30.05.2013

highlight Homosexuellenverfolgung Konzentrations Musik NS-Verbrechen

Dokumentarfilm „Klänge des Verschweigens“

Im Rahmen der Reihe "Es lebe die Freiheit" zeigt Klaus Stanjek den von ihm produzierten Film, der ein Ergebnis detektivischer Aufklärung eines Familiengeheimnisses ist, und lädt anschließend zur Diskussion ein.

„Das „schwarze Schaf“ unserer Familie war mein Onkel – ein  fröhlicher Unterhaltungsmusiker, der über fünf Jahrzehnte lang  in ganz Deutschland auftrat.  Mein „Geheimnisonkel“. Erst  als ich 40 war, erfuhr ich fast zufällig, dass er schwul war und wegen seiner sexuellen Orientierung acht Jahre in Konzentrationslagern verbracht hatte (Dachau und Mauthausen). Aber wieso hatte er überlebt? Und warum war mir das so lange verheimlicht worden? Da musste noch mehr dahinter stecken…“

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Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen führte Klaus Stanjek Recherchen durch und hielt die Ergebnisse in dem Film, welcher um 19:30 Uhr in der großen Wagenhalle in der „Alten Feuerwache“ an der Gathe 6 in Wuppertal vom Wupperpride e.V vorgestellt wird, fest.

Nur durch Zufall erfuhr Klaus Stanjek, dass sein Onkel homosexuell und deswegen im KZ war.Nur durch Zufall erfuhr Klaus Stanjek, dass sein Onkel homosexuell und deswegen im KZ war.

Klänge des Verschweigens“ berichtet über das Leben des Wuppertaler Musikers Wilhelm „Willi“ Heckmann, der 1937 im KZ Dachau nach §175 in sog. „Schutzhaft“ genommen wurde, weil er homosexuell war.

1939 wurde er in das Lager Mauthausen verlegt und schaffte es dort bis zum Kriegsende durch und mit seiner Musik zu überleben. Trotz schwerster Arbeit im Steinbruch wurde ihm nach 1945 keine Wiedergutmachung gewährt mit der Begründung, „dass diese Entschädigungen für Homosexuelle nicht in Frage kämen“.

Thematisiert wird in der Doku aber nicht nur Willi Heckmanns Zeit im Nationalsozialismus, sondern auch der Umgang seiner Familie mit der Homosexualität und Lagerinhaftierung bis zu seinem Tod.

Im Anschluss an dem Film wird eine Gesprächsrunde geführt, zu der Regisseur Klaus Stanjek, der auch der Neffe Willi Heckmanns ist, und weitere Gäste zur Diskussion zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen zu dem Film gibt es auf www.klaenge-des-verschweigens.de.

Der Eintritt kostet 3 €.

Die Veranstaltung ist Teil der vom Jugendring Wuppertal und der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz organisierten Reihe „Es lebe die Freiheit“ anlässlich der Inbetriebnahme des KZ Kemna vor 80 Jahren.

Den Trailer zum Film gibt es hier: http://www.youtube.com/watch?v=wqfyk0cAvHo

(Bild-)Quelle: www.klaenge-des-verschweigens.de Creative Commons Lizenzvertrag

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