Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Städtedreieck

Die Agentur für Arbeit hat bei ihrer gemeinsamen Jahrespressekonferenz zusammen mit den Jobcentern und den Kreishandwerkerschaften den Arbeits- und Ausbildungsmarkt 2025 im Bergischen Städtedreieck bilanziert und einen Ausblick auf die Herausforderungen des neuen Jahres gegeben.

Die sieben Vertreterinnen und Vertreter der Marktpartner (Agentur für Arbeit, Jobcenter und Kreishandwerkerschaften aus Remscheid, Solingen und Wuppertal vor einer Grafik der Wuppertaler Schwebebahn.Die Marktpartner ziehen an einem Strang – hier bei der Jahrespressekonferenz 2025 zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Von links: Bastian Eidloth, KHW Remscheid | Sven Heidkamp, JC Remscheid | Este Brugger, JC Solingen | Nathalie Schöndorf, AA Solingen-Wuppertal | Sascha Bomann, KHW Solingen-Wuppertal | Carmen Bartl-Zorn, IHK | Kristin Degener, JC Wuppertal | Foto: ©Agentur für Arbeit

Perspektiven schaffen – gemeinsam Chancen sichern!

In einer gemeinsamen Jahrespressekonferenz haben die Agentur für Arbeit, die Bergische Industrie- und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaften Remscheid und Solingen-Wuppertal sowie die Jobcenter Remscheid, Solingen und Wuppertal den Arbeits- und Ausbildungsmarkt 2025 im Bergischen Städtedreieck bilanziert und einen Ausblick auf die Herausforderungen des neuen Jahres gegeben.

Arbeitsmarkt: 

  • Herausfordernde Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt
  • Transformation bedingt einen steigenden Anpassungsdruck für Unternehmen und Beschäftigte sowie veränderte Qualifikationsanforderungen in nahezu allen Bereichen
  • Berufliche Weiterbildung ist der Schlüssel zum Erfolg für Beschäftigte und Unternehmen
  • Migration ist für Beschäftigung und Fachkräftesicherung unverzichtbar

Ausbildungsmarkt: 

  • Ausbildung ist die Fachkräftesicherung von morgen
  • Ausbildung schafft Zukunftsperspektiven – für Unternehmen wie für junge Menschen
  • Flexibilität ist ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Ausbildungssuche
Die Logos der Marktpartner im Bergischen Städtedreieck: Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, Jobcenter Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie die Kreishandwerkerschaften Remscheid und Solingen-WuppertalDie Logos der Marktpartner im Bergischen Städtedreieck ©Agentur für Arbeit

Arbeitsmarkt: Stabile Basis trotz steigender Arbeitslosigkeit

Der Arbeitsmarkt im Bergischen Städtedreieck zeigte sich im Jahr 2025 insgesamt stabil, auch wenn die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt gestiegen ist. Gleichzeitig sank die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung leicht und liegt aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Der anhaltende Fachkräftebedarf verdeutlicht den strukturellen Wandel, vor dem die Region steht. Zuwanderung leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung von Beschäftigung und Fachkräftesicherung.

„Der Arbeitsmarkt steht vor großen Herausforderungen zugleich eröffnen sich weiterhin vielfältige Chancen. Entscheidend ist, Menschen gezielt zu qualifizieren und Unternehmen bei der Sicherung ihres Fachkräftebedarfs zu unterstützen.  Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten bleibt Ausbildung ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Betriebe, während Transformation und Digitalisierung den Bedarf an Qualifizierung zusätzlich erhöhen. Gemeinsam setzen wir daher auf Weiterbildung und umfassende Beratung, um Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten und aufzubauen. Das Engagement der Betriebe ist weiterhin deutlich spürbar. Unser Ziel ist es, Menschen dauerhaft in Arbeit zu bringen und tragfähige berufliche Perspektiven zu schaffen – im Schulterschluss mit allen Partnern des Arbeits- und Ausbildungsmarktes“, betont die Vorsitzende der Geschäftsführung Nathalie Schöndorf.

