27.08.2010

Loveparade Peter Jung Stadtverwaltung Veranstaltungen

Stadt Wuppertal zieht Konsequenzen aus Loveparade-Unglück

Oberbürgermeister Peter Jung hat angeordnet, dass die Stadtverwaltung ihre Praxis bei der Genehmigung von Veranstaltungen überarbeitet. Künftig soll nur noch eine Fachdienststelle im Rathaus "eine gebündelte Genehmigung" erteilen. Lesen Sie hier die Erklärung Jungs im Wortlaut.

NRW-Tag 2008
So reibungslos wie der „NRW-Tag“ 2008 (Foto) oder die im Fünfjahresrhythmus stattfinden „Langen Tische“ sollen auch künftige Großveranstaltungen in Wuppertal verlaufen.

Die dramatischen Ereignisse bei der Loveparade in Duisburg, bei der 21 junge Menschen ihr Leben verloren und viele verletzt wurden, hat uns alle betroffen und traurig gemacht. Auch bei uns in Wuppertal finden regelmäßig größere Veranstaltungen – wie zum Beispiel der Vohwinkeler Flohmarkt – statt, die viele Besucher anziehen und deren geregelter und sicherer Ablauf genauestens geplant werden muss.

Selbstverständlich haben wir uns daher direkt nach den schrecklichen Ereignissen von Duisburg die Frage gestellt, ob wir für die großen Feste in unserer Stadt Konsequenzen ziehen und Maßnahmen ergreifen müssen – und wenn ja, welche. Ich habe daher unmittelbar nach meinem Urlaub alle mit den Abläufen und Genehmigungen für Veranstaltungen befassten Fachdienststellen der Stadtverwaltung zu einem Gespräch an meinem Tisch gebeten.

Alle Beteiligten haben mir ausdrücklich erklärt, dass die Sicherheit einer Veranstaltung in jedem Fall oberste Priorität hat und in Wuppertal auch konsequent danach gehandelt wird. Bereits seit vielen Jahren wird für jede hier stattfindende Veranstaltung ein Sicherheitskonzept aufgestellt, das von der Feuerwehr beurteilt und dann mit dem Veranstalter verbindlich vereinbart wird.

Gleichwohl haben wir erkannt, dass Schwierigkeiten dadurch auftreten können, dass die durch die Veranstalter einzureichenden notwendigen Anträge und Unterlagen teilweise erst recht kurzfristig vorliegen und so vor der Durchführung ein erheblicher Zeit- und Entscheidungsdruck entstehen kann. Das wollen und müssen wir künftig vermeiden! Ich habe daher auch meinerseits noch einmal in aller Deutlichkeit festgelegt: Die Sicherheit von Veranstaltungen steht immer im Vordergrund und muss mit höchster Priorität beachtet werden! Es gilt die Anweisung, dass alle Fachdienststellen ihre Planungen und Genehmigungen ohne Ausnahme auf diesen Grundsatz ausrichten müssen!

Ich habe dafür eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die einen Leitfaden konzipiert, der das Anforderungsprofil für die einzelnen Veranstaltungen in unserer Stadt beschreibt und verbindlich festlegt. Dabei halte ich das Ziel für sinnvoll, dass zukünftig für größere Veranstaltungen eine gebündelte Genehmigung aus der Hand einer verantwortlichen Fachdienststelle erteilt wird, die alle Aspekte und (Sicherheits-) Anforderungen umfasst, die im Vorfeld mit allen Beteiligten abgestimmt und koordiniert wurden.

Diesen Leitfaden werden wir dann Ende dieses Jahres den Veranstaltern der hier stattfindenden größeren Feste vorstellen. Auch wenn wir bereits jetzt mit unserer Genehmigungspraxis in Wuppertal einen hohen Standard erreicht haben, wird dieser Leitfaden und das künftige Handeln danach eine weitere Optimierung der Veranstaltungssicherheit mit sich bringen – damit die Menschen die Feste in unserer Stadt auch weiterhin unbeschwert und sicher genießen können.

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Quelle: Stadt Wuppertal
Foto: Georg Sander

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Kommentare

  1. David sagt:

    Konsequenzen hat man glaube keine gezogen.. am 29.04.2011 wurde auf dem Bahnhof Wuppertal Oberbarmen die Loveparade von der Bahn gesponsored.. alle Fahrgäste des RE7 mussten durch den tollen tunnel um festzustellen.. der Durchsatz ist zu klein.. Dann schubbsen wir uns tot.. Glücklicherweise kam dabei diesmal keiner ums leben..

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