24.05.2013

Eberhard Illner Eduard von der Heydt Esther Tisa Francini Heike Ising-Alms Michael Wilde Prestel-Verlag

Neues von Eduard

Editorial der Bergischen Blätter 11.2013 über ein neues Buch über Eduard von der Heydt

Logo BBEs ist ein neues Buch über Eduard von der Heydt erschienen, den letzten Spross der großen Bankiers- und Kunstmäzenenfamilie aus dem Tal der Wupper. Der Grundstock des nach der Familie von der Heydt benannten Wuppertaler Kunstmuseums wurde mit den Werken gelegt, die August und Eduard von der Heydt zusammengetragen haben. Obwohl die Familie als konservativ-monarchistisch galt, sprechen die Kunstwerke eine ganz andere Sprache als das, was der damalige Kaiser Wilhelm II. selbst als Kunst für gut befand. Und ebenso widersprüchlich wie das Kunst- zum Politikbewusstsein zueinander standen, ist auch die Person Eduard von der Heydt höchst widersprüchlich gedeutet worden – und das schon in mehreren Publikationen.
Erneut ein Schlaglich auf diese schillernde Persönlichkeit zu werfen, haben jetzt wieder drei Wuppertaler und eine Schweizerin versucht, die sich aus vier verschiedenen Blickwinkeln der Person nähern.
Das bietet viel interessantes Material und ist spannend zu lesen – auch wenn das große Format und die Masse an Text des sehr sorgfältig gestalteten Buches zunächst einschüchternd wirken. Aber das Leben der Hauptperson scheint wie ein Roman gewesen zu sein – und wahrscheinlich noch viel aufregender, wenn man mehr wüsste. Denn im Unklaren bleibt immer noch, wie Eduard tatsächlich zu den Nationalsozialisten stand, wie weit er wirklich in Spionagefälle involviert war und was mit anderen Ungereimtheiten ist, die in diesem Buch nur am Rande erwähnt werden, der Stadt Wuppertal aber Grund genug waren, den Kulturpreis nun im Namen der gesamten Familie und lieber nicht mehr alleine im Namen von Eduard zu vergeben.
Und dann ist da ja noch das völlig ungeklärte „Kapitel China“, das Buch-Herausgeber Eberhard Illner erwähnt – das man jedoch alleine deshalb nicht mit aufnehmen konnte, weil es dazu fast ausschließlich chinesisches Material gibt, das keiner der vier Autoren lesen kann. Und so bleibt zum Beispiel die Frage ungeklärt, warum Eduard die chinesische Staatsbürgerschaft erhalten hat, ohne jemals einen Fuß in das Land gesetzt zu haben. Es bleibt also weiterhin spannend…

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Kommentare

  1. Beatrix Sommer sagt:

    Eine spannende Austellung zu Eduard von der Heydt im Museum Rietberg in Zürich: Eduard von der Heydt, von Buddha bis Picasso (siehe folgenden Trailer). Herzlich. Beatrix

    http://www.plattner.in/filmprojekte/trailer-eduard-von-der-heydt-von-buddha-bis-picasso-museum-rietberg-zuerich

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