Kirche an der Uni

Sie ist offen für alle, die an der Bergischen Universität Wuppertal studieren und arbeiten. Was "Kirche an der Uni" ausmacht, erklärt Studierendenpfarrerin Dr. Claudia Andrews in ihrer WZ-Kolumne.


Sie ist offen für alle, die an der Bergischen Universität Wuppertal studieren und arbeiten. Was „Kirche an der Uni“ ausmacht, erklärt Studierendenpfarrerin Dr. Claudia Andrews in ihrer WZ-Kolumne.

In diesem Sommer feiert die Bergische Universität ihr 50-jähriges Bestehen. Und „Kirche an der Uni“ feiert mit, denn sie gehört dazu. Ihr Haus befindet sich neben dem Haupteingang auf dem Campus Grifflenberg. Dort sind die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) und Katholische Hochschulgemeinde (KHG) unter einem Dach. Geschaffen wird hier ein „Safe Space“ für religiöse und säkulare Menschen unterschiedlicher Kulturen, offen für alle, die anderen mit Interesse und unvoreingenommen begegnen. Die Architektur unterstützt den Auftrag der Kirche, von der Menschenfreundlichkeit Gottes zu sprechen: Die Räume sind von Licht durchflutet – und lassen sich prima lüften. Das ermöglicht auch in Zeiten der Pandemie das Da-Sein für Studierende und Mitarbeitende der Hochschule.

Sozialer Raum auf dem Campus

„Kirche an der Uni“ ist dort, wo rund 23.000 Studierende und 4.000 Mitarbeitende arbeiten und leben. Hier treffen sich fachübergreifend Uni-Angehörige aller Statusgruppen. In Kooperation mit verschiedenen Instituten der Uni finden werktags Lunch-Time-Talks, Vorträge und Workshops statt. Studierende finden hier Raum, den sie selber gestalten. Sie können sich treffen, Spaß haben, lernen. Stille finden sie in der Kapelle, in der zum Beispiel „20 Minuten Achtsamkeit“ oder Zen-Meditation angeboten werden.

Einzelne sehen und begleiten

Im Mittelpunkt des Uni-Alltags stehen Lernen, Lehre, Forschung und der Transfer von Wissen in die Praxis zur Gestaltung unserer Gesellschaft. Als „Kirche an der Uni“ bieten wir Freiraum, um individuellen Fragen nach Identität und dem eigenen Platz in dieser Welt nachzugehen. In vertraulichen Gesprächen haben persönliche Themen Raum, etwa Fragen nach Orientierung an Übergängen von Lebensphasen, Lebensdeutung und Sinn, nach dem Umgang mit Krankheit und Tod, Möglichkeiten der Bewältigung von Leistungsdruck oder Beziehungskrisen.

Stille finden in der Kapelle: Auch dazu lädt „Kirche an der Uni“ ein

Die alltagsnahe seelsorgliche Begleitung von Menschen ist die „Muttersprache der Kirche“. Als Christen sind wir überzeugt: Jeder Mensch ist bedingungslos von Gott geliebt. Jeder und jede hat Talente und ist berufen, diese in die Gestaltung der Gesellschaft einzubringen. Wozu Gott Menschen beruft, dazu befähigt er sie auch: Gott ist nie versiegende Quelle von Kraft und Liebe, aus der alle eingeladen sind zu leben. In dieser Haltung begegnen und begleiten wir als „Kirche an der Uni“ Studierende, Lehrende und Mitarbeitende der Universität.

Hochschule als Lernort für Kirche

Die Hochschule ist ein zukunftsorientierter gesellschaftlicher Mikrokosmos. ESG und KHG sind auf dem Campus verlässlich präsent und verändern sich mit jeder neuen Generation von Studierenden. Als Kirche können wir in diesem Umfeld mit hoher Veränderungsbereitschaft selber lernen, alltagsnah bei den Menschen zu sein und die Botschaft von der Menschenfreundlichkeit Gottes immer neu auszubuchstabieren, damit sie junge Menschen befreit und zu verantwortlichem Leben stärkt.

Lerntempo der Uni aufnehmen

Es stünde den Kirchen als Gesamtinstitutionen gut zu Gesicht, verstärkt das Lerntempo der Unis aufzunehmen. Als ESG und KHG versuchen wir das. Wie gut uns das gelingt, mögen andere beurteilen. Die Aufforderung zu Tempo ist jedenfalls biblisch belegt: „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ heißt es in Psalm 34. Damit ist auch ein Qualitätsziel für Kirchenentwicklung benannt, das im Übrigen über die Kirche weit hinausweist: Frieden.


Dr. Claudia Andrews ist Pfarrerin der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) an der Bergischen Universität Wuppertal.

Der Text ist bereits erschienen in der WZ am 22. Juli 2022.
Fotos: Sabine Damaschke

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