Editorial Bergische Blätter 22.2011

Ein Kommentar von Silke Nasemann

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Kaufkraft, Steueraufkommen und Arbeitsplätze sind für Wuppertals Stadtkämmerer Johannes Slawig die drei ausschlaggebenden Punkte, warum Ikea nach Wuppertal kommen muss. Und auch Ikea hat sich nun endgültig für den Standort in Oberbarmen entschieden: Ende November 2011 wurde im Rathaus der einvernehmliche Startschuss für den Einleitungsbeschluss für ein rechtssicheres Bauleitplanverfahren gegeben, wie es im offiziellen Amtsdeutsch heißt.
Dahinter steht die Fortführung der bisherigen Planungen, auf dem Gebiet der Fertighausausstellung das schwedische Möbelhaus inklusive eines Fachmarktzentrums anzusiedeln. Ikea alleine wird es definitiv nicht geben, heißt es bei der Stadtverwaltung und der Ikea-Verwaltungsgesellschaft.
Der Pachtvertrag für das Grundstück läuft laut Slawig Ende 2013 aus. Anfang 2014 will Ikea mit dem Bau beginnen, um das Zentrum Ende des gleichen Jahres eröffnen zu können.
Bei dem Fachmarktzentrum habe man sich auf Bereiche geeinigt, die in Wuppertal bisher unterrepräsentiert seien und bei denen besonders viel Kaufkraft in die angrenzenden Städte fließe, also zum Beispiel Fahrräder und anderer Sportbedarf. Und auch im Bereich Elektrik habe man sich mit den großen Anbietern geeinigt, dass sie für den Fachmarkt ihre Standorte in der Innenstadt nicht aufgeben würden, sagt Rolf Volmerig, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wuppertal.
Bleiben noch die Probleme mit den Kritikern – unter anderem die Anwohner – sowie mit dem Verkehr. Doch auch diese Probleme sollen im Zusammenschluss zwischen Ikea und der Stadt gelöst werden, denn nichts sei schlimmer als gereizte Kunden, die vor dem Einkauf lange im Stau gestanden hätten.
100 Millionen Euro will Ikea in den Standort investieren und wahrscheinlich darüber hinaus auch noch etwas für eine gute Verkehrsanbindung dazugeben. Zusätzlich setzt Slawig auf den Ausbau des Autobahnkreuzes Nord an der Autobahn 46. Doch ob Bund und Land mit den „sportlichen aber leistbaren“ Plänen des Bauleitplanverfahrens mithalten können, bleibt mehr als fraglich.

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