Gewaltige Herausforderung – Der Ausbildungsmarkt im Bergischen Städtedreieck

Die Bilanz der Ausbildungspartner zum Ausbildungsjahr 2021 fällt gemischt aus. Es wird mithin mehr denn je darum gehen, die Jugendlichen frühzeitig und im besten Fall persönlich zu erreichen ...

  • Ausbildungsmarkt gegenüber Vorjahr leicht verbessert, aber noch deutlich unter Vorkrisenniveau
  • Weiter rückläufige Bewerberzahlen
  • Stellenangebot weitgehend stabil
  • Starke strukturelle Veränderungen in den Ausbildungsmärkten Solingen und Remscheid
  • Folgen der Pandemie haben längerfristige Auswirkungen
  • Gemeinsame Kraftanstrengung aller Akteure erforderlich

 

Die Bilanz der Ausbildungspartner zum Ausbildungsjahr 2021 fällt gemischt aus. So hat sich die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge gegenüber dem Vorjahr nach vorläufigen Berechnungen um rund 130 erhöht. Die Bergische IHK konnte bis zum 31.12.2021 2058 neue Ausbildungsverträge; ein Plus von 4 Prozent (Vorjahr   minus 11,8 Prozent) verzeichnen. Die Kreishandwerkerschaft Solingen – Wuppertal kommt auf 589 (Vorjahr 520 / ein Plus von 13,3 Prozent) eingetragene Ausbildungsverträge, die Kreishandwerkerschaft Remscheid auf 154 (Vorjahr 167). Wie im Vorjahr sind viele Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben.

Auf Bewerberseite hat sich die Zahl der unversorgten Jugendlichen zum Stichtag 30.09.2021 gegenüber dem Vorjahr wieder verringert. Ursächlich hierfür ist neben dem nahezu konstanten Ausbildungsplatzangebot vor allem ein erneuter spürbarer Rückgang der Bewerberinnen und Bewerber. Im sog. 5. Ausbildungsquartal (Okt. – Dez. 2021) ist es immerhin gelungen, von den 342 unversorgt Gebliebenen Ende September noch 207 Jugendlichen eine Anschlussperspektive zu verschaffen. Die 135 nicht vermittelten Jugendlichen wurden in das laufende Ausbildungsjahr übernommen.

Im bereits seit einigen Monaten laufenden Ausbildungsjahr verstärken sich die Anzeichen, dass der Ausbildungsmarkt mit längerfristigen Folgen der Pandemie rechnen muss. So konnten durch die Lock – Down – Phasen in den vergangenen zwei Jahren weite Teile der Berufsorientierung wie die vielfältigen Informationsangebote der Berufsberatung und vor allem die Berufsfelderkundungen und Praktika zum Teil gar nicht oder nur sehr eingeschränkt durchgeführt werden. In den aktuellen Schulabgangsklassen zeigt sich, dass viele Schülerinnen und Schüler hinter dem zu diesem Zeitpunkt üblichen Stand ihrer Entwicklung zurückstehen.

Die unverändert hohen Herausforderungen für die Organisation und Aufrechterhaltung des Betriebs an den Schulen bleiben nicht ohne Auswirkung auf die Nutzung der Beratungsangebote durch die Schülerinnen und Schüler. Vor allem in den Abschlussjahrgängen steht noch stärker als sonst die Vorbereitung auf die Prüfungen im Fokus der Jugendlichen. Auch berichten die Beratungsfachkräfte von einer erhöhten Anzahl von Jugendlichen mit psychischen Problemen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Zahl der Schulabgänger in den kommenden Jahren weiter zurückgehen wird und sich so das Potenzial für den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs weiter verringert.

„Es wird mithin mehr denn je darum gehen, die Jugendlichen frühzeitig und im besten Fall persönlich zu erreichen, für die immer besser werdenden Möglichkeiten im Ausbildungsmarkt auch bei den Eltern zu werben und die Unterstützungsmöglichkeiten am Übergang Schule Beruf kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu intensivieren“ sind sich Carmen Bartl-Zorn, Geschäftsführerin der Bergischen IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid (IHK), Sascha Bomann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal, Fred Schulz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Remscheid und Martin Klebe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, einig.

„Am allerwichtigsten wird es jedoch sein, dass wir alle gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern, den kommunalen Koordinierungen, den Jobcentern, den Verbänden und Gewerkschaften an einem Strang ziehen, um möglichst schnell die Folgen der Pandemie zu überwinden. Die Ziele sind unverändert – jedem Schulabgänger eine tragfähige Anschlussperspektive zu verschaffen und die verfügbaren Ausbildungsstellen soweit als möglich mit einem passenden Bewerber zu besetzen“ unterstreichen die Vertreter des örtlichen Handwerks, der IHK und der Agentur für Arbeit.

 

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