04.09.2011

Changemaker City dezentrale Kommunikation kunst Rakete e.V. webdesign Wuppertal

„Es gibt keine Grenzen für Engagement“ – Anni Roolf

Anni Roolf, engagierte Mitbürgerin erzählt von ihrem Engagement in und für Wuppertal und verrät uns ihre Motivation.

Sie hat ihr Büro, die „Dezentrale“, im Hinterhof der Nummer 109 in der Wiesenstraße. Mit Efeu bewachsene Wände stechen ins Auge. Die kleine Veranda, auf der drei Stühle und ein kleines Tischchen Platz finden, zeigen, dass jegliche Möglichkeit ausgenutzt wird, unter freiem Himmel zu sein.

Anni Roolf empfängt uns mit einer herzlichen Umarmung. Die Frau mit dem feschen Kurzhaarschnitt sprüht vor Tatendrang. Gerade erst aus dem Urlaub zurück, ist sie schon wieder in Arbeit vertieft. Der Umzug ins neue Büro ist gerade über die Bühne gegangen. Was vorher ihr zu Hause und Arbeitsplatz war, ist jetzt getrennt. Die Notwendigkeit eines neuen Büros wird deutlich, wenn man einen Blick auf die Regale mit Ordnern wirft, die ganze Wände einnehmen.

Die 38 jährige Designerin arbeitet selbstständig, nach einem zweiten Studium im Bereich Management auch als Projektmanagerin und Organisationsberaterin. Sie nimmt weiterhin Designaufträge an, „am liebsten größere Projekte, damit beim Endprodukt möglichst alles aus einem Guss ist.“ Wichtig bei allem ist ihr das gute Konzept. Aber bei der ganzen Arbeit darf für Anni das Engagement nicht zu kurz kommen.

Seitdem sie eine Petition für den Erhalt des Fachbereichs Kommunikationsdesign der Wuppertaler Uni – der 2008 geschlossen wurde – mit 2000 Unterzeichnern angestoßen hatte, ist für sie klar geworden, dass sie in Wuppertal bleiben und sich für die Stadt einsetzen will. Für die einen ist Wuppertal hässlich, verkommen, asozial und dreckig. Das sieht Anni ganz anders: Einer ihrer Lieblingsorte ist der Laurentiusplatz, wo sie gerne sitzt und sich das Treiben der Menschen im Kulturviertel Wuppertals anschaut. Ihr gefällt das industrielle Flair der Stadt, sowie im Kontrast dazu die vielen Grünflächen in und um die Stadt herum. Zum Abschalten geht sie wandern, zum Gesangsunterricht oder liest Sachbücher, gerne zu geschichtlichen und politischen Themen.

Besonders wichtig für Anni Roolf ist Vielfalt, Vielfalt in allen Bereichen. Deshalb engagierte sie sich bis Frühjahr diesen Jahres als Vorsitzende des Vereins Rakete e.V. , einem Projektraum für Kunstinteressierte und Künstler, offen sowohl für den Kunstakademieker als auch den Hobby-Maler. So bietet die Rakete unter anderem die Möglichkeiten von einem gemeinsamen Kochabend bis hinzu Changemaker City Workshops. Parallel dazu entwickelte sich die Rakete auch zum Knotenpunkt für bürgerschaftliches Engagement und war z.B. Startpunkt der Coworking-Initiative Wuppertal und der Baugruppe Malerstraße, die im nächsten Jahr mit dem Bau eines Mehrgenerationen-Wohnprojekts in der Nordstadt beginnt . Anni findet, dass solche nichtkommerziellen Orte von hohem Wert sind, da sich dort neues Potential für unsere Stadt gut entwickeln kann.


