Alle Artikel zum Döppersberg-Umbau
Kultur
 |  | 23.5. | 


Schlagworte: ,

Wirbel um “Twitter-Verbot” für das Von der Heydt – Museum

23.05.2010 18:14

Das renommierte städtische Von der Heydt – Museum verabschiedete sich am Donnerstag (20.5.) bei seinen “Followern” (Twitter-Abonnenten) und deutete an, aufgrund einer dienstlichen Anweisung nicht mehr twittern zu dürfen. Gibt es tatsächlich ein Twitter-Verbot für städtische Institutionen?

Twitterverbot?

Die Mitteilung des Von der Heydt – Museums im populären Internet-Dienst Twitter las sich einigermaßen dramatisch:

Da uns die dienstliche Nutzung von Twitter nicht mehr erlaubt ist, müssen wir uns leider verabschieden. Herzlichen Dank an unsere Follower!

Von einem Follower nach den Gründen befragt, teilte das Museum mit, die Nutzung könnte Risiken bergen und Folgekosten mit sich bringen. Außerdem sei man “ein städtisches Institut”. Der letzte Satz legte die Vermutung nahe, es gebe ein verwaltungsinternes “Twitterverbot”.

Die Reaktionen der Twitter-Gemeinde reichten von Bedauern über Unverständnis bis zu Empörung. Einige Beispiele:

AndreasPraefcke: Das ist die bisher lächerlichste aller lächerlichen Dummheiten der Wuppertaler Stadtverwaltung. ”

schubladenschaf: Schade, dass oft einfach nur die Nachteile gesehen werden und so euer Motivation & Eifer unterdrückt wird….”

AChristofori: Vielleicht sollten wir einfach die Stadttore und den berittenen Boten wieder einführen. Ade Zukunft – back to the past!”

polakueche: Das ist schade @Heydt_Museum und zugleich schwach von euren übergeordneten Stellen. Eine Informationsquelle weniger”

Einen Tag später gab es dann doch wieder ein Lebenszeichen des Museums bei Twitter:

WICHTIG: Bei der Meldung, Twitter nicht mehr nutzen zu dürfen, handelte es sich um ein MISSVERSTÄNDNIS unsererseits!!!

Erleichterung bei den Followern des Museums:

blogschau: 15 Stunden später darf das @Heydt_Museum doch weitertwittern. War das eine städtisch geplante virale Netzkampagne?”

MeikeNordmeyer: Das ist eine gute Nachricht. Natürlich bleibe ich als Followerin. Na, das war ja ein Intermezzo!”

Was genau passiert war, beschreibt die städtische Pressesprecherin Martina Eckermann so:

Unser engagierter Datenschutzbeauftragter hat vor einigen Tagen im städtischen Intranet auf die Gefahr hingewiesen, dass bei der Nutzung von vielen externen IT-Diensten Daten (und auch die Nutzungsrechte daran) an Dritte übertragen werden können – und die dienstliche Nutzung solcher Online-Services (also bei denen dies der Fall ist!) daher für städtische Dienststellen nicht zulässig ist. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass bei allen Anforderungen und Bedarfen der zuständige interne IT-Berater berät und unterstützt. Die Mitarbeiterin des Museums, die sich um Twitter und Facebook kümmert, hat diese Meldung beim ersten schnellen Lesen überinterpretiert – und gleich reagiert, um nichts falsch zu machen. Ein Telefonat mit unserem Datenschutzbeauftragten hat die Geschichte dann aufgeklärt.

Das Museum kann damit seine Arbeit bei Twitter, die übrigens beispielhaft für andere öffentliche Einrichtungen sein könnte, in gewohnter Qualität fortsetzen.

____________________

Das Von der Heydt – Museum bei Twitter.






weiter mit: 
»  Die Party eures Lebens
»  anstiftung / Kulturoffensive Lutherstift: Die Striekspöen live auf´m Ölberg
»  der Rubrik Kultur

Kommentieren

*
12 Kommentare zu „Wirbel um “Twitter-Verbot” für das Von der Heyd...“
  1. [...] Allerdings fand die Pressesprecherin der Stadt Wuppertal dann doch noch Zeit gegenüber dem Portal Njuuz einige Worte zu äußern: “Unser engagierter Datenschutzbeauftragter hat vor einigen [...]

