30.11.2022

Neue Mobilstation soll die Verkehrswende in Wuppertal vorantreiben

Die neue Mobilstation in der Wiesenstraße in Wuppertal wurde am 29. November 2022 der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben.

Die neue Mobilstation Wiesenstraße wurde am 29. November 2022 von Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, zusammen mit dem Bau- und Klimaschutz-Dezernenten der Stadt Wuppertal, Arno Minas, und Bezirksbürgermeister Thomas Kring im Quartier Mirke der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben. Zentrale Elemente dieser Mobilstation sind eine Fahrradgarage für 12 (E-)Bikes und 6 Lastenräder, drei Stellplätze für Carsharing-Fahrzeuge und eine direkte Anbindung an den ÖPNV. „Wuppertal ist dabei Pionier, die Mobilstationen in die Quartiere zu bringen“, hob der Minister hervor. „Es ist etwas Neues, was in Wuppertal geschaffen wird.“

Fotograf: Max Höllwarth

Damit ist ein wesentliches Etappenziel des seit November 2021 laufenden und von Land und EU-geförderten EFRE-Projekts „MiQ – Mobilstationen im Quartier“ erreicht.

In diesem Verbundprojekt beschäftigen sich das Wuppertal Institut, die Bergische Universität Wuppertal, die Neue Effizienz gGmbH und der Verein Unternehmer/innen für die Nordstadt e.V. mit der Frage, inwieweit Mobilstationen den Straßenraum von Autos und Anlieferverkehr entlasten und gleichzeitig die Mobilität der Anwohner*innen verbessern können. „Mobilstationen sind ein wichtiger Baustein der Verkehrswende. Sie machen nachhaltige Mobilität einfacher und attraktiver, weil sie verschiedene Mobilitätsangebote an einem Ort bündeln“, sagen Thorsten Koska und Prof. Dr.-Ing. Oscar Reutter vom Wuppertal Institut.

In einem umfangreichen Beteiligungsprozess wurden die Anwohner*innen sowohl in die Standortsuche als auch in die Ausstattung der Station miteinbezogen. „Wir waren erstaunt, auf wie viel positives Interesse wir gestoßen sind. Zwei gut besuchte Quartierskonferenzen, unzählige Gespräche und Interviews machten die Bedarfe der Anwohner*innen deutlich und führten zu konkreten Veränderungen der Planungen“, sagt Thomas Weyland vom Stadtteilverein Unternehmer/innen für die Nordstadt e.V. „So wurde die Fahrradgarage u. a. gegenüber der ursprünglichen Planung um 6 Stellplätze für Lastenbikes erweitert.“

Fotograf: Max Höllwarth

Die vielen Anregungen der Nachbar*innen, die Station um weitere Funktionen wie zum Beispiel Paketstationen oder Reparaturmöglichkeiten zu erweitern, zeigen, dass ein möglicher Ausbau zu einem Quartiers-Hub einer konkreten Nachfrage entspringt. Die Ideen wurden zudem in Expertenworkshops mit Teilnehmenden aus der gesamten Republik weiterentwickelt, insbesondere in Bezug auf neuartige Betreibermodelle.

„Die Erfahrungen aus anderen Bundesländern zeigen, dass weitere Service-Funktionen oftmals an der fehlenden Finanzierung scheitern. Dennoch sind wir optimistisch, dass die erarbeiteten Blaupausen für das Ausrollen von Mobilstationen und Quartiers-Hubs umsetzbar sind. Dieses gilt besonders, wenn sie nicht nur die öffentliche Hand, sondern auch ansässige Unternehmen als Möglichmacher einbeziehen“, sagt Jochen Stiebel von der Neuen Effizienz gGmbH.

Prof. Dr.-Ing. Ulrike Reutter vom Lehrstuhl für Öffentliche Verkehrssysteme und Mobilitätsmanagement der Bergischen Universität Wuppertal lobt die hervorragende Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten: „Die Zustimmung und Kooperationsbereitschaft der Bezirksvertretung Elberfeld, der Stadtverwaltung Wuppertal, der Wuppertaler Stadtwerke und von Cambio Carsharing ermutigt uns, weitere Mobilitätswende-Projekte gemeinschaftlich anzustoßen.“

Fotograf: Max Höllwarth

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