25.05.2012

china Xinxiang

Herausforderung China

Editorial der Bergischen Blätter 11.2012 von Silke Nasemann

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Der bergische Löwe will sich dem chinesischen Löwen nähern – so in etwa könnte man die Annäherung Wuppertals an die chinesische Stadt Xinxiang bezeichnen, die heute (noch) sehr weit auseinander liegen. Aber – und da sind sich die meisten einig – die Annäherung an China ist  ein Muss. Nicht nur durch die unglaubliche Einwohnerzahl, sondern auch aufgrund des derzeit noch herrschenden Wirtschaftsbooms wäre eine Missachtung des „Reichs der Mitte“ keine gute Idee.
Doch statt Angst vor dem Riesen zu bekommen, gilt es jetzt mehr denn je, ihn kennen- und zumindest ein wenig verstehen zu lernen. Und das geht eben nur dann, wenn man sich persönlich annähert und sich dabei auch nicht verstellt. Denn mit dem Pomp, mit dem die Wuppertaler Delegation in Xinxiang empfangen wurde, wird hier schon aus Kostengründen kein Gegenbesuch empfangen werden können. Ehrlichkeit ist da wahrscheinlich mehr wert.
Vielleicht gelingt es mit einem Austausch auf allen Ebenen, angefangen beim Schüler bis zum Firmenboss, so irgendwann auch, dass sich die chinesischen Verhältnisse in Sachen Menschenrechte verbessern. Das ist zwar bisher ein frommer Wunsch, aber je mehr man die andere Seite kennt, desto mehr reflektiert man auch die eigene Situation – und macht sich im besten Fall auf, daran zu arbeiten, sie zu verbessern. Und das meine ich ausdrücklich auf beiden Seiten, denn auch hier ist ja nun nicht alles perfekt.
Deshalb ist der Weg, den Wuppertal eingeschlagen hat, sicherlich der richtige, wenn es auch Zeit, Geld, Mühe und Verantwortungsbewusstsein kosten wird, ihn weiterzugehen und tatsächlich mit Leben zu füllen – und auch unangenehme Fragen zu stellen. Dass man die Kooperation mit einer Stadt aus der „zweiten Reihe“ eingegangen ist, ist dabei nicht nur passend, sondern zeigt den Partnern in beiden Fällen das tatsächliche Gesicht eines Landes, das weder wie Berlin, Hamburg und München aussieht, noch wie Peking und Schanghai.

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