11.10.2011

Clownfisch Coworking Wuppertal Jürgen Harmke Nachhaltigkeit Utopia wirtschaftsförderung

„Utopiastadt“ Wuppertal

Eine Utopie wird konkret. Im Mirker Bahnhof eröffneten Christian Hampe, Beate Blaschczok mit Unterstützung der Stadtsparkasse Wuppertal und in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung und der Bergischen Entwicklungsagentur "Utopiastadt".

Eingangshalle des Mirker Bahnhofs

Der Mirker Bahnhof eröffnet nach einer langen Pause erneut seine Pforten. Mit Unterstützung der Stadtsparkasse Wuppertal und in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung und der Bergischen Entwicklungsagentur starten Christian Hampe und Beate Blaschczok das überaus ambitionierte Projekt „Utopiastadt.“ Hampe und Blaschczok, in der Kreativszene bekannt durch das clownfisch statementmagazin, haben sich vorgenommen, Kreative mit Wirtschaft und Wissenschaft zu vernetzen. Es soll ein Labor zur Entwicklung neuer Ideen entstehen, ein Ort an dem konkrete Utopien erprobt werden, um die „Ecke gedacht werden kann“ und von dem Impulse in die Stadt und bestenfalls ins Land gehen.

Gregor Eisenmann

Die ersten Mieter sind eine erste Verkörperung dieser Idee. Schon eingezogen sind /DEV/TAL e.V. Hard- und Softwarelabor, die Coworking Initiative Wuppertal, Gregor Eisenmann, Kunst, Design und Visual Art und Christian Hang mit seinem Projekt „Polaküche“. Die Tanzschule Bellinghaus, langjähriger Mieter des Mirker Bahnhofs ist auch mit im Boot.

Die Coworking Initiative Wuppertal bringt die immer erfolgreicher werdende Arbeitsform der digitalen Nomaden – das Coworking – nach Wuppertal. Coworker brauchen nicht mehr als einen Schreibtisch, einen Internetanschluss, manchmal einen Drucker und hin und wieder eine Tasse Kaffee, um ihrer Arbeit nachzugehen. Sie reisen von Stadt zu Stadt und von Auftrag zu Auftrag. Nicht das repräsentative Büro zählt, sondern Austausch, Kooperation und eine hohe Flexibilität sind die Werte einer neuen Arbeitskultur. Weniger ist mehr, die Idee der internetbasierten sozialen Netzwerke findet hier seinen analogen Niederschlag. Oder um mit Sven McDonald von der Wirtschaftsförderung zu sprechen: „Raus aus den Schlafzimmern, es entstehen ganz neue Möglichkeiten, neue Denkstrukturen“. Im Mirker Bahnhof können voll ausgestattete Arbeitsplätze tage-, wochen- oder monatsweise gemietet werden. Mitzubringen sind lediglich die benötigten Arbeitsmaterialien. Besprechungsräume stehen zur Verfügung.

Von links: Sven Mc Donald, Christian Hampe und Gäste

Der Mirker Bahnhof ist von nun an auch die Heimat  des „clownfisch statementmagazins“.  Schon seit Jahren fördern Christian Hampe und Barbara Blaschczok Kultur und Kreativität. Dafür rufen sie  jedes Jahr Autoren aus Design, Kunst und Wissenschaft auf, zu einem festgelegten Thema Arbeiten einzureichen. Daraus entsteht das frei finanzierte statementmagazin. Es liegt kostenlos in ganz NRW aus. Einer der Orte ist beispielsweise das Ludwig Museum in Aachen. Die neue Ausgabe zum Thema „Utopia“ wird mit einer großen Releaseparty am 28.10.2011 im ADA gefeiert.

Bisher ist Utopiastadt ein No-Budget Projekt. Alle geleisteten Arbeiten erfolgten bis heute ehrenamtlich. Die Stadtsparkasse stellt das Gebäude für 2,5 Jahre gegen einen geringen Pachtbetrag zur Verfügung. In dieser Zeit muss das Projekt „laufen lernen“, das heißt wirtschaftlich erfolgreich werden. Bisher stehen nur renovierte 400 qm für eine Vermietung zur Verfügung. Die daraus erwirtschafteten Gelder bilden den Grundstock für  den Ausbau des Bahnhofs. Geplant sind weitere Büroflächen, Probenräume, Werkstätten, eine Gastronomie mit Außenfläche und ein Gemeinschaftsladenlokal. Das clownfisch Kollektiv hat dafür mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Wuppertal, der bergischen Entwicklungsagentur, Frank Müller Immobilien und ellingHAUS Architekten ein umfangreiches Konzept erarbeitet. In den nächsten beiden Jahren wird sich zeigen ob Utopiastadt erfolgreich arbeitet und sich für Programme zur Städtebauförderung qualifizieren kann. Denn der alte Bahnhof steht unter Denkmalschutz. Die Fassade muss saniert werden. Das wird nicht mit Einnahmen aus dem Projekt zu finanzieren sein. Also ist die Einwerbung von Fördergeldern dringend notwendig. Alle Beteiligten sind guten Mutes, dass dies gelingen wird.

Christian Hampe, Beate Blaschczok, Jürgen Harmke

Der Vertrag zwischen clownfisch und der Sparkasse Wuppertal wurde auf einem Holztisch mitten im Bauschutt unterzeichnet und war der Auftakt der Pressekonferenz. Vor allem muss in der nächsten Zeit entrümpelt werden. Es liegt noch viel Arbeit vor Utopiastadt, die aber scheint Dank des Engagements aller Beteiligten, kein Hindernis zu sein, die Utopie „Utopiastadt“ konkret werden zu lassen.

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Fotos: Mona Nielen, Wilma Schrader

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