17.04.2020

Schulen sollten nicht überhastet an den Start

Für die bevorstehende Öffnung der Schulen in NRW nach der durch Corona bedingten Zwangspause ...

Für die bevorstehende Öffnung der Schulen in NRW nach der durch Corona bedingten Zwangspause hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer ihre Vorstellungen dargelegt. Ab kommenden Montag (20.04) sollen alle einsatzfähigen Lehrkräfte ihren Dienst antreten. Ab Donnerstag (23.04) können Schülerinnen und Schüler, die vor Abschlussprüfungen stehen, dann im Rahmen einer freiwilligen Prüfungsvorbereitung die Schulen wieder besuchen. Obgleich man sich bundesweit darauf verständigt hat, erst ab dem 03.05. den Schulbetrieb wieder schrittweise in Gang zu setzen, prescht man in NRW vor.

Dazu die Wuppertaler Landtagsabgeordneten Dietmar Bell, Andreas Bialas und Josef Neumann:

„Ministerin Gebauer hat mit ihrer Absicht einer überhasteten Schulöffnung mehr Fragen hinterlassen, als beantwortet. Wie steht es um die Lehrer-Schüler-Relation vor dem Hintergrund des Kontaktverbots? Wie steht es um die Raumkapazitäten für entsprechend kleine Lerngruppen? Gibt es ausreichend einsatzfähige Lehrkräfte? Denn viele LehrerInnen, die zu Risikogruppen gehören, werden ihren Dienst nicht antreten können. Wie soll die Einhaltung der Hygienemaßnahmen gesichert werden? Für die hygienischen Voraussetzungen zur Wiedereröffnung der Schulen und den damit verbundenen Infektionsschutz müssen laut Gebauer allerdings allein die Schulträger Sorge tragen. Fragen zu den Rahmenbedingungen, unter denen der Schulbetrieb ab kommender Woche wieder aufgenommen und der Infektionsschutz gewährleistet werden soll, bleiben weitgehend unbeantwortet.

Die Befürchtung, dass einmal mehr jede Schule eigene Antworten für sich finden muss, ist groß. Auch die Wuppertaler Schulen sehen sich dadurch enormen Herausforderungen gegenüber, die sie kurzfristig bewältigen sollen.

Ebenso das Prinzip der Freiwilligkeit bei den Prüfungsvorbereitungen stiftet nur mehr Verunsicherung und sorgt bei den betroffenen Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern für unnötige Entscheidungsdruck.

Wir bedauern, dass die Landesregierung die drängendsten Fragen der Städte, Gemeinden und Schulen, nicht beantworten konnte. Eine eindeutige Klärung ist für sie aber zwingend notwendig – insbesondere bei Fragen zu Vorgaben und Unterstützung bei der Wiederaufnahme des Unterrichts sowie zur Klärung der Verantwortlichkeiten und Rechtssicherheiten bei der Umsetzung aller Maßnahmen.

Insbesondere im Zusammenhang mit dem Infektionsschutz blieben viele Fragen offen. Die Hygienebedingungen an den Schulen werden zum Dreh- und Angelpunkt. Es ist fahrlässig, dass die Schulministerin die Kommunen mit dieser zentralen Aufgabe jetzt alleine stehen lässt, ohne ihnen dafür entsprechende Richtlinien, sprich landesweite Standards, an die Hand zu geben. Insbesondere in dem Wissen, dass die Kultusministerkonferenz sich selbst Zeit bis zum 29. April gegeben hat, um ein Konzept zur Einhaltung der erforderlichen Hygiene zu erarbeiten. Das ist nicht besonders verantwortungsvoll. Es kann nicht sein, dass die Verantwortung bei den Kommunen und den Schulleitungen abgeladen werden.“

 

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