04.12.2009

Hörsaalbesetzung Streik Studenten

Uni brennt! Hörsaal 21 besetzt!

Seit dem 20.11.2009 ist der Hörsaal 21 (HS21) der Bergischen Universität Wuppertal besetzt.

Da sich der Zustand bis zum heutigen Tag nicht geändert hat:

Pressemitteilung vom Mittwoch 20.11.2009, 23:09:21 Uhr:

Heute haben die Studierenden der Bergischen Universität Wuppertal beim offenem Plenum zum Bildungsstreik die Besetzung des Hörsaals 21 beschlossen. Die Verwaltung der Universität sicherte zu, den Hörsaal nicht räumen zu lassen. Etwa 40 Studierende übernachten im Hörsaal.

transparente

Es geht darum sich mit den streikenden Studierenden der anderen Universitäten in ganz Europa zu solidarisieren, den zentralen Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks Nachdruck zu verleihen und für eine gute Lehre an der Universität Wuppertal zu kämpfen. Die Streikenden betonten, friedlich zu bleiben und keine Vorlesungen zu blockieren.

Um keine Veranstaltungen zu blockieren, wurden bereits die Dozenten kontaktiert, die morgen in diesem Hörsaal sind, um mit Ihnen zu kooperieren: während der Besetzung können die Vorlesungen stattfinden und die Dozenten werden gebeten, den Bildungsstreik zu thematisieren und mit uns in einen Dialog treten. In der Zeit, in der der Hörsaal nicht genutzt wird, wird ein Programm mit offenen Plenen und Diskussionen stattfinden. Dazu sind alle Dozenten und Studenten eingeladen.

Das erste offene Plenum findet morgen, am 19.11.09, um 16 Uhr statt.

Es wurde vereinbart, dass Arbeitsgruppen Positionspapiere zu hochschulpolitischen Themen und Forderungen erarbeiten sollen.

Wir werden Sie über den weiteren Verlauf informieren. Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zu Verfügung. Per E-Mail sind wir unter hs-21@web.de zu erreichen.

http://bildungsstreikwuppertal.wordpress.com/

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Kommentare

  1. Andrea sagt:

    Gegen den tatsächlich existierenden Notstand zu protestieren halte ich für nicht nur angebracht, sondern seit Jahren für zwingend notwendig. Die leeren Worthülsen und das konsequenzfreie Gerede von „mehr Geld für Bildung“ vor jeder Wahl aus allen politischen Lagern sind kaum noch aushalten. Allerdings würde ich mir wünschen, dass die Protestierenden auch wirklich an Diskussionen interessiert sind und man in den Nachrichten eben nicht hören muss, dass der Politiker XY bei seinem Besuch der Uni nur niedergeschrien wurde, statt dass man die Forderungen deutlich und klar formuliert hätte. So hört keiner (gerne) zu…
    An Schulen und Universitäten sind seit Jahrzehnten die Klassenstärken zu hoch, die Vorlesungssäle und Seminare zu voll, die Lehrer und Professoren in einer viel zu großen Anzahl völlig demotiviert und die pädagogischen Fähigkeiten tendieren gegen NULL. Weiterbildungsmaßnahmen und die praktische Ausrichtung auch der Lehrenden scheinen entweder nicht existent zu sein oder einfach nicht angewendet zu werden. Gebäude und Mobiliar sind streckenweise so alt, dass Großeltern, die die Einschulung ihrer Enkel begleiten, entsetzt feststellen, dass sie schon dieselben Toiletten benutzten und an genau „DEM“ Tisch saßen! Und der Druck aus den Ministerien auf die Lehrerschaft ist auch nicht förderlich, wenn man nicht den engagierten, Kinder liebenden Lehrer/innen ihren Beruf gänzlich vergällen will. Heute „hüh“ und morgen „hott“ und das heimische Büro dürfen Lehrer auch nicht mehr absetzen, in der Schule gibt’s keins und der Untericht soll nun am Küchentisch vorbereitet werden. Aber nein, was rede ich denn: Lehrer haben laut Volkes Meinung ja nur einen Halbtagesjob und 12 Wochen Ferien im Jahr…
    Und die Professoren an den öffentlichen Unis und FHs? Schon in den 80ern und 90ern war ein Großteil mit der Praxis gar nicht (mehr) in Berührung. Ich habe 1988 in EDV mit Skipten von 1982 gearbeitet, die der Prof uns aushändigte!
    Und schon bei uns saßen die Leute auf den Stufen rechts und links der Sitzreihen.
    Und wie sieht die Reaktion der Regierenden auf die Pisa-Studien aus? Das einzige, was bei uns – den Eltern, Schülern und Studenten – ankommt, ist die Konsequenz „G8“. Nun werden also im Jahr 2013 doppelt so viele junge Menschen die Gymnasien verlassen, sich auf die jetzt schon überfüllten Universitäten und bis dahin sicher noch weiter reduzierten Ausbildungsplätze stürzen und die 2-Klassen-Gesellschaft weiter zementieren. Denn nur die mit dem nötigen Kleingeld werden ihre Sprösslinge dann mal ein Jahr ins Ausland oder auf Privatuniversitäten schicken. Aber vielleicht vertraut man auch darauf, dass die Kinder den enormen Druck, ein Abitur bei unveränderten Rahmenbedingungen in einem Jahr weniger zu schaffen, gar nicht aushalten? Dann kämen doch nicht so viele Schüler 2013 auf den „Markt“…
    Um ganz böse zu sein: vielleicht ticken dann noch mehr Schüler aus, nehmen Suizide und Gewalttaten angesichts steigender Perspektivlosigkeit zu…?
    Wo will unsere Gesellschaft – wo wollen wir eigentlich hin?

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