21.07.2012

analyse CDU Grüne linke Politik SPD

Politiker beim Wort genommen

Kann man aus der Wortwahl einer Stadtratsfraktion auf ihre - womöglich unterschwelligen - Werte und Ziele schließen? Eine entsprechende Analyse ist jedenfalls sehr unterhaltsam. Ob sie auch aussagekräftig ist, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Wir haben ermittelt, welche Wörter in den Pressestatements der Wuppertaler Ratsfraktionen besonders oft vorkommen. Häufige Begriffe wie „der“, „die“, „und“ usw. wurden herausgefiltert. Als Basis dienten uns die Veröffentlichungen, die die Fraktionen seit Mai hier auf njuuz publiziert haben. Wir haben uns die Pressemitteilungen der Kooperationspartner CDU und SPD sowie die der Oppositionsparteien Bündnis 90 / Grüne und Linke angesehen. FDP und WfW schreiben zwar auch auf njuuz, allerdings reichte die Zahl ihrer Beiträge der letzten Monate für eine Analyse nicht aus.

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SPD

„Stadt“, „Wuppertal“ und „Wuppertaler“ sind häufige Worte in den Erklärungen der Sozialdemokraten. Bemerkenswert ist, wie wenig die SPD von sich selbst spricht: „SPD“ oder „SPD-Fraktion“ sind selten verwendete Begriffe. Die Fraktion lässt aber keinen Zweifel daran aufkommen, wer das Sagen hat: die Worte „SPD-Fraktionsvorsitzender“ „Klaus“, „Jürgen“ und „Reese“ sind dominant. Daneben hinterlässt die Haushaltsdebatte sichtbare Spuren. Auch „erklärt“ ist ein häufiger Begriff, denn in vielen SPD-Pressestatements „erklärt“ ja jemand, meistens Herr Reese, was die Fraktion gerade begrüßt, fordert oder kritisiert.


CDU

„Wuppertal“ und die „CDU-Fraktion“ kommen in den Beiträgen der Christdemokraten gleichermaßen häufig vor. Auch von den Konservativen wird viel „erklärt“, noch mehr als von der SPD. Fraktions-Chef „Michael“ „Müller“ taucht ebenfalls häufig auf, prägt die Wortwolke jedoch nicht so stark wie sein sozialdemokratischer Kollege. Auffallend ist, wie oft die Kürzel „SPD“ und „FDP“ von der CDU-Fraktion verwendet werden. Ebenfalls signifikant ist die starke Bedeutung überregionaler Institutionen wie „LVR“ und „Bezirksregierung“. Der Begriff „Wuppertaler“ kommt kaum vor, ganz anders als bei der SPD.


Bündnis 90 / Die Grünen

Die Begriffe „Grünen“ und „Grüne“ kommen in den Statements der Fraktion zusammen häufiger vor als das Wort „Wuppertal“. Die „Wuppertaler“ werden nicht ganz so oft angesprochen wie von der SPD, aber häufiger als von der CDU. Auch von der „Ratsfraktion“ ist viel die Rede. „Bürgerbeteiligung“ war den Grünen in den zurückliegenden zweieinhalb Monaten offenbar wichtig, ebenso wie die Ablehnung der „Herdprämie“. Fraktionsvorsitzender „Peter“ „Vorsteher“ drängt nicht in den Vordergrund; statt der Fokussierung auf einen Einzelnen steht offenbar die Fraktionsgemeinschaft im Vordergrund, wie auch das häufig vorkommende Wort „unserer“ zeigt.


Die Linke

Die Sozialisten, von Hause aus eigentlich internationalistisch, präsentieren sich als echte Lokalpatrioten und verwenden das Wort „Wuppertal“ mit Abstand am häufigsten. Daneben spielt auch die „Stadt“ eine große Rolle. Die Namen von Personen muss man dagegen mit der Lupe suchen, es dominiert offenbar das Kollektiv. Wenig überraschend: die Linken reden ihre Mitbürger im Sinne eines perfekten Gender Mainstreamings als „WuppertalerInnen“ an.

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