Auf nach Oberbarmen

Der Stadtteil Oberbarmen ist in Wuppertal nicht unbedingt als großes Kulturquartier bekannt – zu unrecht, wie das Viertelklang-Festival beweisen möchte

Vor allem Besucher aus den Stadtteilen westlich von Barmen sollen mit insgesamt 18 Veranstaltungen nach Oberbarmen gelockt werden. Die Künstler dies- und jenseits Oberbarmens haben den Ruf nach Osten laut Monika Heigermoser, Leiterin des Kulturbüros der Stadt Wuppertal, jedenfalls begrüßt – ebenso wie man bei den Veranstaltungsorten offene Türen eingerannt habe. Dabei sind nicht nur die bekannten Bühnen in der Immanuelskirche, der Färberei und der Alten Kirche Wupperfeld mit dabei, sondern auch das Programmkino Cinema und das Haar-Studio Lia direkt am Wupperfelder Markt.
Das Viertelklang-Festival fand 2011 das erste Mal statt, und zwar mit der Intention, die vorhandenen Kräfte der freien Kulturszene in Wuppertal zu bündeln, die nicht nur finanziell unter Druck stand und steht. Weil es bereits als kulturelles Zentrum mit vielen Veranstaltungsorten bekannt ist, wählte man dafür das Luisenviertel aus, berichtet Heigermoser.
Idee und Konzept waren es, neben den bekannten Kultureinrichtungen auch solche zu finden, die eher ungewöhnlich sind. Dazu zählte im vergangenen Jahr dann sicherlich das Finanzamt. Inhaltlich sollten die Musiker vor Ort das Festival gestalten – allerdings nicht auf einen Bereich festgelegt, sondern es sollte „die volle Spannbreite zeigen“, so Heigermoser. Und so gaben sich am 10. September 2011 klassische Musiker und Schlagersänger, Jazzer und Chöre die Klinke in die Hand.
Damit man auch tatsächlich überall hineinhören konnte, wurde die Dauer der Konzerte auf eine halbe Stunde festgelegt – lang genug, um in die Musik hineintauchen zu können, aber auch kurz genug, um offen für weitere Klänge zu sein, so die Kulturbüro-Leiterin. Halbstündige Pausen dazwischen machten es möglich, von einem Ort zum anderen zu wandeln.
Ziel war es, so ein völlig neues Publikum zu erreichen. Und tatsächlich fand sich der Jazz-Liebhaber im klassischen Konzert wieder und der Schlagerfan im „Ort“ von Peter Kowald. Die Bilanz: 600 verkaufte Karten und die Erkenntnis, dass man offensichtlich das richtige Rezept gefunden hatte, was geradezu nach einer Fortsetzung schrie.
Die findet nun also am 29. September in Oberbarmen statt. Und auch dieses Jahr stand im Vordergrund, ein möglichst homogenes Programm zusammenzustellen, das bei der Schülerband beginnt und über den griechischen Chor bis zum Jazz-Quartett und Orchester reicht. Dabei wird auch auf Neues gesetzt, zum Beispiel die erstmalige Zusammenarbeit des Wuppertaler Improvisationsorchesters mit der Kantorei Barmen-Gemarke und einem neuen Jazz-Ensemble unter der Leitung von Wolfgang Schmidtke. Mit dabei sind zudem unter anderem Uli Wewelsiep, Dörte aus Heckinghausen, das Neue Wuppertaler Streichtrio, Marvin Dillmann und Elena Fink.
Damit nun auch tatsächlich die Elberfelder den Weg nach Barmen finden, beinhaltet die Eintrittskarte auch die freie Fahrt mit den Bussen und Bahnen der Wuppertaler Stadtwerke. Im Vorverkauf kos-tet der Eintritt für alle Veranstaltungen zehn Euro, am Veranstaltungsabend zwölf Euro. Alle Termine gibt es im Internet unter der Adresse www.viertelklang-wuppertal.de.

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