dass sich eine glatte Oberfläche ergibt.

Das passt auch zu den optischen Ansprüchen, die Can Öcal hat: „Ich mag einen minimalistischen und puren Stil“, verrät er. Ganz nach seinem Motto „Nichts lenkt dich vom Wesentlichen ab – dem Radfahren“. Der gebürtige Wuppertaler hat sein Hobby zum Beruf gemacht. „Ich fahre leidenschaftlich gerne Fahrrad“, so Öcal. „Ich wollte das Rad stärker in meinen Alltag integrieren, aber ohne dabei ins Schwitzen zu kommen auf dem Weg von A nach B.“ Deshalb fing er an, sich nach einem geeigneten E-Bike umzusehen. Die Modelle, die es gab, gefielen ihm jedoch nicht. „Da dachte ich mir: Das kannst du besser“. Also baute er sich kurzerhand sein eigenes Elektro-Rad zusammen.

Freunde und Familie waren begeistert. „Da entstand die Idee, so ein Rad auch für andere zugänglich zu machen“. Im Mai 2018 gründete Can Öcal unter der Marke Citypanta sein eigenes Unternehmen (www.citypanta.de). „Der Name bedeutet so viel wie, sich geschmeidig durch den GroßstadtDschungel bewegen“. Auf einer fünftägigen Asienreise knüpfte er Kontakte zu mehreren Komponentenherstellern. Nur drei Monate später waren die ersten Räder fertig. „Es ging alles ziemlich schnell“, erinnert er sich. Im letzten Jahr gewann er dann ein Gründerstipendium als innovatives Start-up im Bergischen. Seine Vision ist ein E-Bike, das vor allem alltagstauglich ist.

Deshalb achtet er auf möglichst wenig Gewicht bei seinen Rädern. Inklusive nützlicher Ausstattung wie Gepäckträger, Ständer und integrierter Beleuchtung liegt das Gewicht bei nur 18 kg. Trotzdem ist noch Platz für technische Extras. Mit seinem neuen Modell ICON kann man zum Beispiel das Smartphone während der Fahrt aufladen. Seine Ideen für neue Modelle bekommt er von seinen Kunden. Durch den engen Kontakt hat er gelernt: „Wuppertaler wollen eine Gangschaltung! Viele können sich nicht vorstellen mit nur einem Gang zu fahren – vor allem bei den Bergen hier. Auch nicht, wenn der Motor hilft.“

Also entwarf er ein zweites Modell mit mehreren Gängen. Seine Kunden sind vor allem Menschen, die sich im Alltag fit halten möchten. Aber auch Selbstständige und Unternehmen, die Ihren Mitarbeitern ein Dienstrad zur Verfügung stellen. „Alles ist als Stadt-Rad konzipiert vom Licht bis zu den Reifen, die extra für Asphalt ausgelegt sind“, erklärt der Gründer des Citypanta. Bislang kamen seine Käufer hauptsächlich aus NRW. Demnächst geht das erste Rad nach Österreich.

Für Can Öcal sind E-Bikes die Fortbewegungsmittel der Zukunft. Auch, weil technisch immer mehr möglich ist. „Die Zukunft des E-Bikes wird smart werden“, ist Öcal sicher. Denkbar wären Sensoren, die die Druckluft im Reifen überwachen – wie beim Auto. Der junge Unternehmer hat auch schon ganz konkrete Pläne. Zwei Damenräder sind in Planung und sollen noch in diesem Jahr fertig werden. Das Argument der Höhenunterschiede in Wuppertal soll übrigens nicht mehr als Ausrede gelten: „Berge sind kein Hindernis mehr“, ist er überzeugt.

Er sieht Wuppertal auf einem guten Weg zur Fahrradstadt. Auch, wenn er sich noch mehr radfahrerfreundliche Straßen wünscht. Eine tägliche Lieblingsstrecke hat Can Öcal auch: „Von Elberfeld über den Schwarzen Weg auf die Sambatrasse nach Cronenberg und zurück“.

Quelle: http://www.citypanta.de

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Kommentare

  1. Susanne Zweig sagt:

    Ein mittelgutes Rennrad wiegt unter 11 kg, hat 22 Gänge, kommt in der Ebene auf 40 km/h und kostet keine 1000 EUR. Und (Überraschung!) die Reifen sind für Asphalt ausgelegt.

    Ist aber nicht puristisch, weil literweise Schweiß und ein Puls um die 180 stark von der Illusion ablenken, dass man 2 Kilometer lange 10%-ige Steigungen mit geradem Rücken und 60er-Trittfrequenz aus eigener Kraft im Sitzen hochfahren kann.

    Nix gegen E-Bikes. Aber junge Leute, die glauben, sich fit zu halten, wenn sie die 5 km zur Arbeit mit 250 W Unterstützung hinkriegen, glauben auch, was für die Umwelt zu tun, wenn sie mit ihrem BMW X3 wegen 1 Kilo Möhren zum Biosupermarkt fahren.

    250 W entsprechen einem ambitionierten Amateurradsportler (oder einem halben Jens Voigt). Innovativ für junge Leute fände ich leichte 12-kg-Räder mit 50-W-Unterstützung. Da ist der Markt noch leer.

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