„Es tut mir Leid, dir diesen Schmerz zu bereiten.“

Antonie Gieses einsame Entscheidung Ein Vortrag von Dr. Ulrike Schrader am "Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus" und anlässlich des neuen "Stolpersteins" vor der Begegnungsstäatte Alte Synagoge

Dienstag, 27.1.2026, 18:00 Uhr
Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Genügsamkeitstraße/ Eingang Krugmannsgasse, 42105 Wuppertal
Eintritt frei

Letzter Brief von Antonie Giese an ihren Bruder Moses

 

In der Krugmannsgasse 2 in Wuppertal-Elberfeld, wo heute der Eingang zur Begegnungsstätte Alte Synagoge ist, lebte die jüdische Witwe Antonie Giese. Die schon seit vielen Jahren schwer kranke, gelähmte Frau konnte aus ihrer Wohnung heraus beobachten, wie in der Nacht zum 10. November 1938 fanatische und randalierende SA-Leute die Synagoge in Brand steckten, das Inventar zertrümmerten und plünderten. In den nächsten Tagen sah sie, wie Männer aus der Nachbarschaft über die Mauer kletterten, um aus dem Keller der verwaisten Synagoge brauchbare Sachen zu stehlen: Möbel, Kohlen, Säcke mit Holz und einen Kanonenofen. Der Winter stand vor der Tür.

Alle Demütigungen und Schikanen, die die Nationalsozialisten gegen die Juden in Deutschland erfanden, bekam auch Antonie Giese zu spüren. Zuletzt, im Sommer 1942, die Aufforderung, ihre Wohnung zu verlassen und in das jüdische Altersheim in der „Straße der SA“ 73 (heute Friedrich-Ebert-Straße) zu ziehen. Diesem Befehl aber widersetzte sie sich. Stattdessen nahm sie sich am 1. Juli 1942 das Leben.

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