23.10.2019

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Neue Leitmerkmalmethoden für eine menschengerechte Arbeitsgestaltung

Die BAuA hat neue Leit­merk­mal­methoden zur menschengerechten Gestaltung von physischen Arbeits­be­las­tungen heraus­gegeben. Diese FuE-Ergebnisse wurden in Kooperation mit dem Wuppertaler ASER-Institut erarbeitet.

Für den Großteil der Arbeits­unfähig­keits­tage von Beschäftigten in Deutschland sind Muskel-Skelett-Erkrankungen ver­ant­wortlich. Dies ist ein enormer Kostenfaktor für die Betriebe. Der Demografische Wan­del, die Altersrente „mit 67“ mit längerer Arbeits­lebens­zeit­dauer und die Verrentung der „Baby-Boomer“-Generation mit Fach­kräfte­ver­lusten wird das Kosten­pro­blem für die Betriebe am deutschen Standort voraussichtlich zukünftig noch weiter verschärfen.

Band 1 (Hrsg. BAuA) zum MEGAPHYS-Gemeinschaftsprojekt der BAuA und der DGUV mit den neuen Leitmerkmalmethoden für die Beurteilung der Arbeitsbedingungen bei physischen Arbeitsbelastungen. ©Susanne Graul, BAuA

Um physische Tätigkeiten von Beschäftigten menschengerecht gestalten zu können und um Gesundheitsrisiken zu vermeiden oder zu minimieren, werden seit dem Jahr 1994 von der BAuA die Leitmerkmalmethoden (LMM) wissenschaftlich entwickelt und mittels Arbeitssystemen in Betrieben verschiedener Branchen validiert. Mit dem seriösen und präventiven Einsatz der LMM-Methodenfamilie in Betrieben kann die Gesundheit der Beschäftigten geschützt und die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit verbessert werden.

Im MEGAPHYS-Gemeinschaftsvorhaben der BAuA und der DGUV ist auch die mehrstufige LMM-Methodenfamilie weiterentwickelt worden. Erste LMM-Ergebnisse wurden nun von der BAuA mit Band 1 zum MEGAPHYS-Gemeinschaftsprojekt herausgegeben. Wie seit LMM-Entwicklungsbeginn an, werden auf dieser Basis zukünftig weitere Einzelformate zur LMM-Methodenfamilie von der BAuA den Betrieben zur Verfügung gestellt.

In der Folge ist in der Unternehmerregion Bergisches Städtedreieck zur menschengerechten Arbeitsgestaltung in den bergischen Betrieben folgendes angegangen worden:

  • Das Institut ASER e.V. in Wuppertal hatte schon sehr früh zunächst die Vorfassung im Jahr 1997 und dann später die nunmehr „alte“ LMM-HHT (Version 2001) und so nun auch die weiterentwickelte „neue“ LMM-HHT (Version 2019) dieses Screening-Verfahrens als interaktives Online-Instrument Heben und Tragen-Rechner umgesetzt, so dass damit insbesondere KMU-Führungskräfte und KMU-Beschäftigtenvertreter*innen zur Thematik der menschengerechten Arbeitsgestaltung bei Tätigkeiten mit physischen Arbeitsbelastungen sensibilisiert werden können.
  • Die GEWITEB mbH hat hat ein Curriculum für ein Kompaktseminar: Neue Leitmerkmalmethoden (Version 2019) entwickelt, welches pilotmäßig zunächst als zweitägiges Kompaktseminar aktuell vom 10. bis 12. Dezember 2019 in Wuppertal angeboten und durchgeführt wird.

Zudem wurde das spezifische Webportal Der Rückenkompass in seinen begrenzten Möglichkeiten aktualisiert, welches den Betrieben und deren Praktikern*innen wie seit dem Jahr 2002 über bisheriges und neues einen thematischen Überblick, Vergleichsmöglichkeiten und etwas Orientierung auch im Sinne eines Repositoriums geben kann.

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