19.10.2011

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Die rasenden Brüder aus Vohwinkel

Motorsport ist nicht nur mit großem Budget möglich. Benjamin und Daniel Sorg aus Vohwinkel nehmen seit vielen Jahren an Langstreckenrennen teil.

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Daniel (l.) und Benjamin Sorg in ihrer Werkstatt in Vohwinkel

Rennsport aus Wuppertal, das klingt ungewöhnlich. Schließlich gibt es in ganz NRW keine vollwertige Rennstrecke. Daniel Sorg (35) und sein drei Jahre jüngerer Bruder Benjamin lassen das aber nicht gelten: „In eineinhalb Stunden sind wir am Nürburgring. Eine bessere Rennstrecke als die legendäre Nordschleife findet man nirgendwo.“

So gesehen verwundert es nicht, dass die rasanten Brüder den Eifel-Kurs inzwischen längst als eine Art Heimstrecke betrachten. Und wie vielen anderen Rennfahrern wurde auch den Sorgs die Leidenschaft für den Motorsport dort in die Wiege gelegt: „Als unser Vater in den späten Siebzigern mit einem Opel Kadett C Coupé seine Runden um den Ring drehte, waren wir schon mit dabei.“

Wie das berühmte Bruderpaar Michael und Ralf Schumacher aus Kerpen machten auch die Sorgs erste Rennerfahrungen auf diversen Kartbahnen, bevor dann in den neunziger Jahren die ersten Kilometer im Tourenwagensport folgten. Einen Citroen AX Sport, eigentlich als „Hausfrauenauto“ verschrien, motzten die Brüder zur veritablen Rennsemmel auf und sammelten damit die ersten Langstreckenpokale.

Ein Sorg-BMW auf der Nordschleife

1998 wurde dann der Rennstall „Sorg Rennsport“ gegründet, der inzwischen als GbR firmiert und seit 2009 von Benjamin und Daniel Sorg gemeinsam geleitet wird. 2002 nahmen sie mit einem Opel Astra mit Zwei-Liter-Maschine erstmals am legendären 24-Stunden-Rennen am Nürburgring teil und fuhren mit Unterbrechungen bis 2010 immer wieder Sechs-, Zwölf- und 24-Stunden-Wettbewerbe. Eine beachtliche Auswahl an Pokalen in der Werkstatt in Vohwinkel zeugt von durchaus respektablen Ergebnissen.

Seit etwa einem Jahr stellen die Sorgs einen ihrer beiden Rennwagen, inzwischen verfügen Sie über zwei BMW E92, immer wieder auch Fremdfahrern zur Verfügung, die damit ihre Kreise um die Nordschleife ziehen. In diesem Jahr erreichte eines dieser Teams immerhin Platz 78 unter 200 gestarteten Fahrzeugen.

Diese zahlenden Fahrer tragen ebenso zum Budget von Sorg Rennsport bei wie eine Vielzahl von Sponsoren. Von wachsender Bedeutung für die Refinanzierung des Rennstalls sind auch Motorsportevents, die die Sorgs Firmen und ihren Gästen am Nürburgring anbieten.

Damit der Traum vom Profi-Team wahr werden kann, müssen weitere Sponsoren gefunden werden

Ein BMW Z4 M Coupé, das derzeit noch als Gerippe in der Werkstatt steht, zeugt von den hochgesteckten Ambitionen des Brüderpaars. „Unser Traum ist natürlich, dass wir irgendwann vom Rennsport leben können“, sagt Daniel Sorg, der zur Zeit bei einem Solinger Unternehmen die Brötchen für sich und seine Familie verdient. Bruder Benjamin arbeitet beim Wuppertaler Beschlaghersteller HAKO.

Damit der Traum vom Profi-Team Realität werden kann, müssen neben den aktuellen Sponsoren wie dem Wuppertaler Werkzeughersteller WGB oder dem BMW-Autohaus Schneider aus Schwelm weitere Geldgeber das Team verstärken. Mehreren lokalen Firmen machen die Sorgs daher zur Zeit ein Engagement schmackhaft. Um den Bekanntheitsgrad des eigenen Rennstalls zu erhöhen, nutzen sie intensiv die Möglichkeiten des Internet und sind auf Facebook und Twitter präsent.

Klar, dass das Familienleben bei so viel Rennsportleidenschaft immer etwas zu kurz kommt. Daniel Sorg: „Unsere Frauen unterstützen uns, andernfalls könnten wir unseren Sport gar nicht betreiben.“ Auch die Kinder der rasenden Sorgs aus Vohwinkel sind – so die Vermutung der Väter – bereits mit dem Rennsport-Virus infiziert. Gut möglich, dass die Leidenschaft für schnelle Autos auch in dritter Generation fortgeführt wird.

>> www.sorg-rennsport.de

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Fotos: Georg Sander, Race Picture, Sorg Rennsport

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