  2. [...] Hier kommt nun unser neues Ranking „Museen und Social Media“ für den Mai. Seit der letzten Übersicht sind etwas mehr als vier Wochen vergangen, aber in Zukunft wollen wir immer am Monatsanfang erscheinen. Seit unserem letzten Ranking hat sich wieder einiges getan: Eine Reihe von Kommentaren nach der letzten Veröffentlichung führte dazu, dass beim Ranking der Facebook-Fanseiten das Ramones Museum in Berlin, das Haus der Kunst in München und das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main neu aufgenommen wurden. Die Hamburger Kunsthalle, die takt artist residency in Berlin und das Neanderthal Museum in Mettmann – haben es mit 635 (Rang 21), 504 Fans (Rang 22) und 471 (Rang 23) diesmal knapp nicht in die Top 20 geschafft. Ebenso wie das Museum Ludwig in Köln, dass mit 464 Fans und damit Platz 24 auch vorbeigeschrammt ist. Das Mercedes Benz Museum machte im Mai bis dato den größten Sprung und verdoppelte sich von 1192 auf unglaubliche 2556 Fans. Die restlichen Museen und Ausstellungshallen haben sich konstant ohne großartige Ausreißer bei Facebook-Seiten und Twitter gesteigert. Vergleicht man die letzten Monate, scheint es fast so, als würde sich das Wachstum sogar verlangsamen. Auch der Wechsel von „Fan werden“ zu „Gefällt mir“, um seine Begeisterung für eine Facebook-Seite auszudrücken, hat an diesem Trends nichts geändert. Dabei sollte damit doch die Hemmschwelle bei den Seitenbesuchern herabgesetzt werden. Der #MuseumMonday auf Twitter (Jeden Montag werden Museen empfohlen) ändert offensichtlich auch nichts am langsameren Wachstum. Wobei die Beteiligung an dieser Aktion in Deutschland – etwa im Vergleich zu den Niederlanden – noch sehr verhalten ist. Für Verwirrung sorgte kürzlich das Wuppertaler von der Heydt-Museum, das sich am 23.Mai von seiner Twitter-Followerschaft verabschiedete – mit der Begründung, dass den Verantwortlichen die dienstliche Nutzung des Kurznachrichtendienstes nicht mehr erlaubt sei. Diese Nachricht kam so unerwartet, dass die Twitter-Gemeinde dies mit Bedauern, Unverständnis und Empörung strafte. Später revidierte die Stadt Wuppertal diese Nachricht als Missverständnis – also doch kein „Twitter-Verbot“. Zum Artikel [...]

  3. Blogbeitrag von Ralf Stockmann (Gast) am 21. Mai, 11:43 auf
    http://archiv.twoday.net/stories/6345823/

    Offene Fragen
    Interessanter Fall, der so oder ähnlich vermutlich gerade hundertfach in unserer Republik ausgefochten wird. In den Köpfen der Verantwortlichen dreht es sich doch vermutlich um folgende Fragen:

    - Ich verstehe dieses Twitter nicht. Was soll gut daran sein, nur 140 Zeichen zu haben? Jede unserer Pressemitteilungen ist länger.
    - Wieso sollen jetzt Mitarbeiter Öffentlichkeitsarbeit machen dürfen? Dafür haben wir doch unseren ÖffentlichkeitsarbeiterIn. Der/die muss mindestens über alles erst einmal drüberschaun bevor es rausgeht.
    - Der/die Ö. ist leider überlastet, und wo gibt es eigentlich die (horrende Kosten verursachende) Weiterbildungsveranstaltung “Twitter in der Ö an Museen”
    - Wenn das eine amerikanische Firma ist, kostet das bestimmt bald Geld, und dann kommen wir da nicht mehr raus. Fragt den Buchhalter was die mühevolle Umstellung vom Internet Explorer auf Firefox der Mitarbeiter-PCs gekostet hat…

    Nun kann man jede dieser Punkte inhaltlich stringent widerlegen (wahlweise mit oder ohne Polemik). Nicht von der Hand zu weisen ist aber, dass man hierzu erst einmal eine Grundkenntnis der Sache an sich braucht sowie eine generelle Strategie des Hauses in Bezug auf PR, Öffentlichkeit, das Internet. Letztere fällt nicht vom Himmel, Dinge wie Twitter gewissermaßen aber schon.

    Ich denke alle öffentlichen Einrichtungen sind aufgerufen, solche “Selbstfindungsprozesse” anzustoßen, auch wenn es Zeit, Mühe, und damit zumindest indirekt auch Geld kostet.
    Es kann ja als Alternative auch nicht wirklich zielführend sein, dass jede öffentliche Einrichtung darauf baut, dass sich unter den Mitarbeitern schon ein Praktikant finden wird der “diese Internetdinge” schon erledigen wird.

    Eine zweite Diskussionsebene entsteht noch bei der generellen Frage, wie man auf Twitter eigentlich Privates und Berufliches trennt – oder eben nicht. Institutionelle Accounts in Form von Autorenkollektiven finde ich hier auch suboptimal, habe ich dann doch oft den Eindruck nur mit einer Hochglanz-PR-Abteilung zu reden und nicht mehr mit den Menschen der Einrichtung. Sich aber konsequent mit zwei Accounts in Twitter zu bewegen (einer privat, einer beruflich) ist aber auch mühselig, fördert Schizophrenie und ist eigentlich an der Sache vorbei.

  4. Soso. Suboptimal, würde ich sagen. / RT @Heydt_Museum Wie es zu dem …

  5. Wäre es nicht schön gewesen, wenn bei den Twitterzitaten die Profilnamen aufgeführt und verlinkt wären?

Werden Sie Facebook-Fan!

KLICKEN SIE AUF  


und erhalten Sie die neuesten Nachrichten aus Wuppertal auch auf Facebook!

Nein danke

Ich bin schon Fan

Meldung

Wenn Sie in njuuz einen Artikel mit unzulässigem Inhalt entdeckt haben, melden Sie ihn bitte, indem sie auf den Link klicken. Vielen Dank.
Warnung vor unzulässigem Inhalt

Einen Artikel empfehlen

wsw-wuppertal.de/unternehmen/newsletter/
Werbung