21.02.2014

Begegnungsstätte Alte Synagoge Jüdische Geschichte NS-Verfolgung

„Sternvergehen“ – Sonderausstellung in der Begegnungsstätte Alte Synagoge

Am Sonntag, 23. Februar, eröffnet in der "Alten Synagoge" eine Sonderausstellung über die jüdische Familie Cohnen aus Elberfeld. Herbert Cohnen, dessen Vater wegen "Sternvergehens" nach Auschwitz deportiert wurde, lebt noch heute in Wuppertal und wird bei der Ausstellungseröffnung dabei sein.

Cohnen4Harzreise mit dem Chevrolet: Alex, Grete und Herbert Cohnen, Sommer 1930.
(Foto: Archiv Begegnungsstätte Alte Synagoge)

Die jüdische Familie Cohnen ist seit der zeit um 1900 im Wuppertal ansässig. Während die Vorfahren noch Viehhändler auf dem Land am Niederrhein waren, machten sich die Brüder Albert und Alex Cohnen in der aufblühenden Industriestadt Elberfeld als Kaufleute selbständig. Sie lebten vor allem vom Handel mit Zigarren. Alex Cohnen kämpfte wie viele deutsche Juden als treuer Patriot im Ersten Weltkrieg. Mit Beginn der NS-Herrschaft wurde er dann, weil er Jude war, wie seine Söhne Herbert und Albert unter erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Druck gesetzt. Etwas länger geschützt als die meisten Wuppertaler Juden war er nur durch seine nichtjüdische Ehefrau Grete.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Verhaftung des Familienvaters Alex Cohnen. Im Juni 1943, am Tag nach der Bombardierung Elberfelds, ging er in ein Papiergeschäft, um sich Material zum Verdunklen der bei der Bomardierung zerstörten Fensterscheiben in seiner Wohnung kaufen. Da in der Eile vergessen hatte, sich die richtige Jacke mit dem aufgenähten  „Judenstern“ anzuziehen, wurde er von einem Nachbarn bei der Polizei angezeigt. Er wurde verhaftet und im Gefängnis des Polizeipräsidiums an der damaligen Adolf-Hitler-Straße (heute Friedrich-Engels-Allee) eingesperrt. Von dort ließ ihn die Geheime Staatspolizei (Gestapo) dann in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportieren.

Die Ausstellung im Untergeschoss der Begegnungsstätte Alte Synagoge zeigt anhand von Fotos, Original-Dokumenten und Objekten das Schicksal von Alex Cohnen und seiner Familie. Die Ausstellung ist bis zum 17. April 2014 in der „Alten Synagoge“ zu sehen und kann anschließend als Wanderausstellung ausgeliehen werden.

Realisiert wurde die Ausstellung in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Wuppertal e.V. und mit Unterstützung der Barmenia Versicherungen und der Stiftung Kalkwerke Oetelshofen.

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 23. Februar 2014, 16.00 Uhr

Sonstige Öffnungszeiten: So, Di-Fr 14-17 Uhr und nach Vereinbarung

Begegnungsstätte Alte Synagoge, Genügsamkeitstraße/Krugmannsgasse, Zentrum Wuppertal-Elberfeld

Kontakt: T. 0202 563 2843, E-Mail: info@alte-synagoge-wuppertal.de, Internet: www.alte-synagoge-wuppertal.de

 

Schulklassen in der Ausstellung:

Das Team der Begegnungsstätte bietet Führungen und Gespräche für Schülerinnen und Schüler an, aber selbstverständlich auch für andere Gruppen. Termine sind möglich ab 8.00 Uhr und bis in den Nachmittag. Eine rechtzeitige Anmeldung ist erforderlich.

 

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