12.09.2014

Begegnungsstätte Alte Synagoge Historische Stadtführung hofaue Jüdische Kaufleute und Unternehmer Textilindustrie

„… eine einzigartige Institution.“ Historische Führung durch die Hofaue

Am kommenden Samstag, den 13. September, begibt sich die Begegnungsstätte Alte Synagoge auf die Spuren jüdischer Kaufleute und Unternehmer in der Hofaue, der einstigen "Hauptstraße des deutschen Textilhandels".

Die Hofaue in Höhe Zollstraße in Blickrichtung Barmen, um 1930. (Foto: Stadtarchiv Wuppertal)Die Hofaue in Höhe Zollstraße in Blickrichtung Barmen, um 1930. (Foto: Stadtarchiv Wuppertal)

Die Hofaue in Elberfeld blickt auf eine bewegte Geschichte als ein führendes Textgroßhandelszentrum in Deutschland und Europa zurück. Ihre Blütezeit erlebte die Straße in der Zeit von 1890 bis zum Ersten Weltkrieg und in den Jahren der Weimarer Republik. Bei der Entwicklung der Hofaue zu einem auch international bedeutenden Handels- und Finanzplatz spielten jüdische Kaufleute eine zentrale Rolle. Sie gründeten Unternehmen, bauten repräsentative Geschäftshäuser und erwarben sich mit Qualität und Kompetenz ein hohes Ansehen bei Kunden und Konkurrenz. Firmennamen wie Blumenthal & Kahn, Louis Beer, Windmüller & Mendels, Max Daniel, Ganz & Sternberg, Hugo Jacoby, Hirsch & Wistinetzki, Kann, Willenius & Co. hatten auch überregional einen guten Klang und trugen maßgeblich zum guten Ruf des Wuppertals als Standort der Textilwirtschaft bei.

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Der Machtantritt der Nationalsozialisten bedeutete eine dramatische Zäsur. Die Geschäfte und Unternehmen jüdischer Eigentümer wurden zwangsweise aufgelöst oder „arisiert“, die Besitzer selbst und ihre Familien drangsaliert, aus Deutschland vertrieben oder ab 1941 in Ghettos und Vernichtungslager deportiert und ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die von Bomben stark zerstörte Hofaue als Textilzentrum kurzzeitig einen neuen Aufschwung – ihre „jüdische“ Geschichte wurde aber weitgehend verdrängt und vergessen. Mit der Krise der Textilindustrie geriet die Straße seit den 1960er Jahren immer mehr ins Abseits. Seit einigen Jahren gibt es wieder Versuche einer Wiederbelebung der Hofaue – auch unter Rückbezug auf ihre bewegte Geschichte als bedeutende Textilmeile.

Anzeige der Firma Hugo Jacoby, 1922. Das Geschäftshaus des jüdischen Unternehmers lag an der Ecke Hofaue/Morianstraße. (Stadtarchiv Wuppertal)Anzeige der Firma Hugo Jacoby, 1922. Das Geschäftshaus des jüdischen Unternehmers lag an der Ecke Hofaue/Morianstraße. (Stadtarchiv Wuppertal)

Der Stadtspaziergang unter Leitung von Dr. Ulrike Schrader, der Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge, widmet sich in besonderer Weise der bis heute vernachlässigten jüdischen Geschichte der Hofaue. Sie führt zu den teilweise noch existierenden Firmenadressen jüdischer Unternehmer, aber ebenso zu Orten, wo jüdische Familien in der NS-Zeit in sogenannten „Judenhäusern“ zwangsweise einquartiert wurden sowie zu den „Stolpersteinen“, die in der Hofaue und in der Zollstraße an ermordete jüdische Kaufleute aus Wuppertal erinnern.

Samstag, 13.09.2014, 15.00 Uhr

Treffpunkt: Hofaue, Ecke Zollstraße (gegenüber Kolkmannhaus)

Kosten: 3 €

 

Informationen und Kontakt:

Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Genügsamkeitstraße (Zentrum W-Elberfeld) T. 0202 563 2843, E-Mail: info@alte-synagoge-wuppertal.de,  Homepage: www.alte-synagoge-wuppertal.de

 

 

 

 

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