08.01.2026evangelisch wuppertal
Musikalisches Feuerwerk für 2026
Mit einem "Feuerwerk für Orgel" begrüßt Kreiskantor Jens-Peter Enk wieder das neue Jahr. Warum in seinem Leben die Musik die Hauptrolle spielt, verrät er im Interview.

Mit einem „Feuerwerk für Orgel“ begrüßt Kreiskantor Jens-Peter Enk wieder das neue Jahr. Warum die Musik in seinem Leben eine Hauptrolle spielt, verrät er im Interview.
Nach den Weihnachts- und Silvesterkonzerten machen viele Kantoren im neuen Jahr erstmal Pause. Bei Ihnen geht es mit einem „Feuerwerk für Orgel“ direkt weiter. Warum?
Jens-Peter Enk: Ich habe festgestellt, dass viele Menschen den Beginn des neuen Jahres gerne auch musikalisch erleben möchten. In den Tagen nach dem Jahreswechsel ist es dafür oft ruhiger und besinnlicher. Viele machen sich Gedanken, was sie verändern möchten und merken, dass es gar nicht so einfach ist, das alte Jahr loszulassen. Da gibt es Enttäuschungen, Wut, Ängste, aber auch Freude, Sehnsüchte und Erwartungen. Die Musik greift diese ambivalenten Gefühle auf und kann dabei helfen, Klarheit zu bekommen.
Sie präsentieren also ein musikalisches Feuerwerk der Gefühle?
Jens-Peter Enk: So kann man es sagen. Ich spiele die berühmte Feuerwerksmusik von Händel und Toccata und Fuge D-Moll von Bach, aber auch Choräle und neuere Musik. Ich schieße sozusagen größere und kleinere Raketen in Moll und Dur ab.
Feuerwerk für Orgel
mit Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk
Sonntag, 11. Januar, 18 bis 19 Uhr
in der Unterbarmer Hauptkirche (Martin-Luther-Straße 13)
Übrigens gibt es dieses Orgelkonzert in der Neujahrswoche schon seit 15 Jahren. Als ich in der Gemeinde Unterbarmen als Kirchenmusiker angefangen habe, habe ich es eingeführt. Für viele Menschen – nicht nur aus der Gemeinde, sondern aus ganz Wuppertal – gehört der Besuch des Orgel-Feuerwerks inzwischen zu ihrem persönlichen Start ins neue Jahr.
Wie geht es Ihnen damit? Brauchen Sie auch Musik, um zuversichtlich in ein neues Jahr starten zu können?
Jens-Peter Enk: Auf jeden Fall! Ich kann mir ein Leben ohne Musik nicht vorstellen. Schon mit etwa vier bis fünf Jahren habe ich mein erstes Instrument, eine Blockflöte, in der Hand und im Ohr gehabt. Meine Eltern waren selber musikalisch und hatten einen Sinn für Musikerziehung. Dann folgte der Klavierunterricht, und ich konnte auf dem Schimmel-Klavier meines Großvaters spielen, was mir viel Freude bereitet hat. Dann kam irgendwann die Orgel hinzu. Es wurde sozusagen immer spannender für mich, weil ja jetzt die Füße mehr noch als beim Klavier hinzukamen.
Wann haben Sie die Orgel für sich entdeckt?
Jens-Peter Enk: An der Orgel war ich seit meinem 11. Lebensjahr, zuerst mit unserem Dorforganisten im niedersächsischen Peine in der riesigen Kirche mit einer riesigen Orgel. Das ging so ein halbes Jahr, dann „musste“ ich zu einem A-Musiker und nahm folglich in der nächst-größeren Stadt Unterricht. Schon bald – nämlich ab meiner Konfirmation mit 13 Jahren – wurde ich festangestellter Organist. Und mit 17 Jahren habe ich die Leitung eines nicht-kirchlichen Chores übernommen. Da traf ich dann zum Teil die Eltern meiner eigenen Schulkameraden.
Ich glaube fest daran, dass es Kirchenmusik immer geben wird. Denn sie gibt Menschen Trost und Hoffnung.
Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus. Machen Sie sich Sorgen um die Zukunft der Kirchenmusik?
Jens-Peter Enk: Ich glaube fest daran, dass es Kirchenmusik immer geben wird. Denn sie gibt Menschen Trost und Hoffnung für ihr Leben, insbesondere in Krisenzeiten. Wuppertal soll meiner Vorstellung nach ein „klingendes Berg-und-Tal“ sein und zwar für alle Generationen. Die Stadt hat eine lange kirchenmusikalische Tradition, die sie wahren und nutzen sollte. Und die Gemeinden müssen diesen Schatz weiterhin schätzen! Wort und Musik sind wie ein Ehegespann.
Das Gespräch führte Sabine Damaschke.
Foto: KK-Archiv
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