21.08.2011

Changemaker City Essen Hunger Islam Muslime Helfen Ramadan Somalia Spende Vohwinkel

Wir backen für Afrika – UPDATE

Eine Handvoll junger Muslime verkaufen selbst gemachte Köstlichkeiten. Die Einnahmen sind eine Spende für die Flüchtlinge aus Somalia. - Endstand 29. August: 5127,14 Euro! Vielen, vielen Dank!

"Wir für Afrika" vor Marché Mediterrain in Vohwinkel

Die Lage in Somalia ist schlimm. Seit 20 Jahren herrscht dort Bürgerkrieg und jetzt leiden die Menschen an der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren. Davon betroffen: 3,2 Millionen Menschen. Das ist fast jeder zweite bei einer Bevölkerung von 7,5 Millionen Menschen. Kinder unter 5 Jahren sterben durch die Katastrophe. Allein 29.000 in den letzten Monaten. Jedes dritte Kind in den großen Flüchtlingslagern ist unterernährt.

Diese Schreckensnachrichten nehmen kein Ende und es kommen immer neue hinzu. Trotzdem ist die Lage nicht aussichtslos. Es wird geholfen. Josetta Sheeran, Leiterin des WFP, das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, spricht von der wahrscheinlich größten Hilfsaktion des WFP, die jemals unternommen wurde.

Und auch Wuppertaler sind aktiv. Ilhaam E. Q. Und Mona N. (oben im Bild v.r.n.l.) sowie ihre Freunde haben sich vorgenommen etwas zu tun. Es entstand die Idee „Wir für Afrika“. Jeden Freitag Nachmittag und Samstag Vormittag klappen die jungen Muslime ihren kleinen Gartentisch, voll gestellt mit Backwaren, vor dem Vohwinkler Supermarkt Marché Mediterrain auf und verkaufen ihre selbst gebackenen Leckereien, um den Flüchtlingen aus Somalia zu helfen. Die Spenden gehen an „Muslime Helfen, die in den großen Flüchtlingslagern aktiv sind.

Von süß bis herzhaft gibt es alles was das Genießer-Herz begehrt. Besonderer Renner: Muffins. Egal ob mit oder ohne Schokolade, mit Nuss oder Früchten, die kleinen, süßen Küchlein sind immer als erstes weg. „Wer also heiraten will, sollte Muffins backen“, ist der Running Gag unter den Mädels. Schließlich heiratet als nächstes, wessen Gebäck zuerst wegkommt. Aber auch die pikanten Pizzaschnecken sind beliebt, oder auch orientalische Süßigkeiten. Seien es gefüllte Kekse mit Dattelcréme oder Wallnussplätzchen – besonders deutsche Kunden sind von den exotischen Leckerbissen begeistert.

Überraschend ist, wie viel gespendet wird. Viele wollen nicht mal etwas zum Naschen mitnehmen – zum einen weil Muslime fasten und später zu Hause genug zu essen bekommen zum Anderen weil Deutsche auf Diät sind. Zumindest die Frauen – und die haben das Geld in der Tasche, wie die Männer grinsend feststellen.

Nächste Woche geht es in die letzte Runde für „Wir für Afrika“. Mit dem Ende des Ramadans, dem islamischen Fastenmonat, in dem die Muslime besonders zum Spenden aufgefordert sind, endet die Aktion vorläufig.

Die jungen Muslime haben schon neue Ideen wie sie weiter helfen können. Was noch passieren wird werden wir sehen oder auch schmecken. Change Writer bleibt auf dem Laufenden.

Eine besondere Aktion findet heute Abend im Ramadanzelt vor dem Rathaus in Barmen statt. Spontan haben die Mädels beschlossen auch dort einen Stand zu machen. Wer also Lust auf Kuchen oder Pikantes hat, sollte Barmen am späten Nachmittag einen Besuch abstatten. Denn auch heute heißt es wieder „Alles für einen Euro, Ihre Spende für Somalia“. Beim Genießen der kleinen Köstlichkeiten können die Besucher sich das Ramadanzelt anschauen und miterleben, wie Muslime ihr Fasten brechen.

„Wir für Afrika“ möchte sich ganz herzlich bei Marché Mediterain in Vohwinkel bedanken, für die Möglichkeit dort verkaufen zu können.

Insgesamt haben die Mädels 6 mal ihren Tisch ausgeklappt und ihre Leckerein verkauft. Mit einem Endstand von 5127,14 hatte kaum einer gerechnet.

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