13.01.2010

Blockheizkraftwerk Kraft-Wärme-Kopplung Stadtwerke WSW

Beim Heizen Strom produzieren

WSW suchen Hauseigentümer als Partner für ein innovatives Projekt zur Kraft-Wärme-Kopplung.

Mit zwei Pilotprojekten wollen die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) zusammen mit einer Forschergruppe der Bergischen Universität Wuppertal und dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer-ISE) exemplarisch zeigen, dass sich speziell in gründer-zeitlichen Wohnhäusern durch kleine Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Verbindung mit einer innovativen Regelungstechnik nicht nur umweltfreundlich heizen sondern auch Geld verdienen lässt. Eigentümer solcher Gebäude in Wuppertal können sich bei den WSW melden. Das Projekt wird mit Mitteln der WestLB-Stiftung „Zukunft NRW“ unterstützt.

Dieses Blockheizkraftwerk an der Nathrather Straße betreiben die WSW bereits im Rahmen des Wärmeservice.Dieses Blockheizkraftwerk an der Nathrather Straße betreiben die WSW bereits im Rahmen des Wärmeservice.

Ambitionierte Ziele in Bezug auf Energieeinsparung und Klimaschutz sind heute vor allem im Gebäudebereich wirkungsvoll und wirtschaftlich attraktiv umsetzbar. Dazu steht eine große Auswahl von Möglichkeiten der Umsetzung zur Verfügung. Große Einsparungen sind nur dann möglich, wenn die bestehenden Wohngebäude in großer Zahl saniert werden. Zu diesen Wohngebäuden gehören mit den Gebäuden der Gründerzeit diejenigen, die in vielen Städten NRWs stadtbildprägend sind. Ihre gestalterischen Merkmale machen umfangreiche energetisch-bauliche Sanierungen oft unwirtschaftlich bis unmöglich (Denkmalschutz). Angesichts des damit vergleichsweise hohen Energieverbrauchs eignen sich diese Gebäude für den Einsatz kleiner Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, so genannter KWK-Anlagen. Die Wärme-versorgung wird durch die Abwärme der netzgekoppelten Stromerzeugung im Heizungskeller gewährleistet. Anders als bei der großtechnischen Stromerzeugung in Kraftwerken werden über 90 Prozent der im Brennsto! ff – meist Erdgas – verfügbaren Energie genutzt. Da kleine KWK-Anlagen erst seit einigen Jahren auf dem Markt verfügbar sind, ist die Marktdurchdringung noch vergleichsweise gering. In Wuppertal arbeiten derzeit rund 30 Anlagen. Diese Anlagen laufen zwischen 3000 und 5000 Stunden pro Jahr. Ihr Betrieb ist ausschließlich wärmegeführt, d.h. Strom wird immer dann erzeugt, wenn Wärme im Gebäude benötigt wird. Daher erklärt sich, dass der Großteil des erzeugten Stroms „exportiert“ wird und nicht in erster Linie den Eigenbedarf deckt.

Genau an diesem Punkt setzen die aktuellen Arbeiten der Forschergruppe an. Wirtschaftlich interessant ist vor allem die Deckung des eigenen Stromverbrauchs. Darüber hinaus wird bei den WSW darüber nachgedacht, den Preis für eingespeisten Strom zukünftig zeitlich variabel zu gestalten. Somit entsteht ein wirtschaftlicher Anreiz dafür, die KWK-Anlage im Heizungskeller auch dann in Betrieb zu nehmen, wenn beispielsweise in der Mittagszeit eingespeister Strom höher vergütet wird. Dazu bedarf es eines Wärmespeichers und einer intelligenten Regelungseinheit. Im Rahmen einer gerade abgeschlossenen Studie haben die Forscher vom Fachbereich Architektur der Bergischen Universität zusammen mit dem Fraunhofer-ISE, Freiburg, Detailfragen der Dimensionierung, der Betriebsführung und Wirtschaftlichkeit analysiert.

Jetzt werden Hauseigentümer gesucht, die bereit sind, ihre Zentralheizung in einem gründerzeitlichen Wohngebäude in Wuppertal auf eine Kraft-Wärme-Kopplung umzurüsten und den Praxistext anzutreten. Interessenten melden sich bei den WSW unter 569-4096 (Thomas Daubner).

Die Kurzfassung der Studie steht im Internet unter http://www.btga.uni-wuppertal.de/Aktuelle_Forschung/KWK zur Verfügung.

Ansprechpartner:
Thomas Daubner, WSW Energie & Wasser AG, 569-4096
Eike Musall, Bergische Universität Wuppertal, 439-4292

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Kommentare

  1. schoelleraner sagt:

    .. na dann kann man nur hoffen, dass nicht so schlampig gebaut wird wie in Schöller, wo die Kirchengemeinde der Kirche und dem Pfarrhaus mit großem Aufwand (unter Pfarrer Breidert) eine BHKW installiert hat, diese die Telefonrechnung durch permanentes Anrufen der Service-Zentrale ‚ich hab hier ein Problem‘ hochgetrieben hat und die Leitungen (einmal über die Straße) so derben Wärmeverlust hatten, dass das Heizungswasser im Pfarrhaus nur lauwarm ankam.
    Sang- und klanglos wurde sie dann Mitte letzen Jahres wieder abgeschafft.

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