Ausbildung: Chancen für Jugendliche – Betriebe bleiben engagiert

Auf dem Ausbildungsmarkt zeigt sich erneut ein Spannungsfeld: Während die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber gestiegen ist, ging die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen zurück. Gleichzeitig sank die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen deutlich – ein Zeichen für das weiterhin hohe Engagement vieler Betriebe, junge Menschen auszubilden. Der Rückgang neu eingetragener Ausbildungsverträge fällt im Bergischen Städtedreieck geringer aus als im NRW-Durchschnitt.

„Der Blick über den Tellerrand lohnt sich weiterhin und junge Erwachsene sollten die vielfältigen Beratungsmöglichkeiten der Marktpartner und insbesondere die der Berufsberatung und in den Jugendberufsagenturen unbedingt nutzen“, so Nathalie Schöndorf.

„Der Rückgang der Ausbildungsverträge im Bergischen Städtedreieck darf nicht als mangelndes Engagement der Betriebe interpretiert, werden“, betont Carmen Bartl-Zorn, Geschäftsführerin der Bergischen IHK. „Vielmehr handelt es sich um eine Folge der aktuellen wirtschaftlichen Situation, insbesondere leidet die Metallindustrie und dies führt zu Beschäftigungs- und Ausbildungsplatzabbau. Gleichzeitig müssen wir als Region aktiv gegensteuern, um die Ausbildung und den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Eine qualitativ hochwertige Ausbildung bleibt für die Unternehmen entscheidend, um die Fachkräfte von morgen zu sichern.“

Berufs- und Studienorientierungsangebote im Bergischen Städtedreieck

Das Bergische Städtedreieck bietet Schülern ab Klasse 8, Lehrkräften und Eltern eine breite Palette an Berufs- und Studienorientierungsangeboten. Zahlreiche Angebote von verschiedenen Akteuren, darunter die Bergische IHK, die Arbeitsagentur Solingen-Wuppertal, die Kreishandwerkerschaften Solingen-Wuppertal und Remscheid, die Jobcenter Wuppertal, Solingen und Remscheid, die Bergische Universität Wuppertal sowie die Kommunalen Koordinierungen Übergang Schule-Beruf der Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid, sind nun unter Marke „Abflug in Ausbildung“ gebündelt. Sie zielen darauf ab, die Wege von der Schule in den Beruf umfassend aufzuzeigen.

Viele dieser Angebote sind jedoch wenig bekannt. Um Schülern, Lehrern und Eltern bei der Orientierung zu helfen, wurde eine Online-Übersicht erstellt. Diese beinhaltet Termine wie Bewerberdatings, Ausbildungsbörsen, Praxisschnuppertage und generelle Informationen. Die Angebote für das Jahr 2026 sind auf der Webseite www.bergische.ihk.de | Dok: 5407978 verfügbar.

Das Loge der Bergischen Ausbildungsinitiative "Abflug in Ausbildung"@Logo der Bergischen Ausbildungsinitiative ©Bergische IHK

Integration und Qualifizierung bleiben zentrale Aufgaben

Die Jobcenter der Region konnten trotz herausfordernder Rahmenbedingungen viele Menschen erfolgreich in Arbeit und Ausbildung integrieren. Im Jahr 2025 gelang es, rund ein Fünftel der erwerbsfähigen Bürgergeldbeziehenden im Bergischen Städtedreieck in Beschäftigung oder Ausbildung zu bringen. Qualifizierung, individuelle Beratung und enge Zusammenarbeit mit Arbeitgebern spielen dabei eine zentrale Rolle.

„Das Jahr 2025 war für uns als Wuppertaler Jobcenter sowohl von Mittelkürzungen im Ein-gliederungshaushalt als auch von der unsicheren politischen Situation um eine neue Grundsicherung geprägt. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen ist es uns gelungen, deutlich mehr Menschen nachhaltig in Arbeit zu bringen als noch im Jahr davor“, ordnet Kristin Degener, Vorstandsvorsitzende der Jobcenter Wuppertal AöR, stellvertretend für die drei Jobcenter der Region ein.

