28.08.2020

Lindh kritisiert: Aufhebung der Maskenpflicht ersetzt kein Krisenkonzept

Der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete Helge Lindh kritisiert die Entscheidung des Landes NRW zur Aussetzung der Maskenpflicht im Unterricht.

Helge LindhHelge Lindh ©SPD-Parteivorstand/ Susie Knoll

Die Bund-Länder-Einigungen dieser Woche seien grundsätzlich ein wichtiges Signal, dass bewusste Vorsicht zur Eindämmung der Pandemie weiterhin das Gebot der Stunde sei. Die leichtfertige Aussetzung einer vergleichsweise einfachen Maßnahme zur Verringerung der Infektionsgefahr widerspreche dem Geist der föderalen Beschlüsse:

„Wir sind es den Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern schuldig, dass erneute Schulschließungen unter allen Umständen vermieden werden. Das Tragen einer Maske mag nicht angenehm sein, ist aber vergleichsweise simpel und wirksam zugleich. Nicht ohne Grund stimmte die Bund-Länder-Konferenz ein vorsichtiges Vorgehen ab, um einen erneuten Lockdown ab Herbst zu vermeiden. Die Ausbreitung der Virus ist längst nicht gestoppt und muss aufmerksam verfolgt werden.

Vorsicht und Umsicht sind wir aber auch den vielen Beschäftigten und Solo-Selbstständigen schuldig, die um ihre Existenz fürchten oder ihren Arbeitsplatz verloren haben. Die Leichtfertigkeit der einen ist zugleich der potentielle Schaden der besonders Betroffenen. Während es eine simple Maßnahme aussetzt, fehlt dem Land NRW immer noch eine flächendeckende Strategie. Zahlenregulierung, Einbindung von Schüler- und Elternschaft und Raumkonzepte fehlen.

Gerade in Krisenzeiten ist die Kommunikation, Vermittlung und Diskussion politischer Entscheidungen von elementarer Bedeutung. Ein hin und her ohne hinreichende Begründungen schadet am Ende der Akzeptanz der Maßnahmen.“

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Kommentare

  1. Susanne Zweig sagt:

    Wir sind es den Schülerinnen und Schülern in erster Linie schuldig, gute Lernbedingungen an den Schulen zu schaffen.

    Solo-Selbständige und Beschäftigte haben nichts mit der Maskenpflicht an Schulen zu tun. Aber wenn schon, dann sind wir Solo-Selbstständigen, die um ihre Existenz fürchten, einen maß- und rücksichtsvollen Einsatz von Corona-Schutzmaßnahmen schuldig. Für die Beschäftigten, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, ist es zu spät.

    Alles andere verdreht die Fakten.

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