15.01.2026evangelisch wuppertal
Trauer um Pfarrer Jochen Motte
Der frühere VEM-Generalsekretär Dr. Jochen Motte verband missionarischen Einsatz mit dem Kampf für Menschenrechte und Gerechtigkeit. Jetzt ist der Pfarrer im Alter von 63 Jahren gestorben.

Der frühere VEM-Generalsekretär Dr. Jochen Motte verband missionarischen Einsatz mit dem Kampf für Menschenrechte und Gerechtigkeit. Jetzt ist der Pfarrer im Alter von 63 Jahren gestorben.
Der evangelische Pfarrer und Menschenrechtsexperte Dr. Jochen Motte ist tot. Wie jetzt bekannt wurde, starb der promovierte Theologe am vergangenen Donnerstag (8. Januar) im Alter von 63 Jahren. Motte war zuletzt stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), arbeitete im Vorstand mit und leitete viele Jahre die Abteilung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Mit seiner jährlichen Menschenrechtsaktion wurde er in vielen Gemeinden weithin bekannt.
„Sein beharrlicher Einsatz für die Menschenrechte, auch über kirchliche Grenzen hinweg, hat die VEM national wie international glaubwürdig vertreten“, erklärte VEM-Generalsekretär Andar Parlindungan. „Jochen Mottes leidenschaftlicher Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung war ein prägender Ausdruck seines christlichen Glaubens.“
Vom Assistenten zum stellvertretenden Generalsekretär
Dr. Jochen Motte wurde am 6. September 1962 in Neunkirchen (Saar) geboren. Er studierte Evangelische Theologie in Wuppertal, Tübingen und Bern und wurde 1990 als Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland ordiniert. 1992 promovierte er an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal mit einer Arbeit zur Theologie Walther Zimmerlis.
Im selben Jahr trat Motte zunächst als Assistent des Direktors Pfarrer Peter Sandner in den Dienst der VEM ein. In dieser Funktion war er maßgeblich am Internationalisierungsprozess der VEM beteiligt. 1993 wurde er in den Vorstand der VEM berufen und übernahm Verantwortung für den Arbeitsbereich Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. In den Jahren 2006 bis 2008 sowie von 2011 bis 2024 war er stellvertretender Generalsekretär der VEM. Am 4. November 2025 wurde Motte aus dem Dienst der VEM verabschiedet und als Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland entpflichtet.
Engagiert im bundesweiten Forum Menschenrechte
Über die VEM hinaus engagierte sich der Theologe seit 1994 im Koordinationskreis des Forums Menschenrechte, einem Netzwerk von über 50 deutschen Nichtregierungsorganisationen. Seit 2005 war er zudem Mitglied im Beirat der Bundesregierung für Krisenprävention und Friedensförderung, wo er kirchliche Perspektiven in politische Diskurse einbrachte.
„Jochen Motte hat uns immer wieder daran erinnert, dass missionarische Arbeit ohne den Einsatz für Gerechtigkeit und Menschenrechte nicht glaubwürdig ist“, erklärte der Vorstandsvorsitzender der Evangelische Mission Weltweit (EMW) in Hamburg, Dietmar Arends.
Freund, Kollege und Vorbild
Die VEM verliere Motte als Freund und Kollegen, sagte Parlindungan. „Er bleibt ein bleibendes Vorbild dafür, dass Kirche dort stehen muss, wo Menschen an den Rändern und in Not sind,“ so der VEM-Generalsekretär. Mit Dankbarkeit blicke die VEM auf sein Leben und Wirken zurück.
Sein Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung bleibe Auftrag und Verpflichtung. „Den Angehörigen gilt das besondere Mitgefühl. In christlicher Hoffnung vertrauen wir darauf, dass er nun in Gottes Frieden geborgen ist.“
Text und Foto: VEM
Redaktion: Sabine Damaschke
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