Arbeitsmarkt weiter im Aufwind

„Der erfreuliche Rückgang der Arbeitslosigkeit ist ganz typisch für diesen Monat. Im Wonnemonat Mai sind aus saisonalen Gründen weniger Menschen in Wuppertal arbeitslos, der Kräftebedarf ist gestiegen und die Kurzarbeit ist zurückgegangen“, schildert Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Wuppertal, die Situation auf dem Arbeitsmarkt der Region. „Derzeit weisen keine Indikatoren darauf hin, dass es noch zu einem dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit in unserer Stadt kommen könnte“, so Martin Klebe.

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Die Arbeitslosenquote sinkt in Wuppertal von 12,1 im letzten Monat auf aktuell 11,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie im Mai noch 13,1 Prozent. 

 Weniger Arbeitslose

Im Mai sind in Wuppertal 20.624 Menschen arbeitslos, dies sind 721 weniger als im April und 2.526 weniger als vor einem Jahr. Davon werden rund 4.600 von der Agentur für Arbeit Wuppertal betreut und knapp 16.000 von der ARGE Wuppertal. Die Arbeitslosigkeit sank sowohl im Versicherungsbereich der Agentur für Arbeit, als auch in der Grundsicherung bei der ARGE. Allerdings ist der Rückgang in der Arbeitslosenversicherung im Vergleich zum vergangenen Jahr etwa doppelt so hoch (-17 %), wie in der Grundsicherung (-9,0 %).

Die Arbeitslosigkeit Jüngerer unter 25 Jahre ging so stark zurück, wie bei keiner anderen Personengruppe und liegt derzeit um knapp 23 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Aktuell suchen noch 2.107 Personen unter 25 Jahren einen Job und damit 620 weniger als im Mai 2009. „Auch in einer wirtschaftlich kritischen Situation bleibt der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften relativ konstant“, erläutert Martin Klebe. „Daher baut sich die Arbeitslosigkeit der jungen Fachkräfte, die mit den Prüfungen im Januar und Februar angestiegen war, jetzt wieder zügig ab.“

 Bei den langzeitarbeitslosen Personen sehen die Marktchancen derzeit weniger günstig aus. Ihre Zahl ist gegenüber dem letzten Jahr gestiegen, so dass aktuell 8.601 Frauen und Männer über ein Jahr arbeitslos gemeldet sind. „Die strukturelle Arbeitslosigkeit hat durch die letzten Monate zugenommen. Über vier von zehn Arbeitslosen in Wuppertal suchen bereits seit mehr als einem Jahr vergeblich eine Beschäftigung“, so Martin Klebe.

 Kräftebedarf gestiegen

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat im Vergleich zum letzten Jahr deutlich zugenommen und liegt aktuell um rund 40 Prozent höher, als im Mai 2009. Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Wuppertal wurden alleine im Mai insgesamt 708 sozialversicherungspflichtige Stellen von Arbeitgebern aus Wuppertal neu gemeldet.

Wuppertaler Unternehmer suchen vor allem flexible und motivierte Arbeitskräfte in folgenden Berufen: Postfachkräfte, Elektroinstallateure, Fahrer, Maler und Lackierer, KFZ-Instandsetzer, Kellner, Bürofachkräfte, Zentralheizungs- und Lüftungsinstallateure, Erzieherinnen, Arzthelferinnen, Verkäufer, Gas- und Wasserinstallateure, Dreher, Schlosser, Zahnarzthelferinnen, Köche, Kabelwerker und Sozialpädagogen.

Mehr fanden einen neuen Job

Durch die positive Entwicklung und den gestiegenen Arbeitskräftebedarf, fanden mehr arbeitslose Menschen wieder einen neuen Job. Insgesamt 1.520 Wuppertaler und damit rund 24 Prozent mehr als im Mai 2009 fanden eine neue Arbeit und konnten so ihre Arbeitslosigkeit beenden. Auf der anderen Seite meldeten sich in diesem Monat 1.339 Personen und damit rund zehn Prozent weniger arbeitslos, nachdem sie ihren Job aufgeben mussten.

Nach einer Arbeit, Maßnahme, Ausbildung oder sonstigen Unterbrechung meldeten sich in diesem Monat insgesamt 3.646 Wuppertaler bei der Agentur für Arbeit oder ARGE arbeitslos und sogar 4.375 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

 Weniger Kurzarbeit:

„Im Mai ist die Entspannung in der Kurzarbeit spürbar. Die wirtschaftlich verbesserte Situation hat Aufträge für die Wuppertaler Unternehmen gebracht, so dass einige wieder zur vollen Arbeit zurückkehren konnten“, erläutert Martin Klebe.

 Über 400 Wuppertaler Betriebe haben in den letzten Monaten für rund 12.000 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Aber wie viele nehmen die Kurzarbeit tatsächlich in Anspruch?

Ein Blick in die jetzt vorliegende Statistik für das erste Quartal 2010 zeigt, dass nur rund dreißig Prozent der Arbeitnehmer tatsächlich kurzarbeiten mussten und die Tendenz sinkt. Da die Unternehmer bis zum Quartalsende Zeit haben, das Kurzarbeitergeld mit der Agentur für Arbeit abzurechnen, liegen die Daten für das erste Quartal erst zeitverzögert vor.

 Im März 2010 arbeiteten 3.388 Menschen bei 307 Betrieben in Wuppertal kurz. Davon hatte rund die Hälfte aller Kurzarbeiter einen Arbeitsausfall von bis zu einem Viertel ihrer regulären Arbeitszeit. Nur sieben Prozent der Arbeitnehmer wurden wegen Kurzarbeit über die Dauer des ganzen Monats von der Arbeit freigestellt. Der Arbeitsausfall betrug im März durchschnittlich 35,8 Prozent. Kurzarbeit ist in Wuppertal überwiegend männlich, nur drei von zehn Kurzarbeitern sind Frauen.

 Die Betriebe müssen lt. Gesetz vor Beginn der Kurzarbeit eine Anzeige erstatten. Den hohe Unterschied zwischen angezeigter und tatsächlicher Kurzarbeit erklärt sich Martin Klebe folgendermaßen: „Die Kurzarbeit hat den Unternehmen Planungssicherheit gegeben und in unserer Region dazu beigetragen, dass sich der Arbeitsmarkt stabilisiert. Jetzt sieht es zwar besser aus, die Unternehmen  sind aber noch vorsichtig. Sie wissen nicht, wie sich die Auftragslage entwickelt und belassen es daher bei der angezeigten Kurzarbeit. “

Den vollständigen Arbeitsmarktreport gibt es unter  http://www.arbeitsagentur.de/Dienststellen/RD-NRW/Wuppertal/AA/Zahlen-Daten-Fakten/PDF/Arbeitsmarktreport-05-2010.pdf

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