24.12.2016

„Der Liebe Gottes Gesicht und Gestalt geben“

Besuch bei den Vorbereitungen: Präses dankt Helferinnen und Helfern der Weihnachtsfeier für Einasame in der Stadthalle.

Weihnachten in der Wuppertaler Stadthalle: Frühmorgens um 9 am 24.12. war die Stadt noch leer, aber in der Wuppertaler Stadthalle tummelten sich schon ca. 60 Helferinnen und Helfer um anzupacken. Denn am Abend werden hier um die 700 Gäste erwartet. Einsame und ältere Menschen, jedenfalls die, die nicht so gerne alleine am Heiligen Abend zu Hause hocken möchten. Sie folögen seit 67 Jahren der Einladung von Diakonie, Caritas und dem CVJM-Elberfeld, der seinerzeit diesen ‚Event‘ auch erfunden hat.

Susanne Propach (im Bild rechts) ist noch nicht ganz so lange dabei, aber lange genug um stringend aber herzlich die Helferinnen und Helfer anzuleiten. einzuteilen und bei Laune zu halten. Schließlich müssen 700 Plätze eingedeckt werden, ebensoviele Tüten und bunte Teller gepackt werden, noch viel mehr Brote geschmiert werden – und die Deko darf auch nicht zu kurz kommen. Auch Martin Hamburger (Diakonie) und Christoph Humburg (Caritas) begrüßen die unbezahlbaren Helfer. Beide wechseln sich in der Moderation des Abends ab, in diesem Jahr ist die Caritas dran…

700 bunte Teller und …

Aber in diesem Jahr durchbricht ein Besucher den geübten Ablauf und sorgt für Aufmerksamkeit: Denn heute, vor der großen Weihnachtsfeier am Abend gab es am Morgen schon einmal eine kleine Bescherung: Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, besuchte die zumeist ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die in der Historischen Stadthalle Wuppertal alles für den Abend vorbereiten.

Dann nämlich feiern 650 Menschen, die sonst an Heiligabend alleine wären, gemeinsam. Denen, die dafür die Tische decken und alles festlich schmücken, dankte Rekowski mit einer kleinen, fair gehandelten Stärkung und sagte: „Sie setzen Ihre Zeit und Ihre Kraft dafür ein, dass Männer und Frauen, die es sonst mit dem Fest schwer haben, Weihnachtsfreude erleben können. Damit geben Sie der Liebe Gottes, die wir heute feiern, Gesicht und Gestalt. Herzlichen Dank dafür!“

Jedes Jahr besucht der rheinische Präses an Heiligabend Menschen, die an den Weihnachtstagen arbeiten. In Wuppertal, Rekowskis Heimatstadt, richtete der CVJM Elberfeld eine solche Feier erstmals im Jahr 1949 aus. Später kamen Diakonie und Caritas als Trägerinnen hinzu. Ehrenamtliche bedienen abends die Gäste im prachtvollen Ambiente des Jahrhundertwendebaus und sorgen für das Programm.

… 700 Tüten, liebvoll gepackt.

Nach dem Abschluss des Festes warten Jahr für Jahr vor der Halle Autofahrerinnen und Autofahrer, die eigens kommen, um die Gäste sicher nach Hause zu bringen. „Das Wuppertaler Beispiel steht für ungezählte Feiern dieser Art, die Gemeinden und kirchliche Vereine landauf, landab in der Evangelischen Kirche im Rheinland oft schon seit Jahrzehnten zu Weihnachten veranstalten, damit niemand am Christfest allein bleiben muss“, sagte Rekowski: „Ich kann nicht allen persönlich danken, die sich so für Alleinstehende, Einsame, Trauernde und Obdachlose engagieren, deshalb tue ich das stellvertretend heute früh hier in Wuppertal.“

text: werner jacken/ekir-pressestelle/ör
foto: werner jacken

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Kommentare

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