Protest gegen Landraub in Westpapua

Indigene Gruppen wollen verhindern, dass in Westpapua Land für militärische Zwecke beschlagnahmt wird. Unterstützung bekommen sie durch die evangelische Kirche und VEM, die zu weltweiter Solidarität aufruft.

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Indigene Gruppen wollen verhindern, dass in Westpapua Land für militärische Zwecke beschlagnahmt wird. Unterstützung bekommen sie durch die evangelische Kirche. Für die Indigenen ist mit dem Land auch ihre kulturelle Identität verbunden.

Indigene Gemeinschaften im indonesischen Westpapua wehren sich gegen die Beschlagnahme großer Landflächen für Militärprojekte und eine Ausweitung von Ölpalmenplantagen. Dafür beansprucht der Staat rund 5.600 Hektar indigenes Land auf den Inseln Biak und Supiori, wie die Vereinte Evangelische Mission (VEM) mitteilt. Die notwendige Zustimmung der rechtmäßigen Eigentümer traditioneller Landflächen sei nicht eingeholt werden, hieß es weiter.

Die Evangelisch-Christliche Kirche im Land Papua, einer Mitgliedskirche der VEM, fordert den Angaben zufolge den sofortigen „Stopp der unrechtmäßigen Beschlagnahmung“ indigener Landflächen für wirtschaftliche und militärische Zwecke. Laut einer lokalen Indigenen-Organisation gehört das betroffene Land einer traditionellen Gemeinschaft aus dem Stamm der Warbon in Nord-Biak. Eine kursierende, unterzeichnete Zustimmungserklärung sei eine Fälschung, hieß es.

Erzwungene Umsiedlung für Militär

Der indonesische Staat will nach Darstellung der VEM auf der Fläche in Nord-Biak ein Militärhauptquartier und einen Satelliten-Flugplatz im Rahmen eines nationalen Raumfahrtprogrammes errichten. Auf der Insel Supiori sei Land der Adfat-Gemeinschaft für militärisch flankierte Plantagen- und Fischereiprojekte „unrechtmäßig in Besitz genommen“ worden; in Süd-Biak solle ein Militärflugplatz erweitert werden.

Wie die Evangelisch-Christliche Kirche erläuterte, geht es für die betroffenen Gemeinschaften nicht nur um die Fläche. Eine erzwungene Umsiedlung infolge der Militärpläne würde für die Indigenen demnach „den Verlust kultureller Zugehörigkeit, sprachlicher Identität und sozialer Verwurzelung“ bedeuten.

Aufruf zur Solidarität mit Westpapua

„Wenn indigenen Gemeinschaften in Papua Land entzogen und Militärpräsenz ausgeweitet wird, geht es nicht nur um Fläche, sondern um Identität, Kultur, Lebensgrundlagen und Würde. Wir nehmen die eindringlichen Stimmen aus Biak und Supiori sehr ernst und stehen an der Seite der Menschen und der Kirche vor Ort, die Transparenz, freie Zustimmung und den Schutz ihrer Rechte einfordern“, sagt Thea Hummel, Leiterin der Advocacy-Abteilung der VEM.

Auch das Westpapua-Netzwerk bekräftigt seine Unterstützung für die Forderungen der indigenen Papua zum Schutz ihrer Landrechte. Das Netzwerk setzt sich dafür ein, dass Entwicklung und Umweltschutz in Westpapua als sozial gerechter Prozess verstanden werden, der indigene Rechte, Biodiversität und langfristige ökologische Stabilität ins Zentrum rückt.

Kirchen und indigene Gemeinschaften in Papua fordern die indonesische Regierung auf, die geplante Ausweitung von Ölpalmenplantagen und der Militärpräsenz in ganz Westpapua zu stoppen. Sie lehnen den Landraub an traditionellem Land der indigenen Gemeinschaften entschieden ab und rufen die weltweite Kirchenöffentlichkeit zur Solidarität auf.

Die Vereinte Evangelische Mission

Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) mit Büros in Wuppertal, Pematangsiantar (Indonesien) und Daressalam (Tansania) ist eine internationale, gleichberechtigte Gemeinschaft von 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien sowie sechs deutsche EKD-Kirchen und die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die VEM verfolgt konsequent ein ganzheitliches Missionsverständnis. Dazu gehört, die Lebensumstände notleidender und benachteiligter Menschen unter Achtung ihrer persönlichen Würde und Berücksichtigung ihres kulturellen Kontexts zu verbessern.

Text: VEM/epd
Foto: Martina Pauly/VEM

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