Das Motto bei ihrem Bemühen ist dabei immer: „Es gibt keine Grenzen für Engagement. Es ist immer mehr möglich als man denkt.“ Vor allem in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen entstehen ganz neue Ideen, und enormes Potential wird entfesselt. Diese Grundeinstellung brachte Anni dazu, in Wuppertal gemeinsam mit einer Gruppe von Wuppertaler Coworkern im Juli das erste „Coworking Germany Barcamp“ zu organisieren. Sechzig Aktive der bundesweiten Coworking-Szene kamen zu diesem Anlass nach Wuppertal. Für Anni ist das eine Bestärkung dafür, was engagierte Bürger und Unternehmer in einer problemlastigen Stadt wie Wuppertal gemeinsam schaffen und erreichen können, wenn sie ihren Vorstellungen keine Grenzen setzen und einfach aktiv werden.

Jetzt heißt es „Coworking“ weiterhin in der Stadt zu etablieren. Die Eröffnung des ersten Coworking Spaces in Wuppertal steht kurz bevor. Und auch die dahinterstehende Philosophie der Zusammenarbeit gilt es in der Region noch mehr zu verbreiten, denn eins hat Coworking gezeigt: wir sind eine Gemeinschaft, die sich am besten entwickeln und an Herausforderungen wachsen kann, wenn wir gemeinsam unser Ding durch ziehen. So bekommt das Arbeiten eine ganz neue Qualität.

Was Anni noch alles in Bewegung setzen wird, bleibt spannend. Klar ist, sie wird weiterhin Anstöße für neue Projekte und Ideen geben. Denn wo andere Menschen durch Probleme gehemmt werden, wird sie nur noch mehr angespornt, etwas dagegen zu unternehmen. Und Probleme, die angegangen werden müssen, haben wir in unserem geliebten Wuppertal genug!

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Kommentare

  1. oj sagt:

    Ich war im COWOWU: Anni macht alles richtig und gut. Ich wusste nicht die Details Ihrer Social Engagement in Wuppertal. Es hat uns inspiriert für unsere BarCamp: das CastleCamp im ehemalige Jagdschloss Göhrde in Nord Deutschland, in einer Region Names Wendland im Niedersachsen.
    Wir haben auch ein BarCamp auf dem Land über das Thema Social Entrepreneur und Coworking organisiert. Das war ein riesige Herausforderung und Ich habe viel gellernt und viel Erfahrung gesammelt. 38 Personen aus der ganze Bundesrepublik und Ausland sind gekommen und Sie sind alle sehr zufrieden… Anni ist nicht gekomment im CastleCamp weil Sie war im Urlaub: Sie hat es verdiennt! Wir brauchen auch sowas aber das Leben geht weiter. Nächste Woche gibt es ein Vorsetzung in der deutsche Coworking Week. Alle machen Coworking! Wir wollen gerne eingetragen sein in der Liste der CoworkingSpace Deutschland und noch eine Coworking Veranstaltung bieten und vielleicht kommt Anni zu uns wenn Sie Zeit und Lust hast!
    olivier

  2. „Und Probleme, die angegangen werden müssen, haben wir in unserem geliebten Wuppertal genug!“ Das sehe ich genau so, deshalb habe ich den Förderverein zur Rettung der Adlerbrücke gegründet. Scheint ein totes Projekt zu sein, den Bürgern interessiert es nicht – trotz Presse und regelmäßigen Bürgersinfostunden jeden 1. u. 3. Donnerstag von 18 – 19 UHr im Bistro am historischen Zentrum in Barmen. Es ist schade das sich kaum jemand dafür die Ärmel aufkrämpelt. Die denkmalgeschütze Adlerbrücke könnte vor dem Abriss gerettet werde, doch mit einem kleinen Vorstand und einer handvoll Mitglieder (15 jährl) ist da nichts zu machen. Allen Wuppertaler die sich für Ihre Stadt einsetzen, wünsche ich ein gutes erfolgreiches Gelingen.

    Manfred Bröcker
    1. Vors. Förderverein IG Adlerbrücke e.V.
    http://www.adlerbruecke-wuppertal.de

  3. engola sagt:

    Ein beispielhaftes Engagement! – Die Leistungen der freiwillig aktiven Leute in Wuppertal wird manchmal viel zu gering eingeschätzt. Unsere Stadt hat ein großes Potential an Ideen und Machern, welches auch *mental* unterstützt werden muß!

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