Handwerk: Ausbildung gewinnt weiter an Attraktivität

Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal

Die Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal erlebt wieder häufiger, dass die klaren und konkreten Perspektiven auf Können und Erschaffen, die das Handwerk bietet, bei den jungen Menschen attraktiver werden.  Vor allem die stark in der Klima-Transformation engagierten großen Ausbildungsberufe in der Elektro-, der Anlagen-, Heizungs- und Klimatechnik und der Kfz-Mechatronik sehen aktuell wachsende Zahlen bei den Neuaufnahmen und sind gut in Richtung einer bedarfsgerechten Versorgung mit Nachwuchskräften unterwegs. Positiv zu erwähnen ist in diesem Jahr das Dachdeckerhandwerk, hier starteten über 40 junge Menschen in die Ausbildung, so viele wie schon lange nicht mehr. Aufgabe der Kreishandwerkerschaften wird es auch sein, die neuen Auszubildenen erfolgreich zu ihren Gesellenprüfungen zu führen, denn die Fachkräfte von morgen werden dringend benötigt.

„Das Interesse bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen an einer betrieblichen Ausbildung war auch in diesem Jahr hoch. Diese positive Entwicklung steht im engen Zusammenhang zu unserem gemeinsamen Engagement, mehr persönliches Erleben durch Praktika zu schaffen. Die Unternehmen haben zahlreiche Praktikumsplätze zur Verfügung gestellt und den jungen Menschen ermöglicht, an einzelnen Tagen in den Echtbetrieb reinzuschnuppern. Man muss mit anpacken, um herauszufinden, wie sich Handwerk anfühlt und ob es Spaß macht“, betont Sascha Bomann, Geschäftsführer der Berufsausbildungsabteilung der Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal.

Kreishandwerkerschaft Remscheid

Auch in Remscheid bleibt Ausbildung ein zentraler Erfolgsfaktor. Hier verzeichnet die Kreishandwerkerschaft Remscheid sowohl in handwerklichen, wie auch in kaufmännischen Ausbildungsberufen gleichbleibende Ausbildungszahlen. In den „grünen“ Ausbildungsberufen, wie zum Beispiel Anlagenmechaniker/in SHK, Dachdecker/in, Elektroniker/in für Energie und Gebäudetechnik ist die Tendenz der Ausbildungszahlen stabile bis steigend. Wie auch die Nachbarstädte verfolgt die Kreishandwerkerschaft Remscheid mit ihren Ausbildungsbotschaftern in enger Kooperation mit den Schulen, den Berufskollegs und der Bergischen IHK das Ziel, junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Hierfür sind sowohl digitale Kompetenzen, als auch handwerkliches Geschick und eine gute Schulbildung erforderlich.

 

„Das Remscheider Handwerk steht vor zunehmenden Herausforderungen, wie den Fachkräftemangel, steigendem Wettbewerbsdruck und zunehmende Digitalisierung. Gleichzeitig bieten qualitativ hochwertige berufliche Ausbildungen und praxisnahe Förderungen etablierten Betrieben klare Wettbewerbsvorteile und eine sichere Nachwuchsgrundlage für die regionale Wirtschaft“, ergänzt Bastian Eidloth, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Remscheid.

Gemeinsame Aktionen auch 2026 im Fokus

Die Marktpartner werden ihre enge Zusammenarbeit im neuen Jahr weiter ausbauen. Geplant sind unter anderem wieder gemeinsame Ausbildungsbörsen, Bewerberdatings, Schulhofaktionen, Elternabende, Vermittlungstage sowie gezielte Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Jugendliche, Arbeitsuchende und Betriebe.

→Die detaillierte Presseinformation finden Sie auf der Internetseite der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal.

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