02.09.2019

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Vorstellung neuer Leitmerkmalmethoden bei der PREMUS 2019 in Bologna

Die 10. Internationale PREMUS-Konferenz wurde heute Morgen mit über 300 Fachleuten aus 38 Staaten im italienischen Bologna eröffnet und tagt noch bis Donnerstag-Mittag.

Im direkten Anschluss sind im Hauptsaal die Leitmerkmalmethoden vom Entwicklerteam der BAuA (Berlin), von ArbMedErgo (Hamburg) und vom Institut ASER e.V. an der Bergischen Universität Wuppertal präsentiert worden.

Prof. Dr.-Ing. André Klußmann (ASER & HAW) eröffnete am 2. September die Session zu den Leitmerkmalmethoden bei der PREMUS 2019 in Bologna. ©ASER, Wuppertal

Unter dem Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. André Klußmann (ASER, Wuppertal & HAW Hamburg) diskutierten Prof. Dr. med. Bernd Hartmann (ArbMedErgo, Hamburg), Dr. med. Falk Liebers (BAuA, Berlin), Dr.-Ing. Marianne Schust (BAuA, Berlin), M.Sc. Patrick Serafin (ASER, Wuppertal) und Prof. Dr.-Ing. Hansjürgen Gebhardt (ASER, Wuppertal) die Methodenfamilie der neuen und weiterentwickelten Leitmerkmalmethoden (LMM) mit der internationalen Fachwelt.

Das Referenten*innenteam zu den Leitmerkmalmethoden in Bologna (v.l.n.r.): Dr. med. Falk Liebers (BAuA, Berlin), Dr.-Ing. Marianne Schust (BAuA, Berlin), Prof. Dr.-Ing. André Klußmann (ASER, Wuppertal & HAW Hamburg), Prof. Dr. med. Bernd Hartmann (ArbMedErgo, Hamburg) und ganz rechts M.Sc. Patrick Serafin (ASER, Wuppertal) auf der ersten Urlaubsreise zusammen mit seiner jungen Familie in Italien. ©Heidi Hartmann, Hamburg

Für den Großteil der Arbeitsunfähigkeitstage von Beschäftigten in Deutschland sind Muskel-Skelett-Erkrankungen verantwortlich. Dies ist ein enormer Kostenfaktor für die Betriebe. Der Demografische Wandel, die Verrentung der Baby-Boomer-Generation, die Rente „mit 67“ und der Fachkräftemangel wird das Problem für die Betriebe und die Volkswirtschaft zukünftig noch weiter verschärfen. Um diesem wirksam Entgegenzuwirken dient die LMM-Methodenfamilie für eine menschengerechte Arbeitsgestaltung der Arbeitsplätze in der Betriebspraxis.

Prof. Dr.-Ing. Hansjürgen Gebhardt (vorne) und Prof. Dr.-Ing. André Klußmann (beide ASER, Wuppertal) bei der heutigen Vorstellung der neuen Leitmerkmalmethode zur Beurteilung und Gestaltung von Belastungen bei Körperfortbewegung (LMM-KB) bei der 10. Internationalen PREMUS-Konferenz in Bologna. ©Heidi Hartmann, Hamburg

Die Konferenz zur Prävention von arbeitsbedingten Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (PREMUS) wird im Dreijahresrhythmus von Mitglieder*innen des Scientific Committee „Musculoskeletal Disorders“ der International Commission on Occupational Health (ICOH) veranstaltet.

Die 10. Internationale PREMUS-Konferenz wird vom 2. bis 5. September 2019 im italienischen Bologna veranstaltet. ©PREMUS, Bologna

Das Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie e.V. (ASER) aus der Unternehmerregion Bergisches Städtedreieck beteiligt sich – wie schon bei der 6. PREMUS-Konferenz 2007 in Boston (USA), der 7. PREMUS-Konferenz 2010 in Angers (Frankreich), der 8. PREMUS-Konferenz 2013 in Busan (Republik Korea) und der 9. PREMUS-Konferenz 2016 in Toronto (Kanada) – auch bei der diesjährigen 10. PREMUS-Konferenz 2019 in Bologna (Italien) mit mehreren arbeitswissenschaftlichen Konferenz-Beiträgen.

