09.02.2015

Ausbildung Fachkräfte Kein Abschluss ohne Anschluss Nachwuchs

Frühzeitig für den Nachwuchs von morgen sorgen

Eine frühzeitige Vorbereitung der Jugendlichen auf dem Weg ins Berufsleben ist wichtiger denn je. Unternehmen können aktiv daran mitarbeiten und bei den„Reinschnuppertagen“ im Juni Achtklässlern Gelegenheit geben, verschiedene Berufe kennenzulernen.

Auf Seiten der Jugendlichen herrscht oftmals Frustration und Resignation, weil noch kein passender Beruf gefunden oder kein Ausbildungsplatz im „Traumberuf“ gefunden wird. Es folgen Umwege und Warteschleifen zur Überbrückung. Unternehmen sehen sich mit Ausbildungsabbrüchen konfrontiert, Ausbildungsplätze werden wegen mangelnder Bekanntheit des Berufes nicht besetzt und der passende Nachwuchs fehlt. So sieht derzeit oft die Realität aus. Das weiß auch Sozialdezernent Dr. Stefan Kühn: „Es gibt immer weniger Jugendliche, da sollte man meinen, dass es mit der Besetzung von Ausbildungsplätzen gut klappt. Doch viele sind sehr unsicher und die Anforderungen der Unternehmen sind gewachsen.“ Schon lange besteht daher der Wunsch in der Wirtschaft, Schülerinnen und Schüler besser auf den Weg in das Berufsleben vorzubereiten. Dem kommt die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ nach, die durch die Kommunale Koordinierungsstelle Übergang Schule – Beruf Wuppertal vor Ort umgesetzt wird. In einem ersten Pilotprojekt mit drei Realschulen sollen „Reinschnuppertage“ in Wuppertaler Betrieben – sogenannte Berufsfelderkundungen – bei den Jugendlichen für mehr Klarheit sorgen und ihnen unterschiedliche Berufsbilder näher bringen. Unabhängig von traditionellem Rollendenken oder Trends bei der Berufswahl lernen sie so spannende Berufe kennen, die sich in Wuppertal bieten und die Unternehmen können in direkten Kontakt den Nachwuchs von morgen für sich begeistern. „Daher ist es wichtig, dass Unternehmen Plätze zur Verfügung stellen, Berufsorientierung funktioniert nicht theoretisch, sondern nur praktisch“, so Oberbürgermeister Peter Jung.

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Guter Anfang ist schwer - Reinschnuppertage bieten eine gute Möglichkeit, über verschiedene Berufe praxisnah zu informieren.

Guter Anfang ist schwer – Reinschnuppertage bieten eine gute Möglichkeit, über verschiedene Berufe praxisnah zu informieren. ©Tom V Kortmann

Vielfalt der Berufe durch frühes Ausprobieren kennenlernen
Innerhalb einer Woche werden die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen jeweils drei verschiedene Berufe unter die Lupe nehmen. „Dabei geht es nicht um einen Tag der Offenen Tür“, so Anke Kleinbrahm von der Kommunalen Koordinierungsstelle. Vielmehr sollten die Jugendlichen für die Dauer eines ganzen Schultags im Unternehmen verweilen und neben der Theorie auch tatkräftig in die Praxis reinschnuppern – also mal selbst etwas ausprobieren. Auch Gespräche mit Ausbildern und Auszubildenden gehören dazu. „In diesem Alter sind die Schülerinnen und Schüler besonders begeisterungsfähig und offen für Neues“, so Kleinbrahm.

Initiative kommt an

Erst vor einigen Wochen haben die Partner der Kommunalen Koordinierungsstelle – IHK, Handwerkskammer, Wirtschaftsförderung, Agentur für Arbeit, Jobcenter – begonnen, Unternehmen für die diesjährigen, ersten „Reinschnuppertage“ zu gewinnen. „Wir freuen uns, dass bereits rund 450 Plätze in unserem Buchungssystem stehen“, so Kleinbrahm. Das Sanitätshaus Curt Beuthel ist allein mit 16 Angeboten dabei mit ganz unterschiedlichen Ausbildungsberufen wie Kauffrau/-mann im Dialogmarketing, aber auch Orthopädiemechaniker/-in. „Es ist unser Unternehmensziel, sich um junge Leute zu kümmern. Zudem brauchen wir den Nachwuchs von morgen und sind nicht so bekannt, wie andere Wuppertaler Unternehmen. Hier bietet sich die perfekte Möglichkeit, noch unentschiedenen jungen Menschen unser breites Spektrum von 11 spannenden Ausbildungsberufen zu präsentieren“, meint Geschäftsführer Rüdiger Neumann. Jetzt hofft man, dass noch viele Unternehmen seinem Beispiel folgen. Denn wenn jeder Jugendliche in drei Berufe reinschnuppern soll, müssten es etwa 900 sein.
Ob Betrieb, Agentur, Kanzlei oder Praxis, auch die Anbieter profitieren von diesem Angebot. Mit den gemachten Erfahrungen werden sich die Mädchen und Jungen gezielter und mit klarer Vorstellung um Praktikums- und Ausbildungsstellen bewerben. Zudem können sich die teilnehmenden Unternehmen als attraktiver Ausbildungsbetrieb präsentieren und die  potentiellen Fachkräfte von morgen frühzeitig kennenlernen.

Dabei sein: Unternehmen, die mitmachen möchten, können sich und ihre Angebote auf der Onlineplattform präsentieren. Zugang und Informationen darüber, wie einfach das geht, unter www.bfe.wuppertal.de.

Quelle: PM vom 09.02.15

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