Im Rahmen der 10. PREMUS-Konferenz werden die Ergebnisse des FuEuI-Gemeinschaftsvorhabens „MEGAPHYS – Mehrstufige Gefährdungsanalyse physischer Belastungen am Arbeitsplatz“ vorgestellt, das durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA der DGUV) geleitet wurde.

Im MEGAPHYS-Kooperationsprojekt ist eine umfangreiche in sich abgestimmte Verfahrensgruppe von Ergonomiebewertungsmethoden unterschiedlicher Ebenen der Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit physischen Arbeitsbelastungen entwickelt worden, die eine Grundlage insbesondere für die Prävention arbeitsbezogener Muskel-Skelett-Beschwerden und -Erkrankungen bilden sowie somit die Betriebspraxis bei der Planung, Beurteilung und Gestaltung menschengerechter Arbeitsbedingungen (ergonomische Qualität der Arbeit, alters- und alternsgerechte Arbeitsbedingungen u.ä.) wirksam unterstützen können.

Die Ergebnisse des MEGAPHYS-Gemeinschaftsprojektes werden als nächstes beim 36. Internationalen A+A-Kongress und Messe vom 5. bis 8. November 2019 in Düsseldorf vorgestellt. Da jedoch die Vorstellung der MEGAPHYS-Ergebnisse zur Ebene der Speziellen-Screening-Verfahren beim diesjährigen 36. A+A-Kongress 2019 in Düsseldorf dann leider doch nicht zustande kam, werden nachfolgend einige Auszüge von Prof. Dr.-Ing. André Klußmann (ASER & HAW) aus seinem ASER-Einführungsbeitrag in das Symposium „Newly developed and redesigned key indicator methods for assessment of different working conditions with physical workloads. Aspects of background, objectivity, reliability and validity“ bei der 10. Internationalen PREMUS-Konferenz 2019 in Bologna vorgestellt.

Symposium bei der 10. Internationalen PREMUS-Konferenz 2019 in Bologna „Neu entwickelte und überarbeitete Leitmerkmalmethoden zur Beurteilung unterschiedlicher Arbeitsbedingungen bei physischen Arbeitsbelastungen“. ©ASER, Wuppertal

 

Was ist eine Leitmerkmalmethode? ©ASER, Wuppertal

 

Grundsätzliche Struktur der Leitmerkmalmethoden verschiedener physischer Belastungsarten bei der Arbeit. ©ASER, Wuppertal

 

Entwicklungshistorie der Leitmerkmalmethoden zur Risikobewertung bei physischer Exposition bei der Arbeit. ©ASER, Wuppertal

 

Gemeinsame Produkte des MEGAPHYS-Kooperationsprojektes als Basis für die Entwicklung eines harmonisierten und aufeinander abgestimmten Methodeninventars. ©ASER, Wuppertal

 

Drei weiterentwickelte Leitmerkmalmethoden für Heben, Halten, Tragen, für Ziehen und Schieben sowie für Manuelle Arbeitsprozesse und drei neue Leitmerkmalmethoden für Körperzwangshaltungen, für Ganzkörperkräfte sowie für Körperbewegungen. ©ASER, Wuppertal

 

Anwendung der weiterentwickelnden Leitmerkmalmethoden und Erprobung der neuen Leitmerkmalmethoden in der betrieblichen Praxis bei der Planung und Gestaltung neuer Arbeitssysteme und / oder in der Betriebsphase vorhandener Arbeitssysteme. ©ASER, Wuppertal

Initiatoren und Forschungspartner des MEGAPHYS-Gemeinschaftsvorhabens, das am 31. August 2018 beendet wurde, waren die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Berlin, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) in Berlin, die ArbMedErgo-Beratung in Hamburg, die Ergonomieberatung Steinberg in Berlin, das Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie e.V. (ASER) in Wuppertal, das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) in Sankt Augustin, das Institut für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt (IAD) in Darmstadt und das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) in Dortmund.

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