16.12.2019

100% EE EE-ADVENTSKALENDER fracking-Gas Handlungsoption LNG LNG-Positionspapier LNG-Terminals

16/24 Handlungsoption: 100% EE statt weiter fossil-atomar

Es liegt in der Verantwortung von uns allen, neben dem Betrieb auch Zulieferkette und Entsorgung zu hinterfragen und reflektiert zu handeln. EnergiE gibt es aus erneuerbaren Quellen - ohne klimaschädliche Treibhausgase und ohne hohe Risiken bzw. Schäden für Mensch/Mitwelt.

vordergründig unkritisch

 

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Fake

„(LNG-)Gas ist eine dringend benötigte Übergangs-Ressource.“

Fakt

LNG-Gas ist Flüssig-/Fracking-Gas und ähnlich risikobehaftet wie Atomkraft. Zudem schädigt dessen Erzeugung Mensch und Mitwelt. Last but not least ist das bei der Förderung, durch Leckage und Transport sowie schließlich durch Verbrennung frei gesetzte Methan in der Wirkung ein noch vielfach schlimmeres Treibhausgas als CO2! Auch wenn ein Teil davon am Produktionsort passiert, ist es keine wirklich gute Idee, (fossile) Kohle durch (fossiles) Gas ersetzen zu wollen. Es liegt in der Verantwortung von uns allen für diesen Planeten, auch z.B. die Zulieferkette zu hinterfragen und reflektiert zu handeln.

Dieser Artikel ist wirklich „sehenswert“. Mithilfe von speziellen Infrarotkameras hat ein Team der New York Times die enormen Methanemissionen in Erdgasanlagen in Texas sichtbar gemacht. Kriminell was da passiert. Und das Zeug will die Bundesregierung zukünftig verstärkt importieren, als LNG per Schiff und Terminals.
https://www.nytimes.com/interactive/2019/12/12/climate/texas-methane-super-emitters.html

Solche Leaks sind auch eine Erklärung für den rapide ansteigenden Methangehalt der Erdatmosphäre.

Deshalb brauchen wir für alle Importe von fossilen Energien nach Europa (solange es sie noch gibt) präzise, öffentlich verlässlich nachvollziehbare Studien zum Treibhausgas-Fußabdruck. Und eine entsprechende CO2- bzw. Treibhausgas-Steuer an der Grenze.

Klimaschädliches Metthan durch Leckage…

Am 22.11.2017 teilte ein Konsortium aus Wintershall, BP, Eni, Exxon Mobil, Repsol, Shell, Statoil und Total mit, „sich zu Senkung von Methanemissionen im Erdgassektor“ verpflichten zu wollen. Sie ließen wissen, dass schon die Umsetzung der „kosteneffizienten Maßnahmen zur Reduzierung der Methanemissionen …. die gleichen Auswirkungen auf den langfristigen Klimawandel wie die Schließung aller bestehenden Kohlekraftwerke in China“ haben würden. – Im Eifer herauszustellen, wie groß ihr löbliches Vorhaben doch sei, legten sie quasi „versehentlich“ die gewaltige Dimension der Methanemissionen offen.  –  Angesichts dieses Eingeständnisses der Verursacher selber, können die im Artikel dargestellten Erkenntnisse kaum überraschen. https://www.pv-magazine.de/2017/11/27/eingestaendnis-zwecks-image-politur-erdgas-industrie-gelobt-besserung/ 

Dazu positioniert sich auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sehr klar:  

„…trotz eines weiteren Hitzesommers, eindringlicher Appelle der Wissenschaft, zigtausenden Schülerinnen und Schülern auf der Straße, hat die Regierung immer noch nichts unternommen, um endlich eine ernsthafte Politik gegen den Klimawandel auf den Weg zu bringen. Stattdessen beschließt sie ein Klimapaket, das seinen Namen nicht verdient und tut alles dafür, dass wir das 1,5-Grad-Ziel grandios verfehlen:

Nicht ein einziges Kohlekraftwerk wurde in diesem Jahr abgeschaltet. Mit dem Mega-Kraftwerk Datteln 4 im Ruhrgebiet soll sogar noch ein neuer Kohlemeiler ans Netz gehen – das sind jährlich 4 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich!

Peter Altmaier treibt mit Hochdruck den Import von Fracking-Gas aus Trumps Amerika voran. An der norddeutschen Küste sollen drei neue Import-Terminals für Flüssiggas gebaut werden. Anstatt endlich aus Kohle, Öl und Gas auszusteigen und den Ausbau Erneuerbarer Energie zu beschleunigen, plant der Wirtschaftsminister weitere Hürden.“ (DUH-newsletter vom 13.12.2019)

Handlungsoption/en

Deutlich besser wäre es, den Ausbau der Erneuerbaren Energien deutlich zu beschleunigen, damit wir – ökologisch und sozial gerecht – schnellstmöglich umsteigen können auf 100% EnergiE aus Erneuerbare Quellen (EE)!

Bereits am 3. und am 7.12. haben wir thematisiert, dass die EU mit der Prosum-Richtlinie Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften fördern will. Warum die Bundesregierung dies gar nicht erst öffentlich macht, wissen wir nicht, lassen uns davon aber bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen etc. nicht ausbremsen. Gemeinsam retten wir unser Klima!

Ebenso wichtig wie der Blick nach vorn und der weitere Umstieg auf 100% EE ist es aber auch, auf die geplanten LNG-Terminals aufmerksam zu machen und dagegen zu protestieren, z.B. hier:

Gemeinsames POSITIONSPAPIER „LNG stoppen! Öffentliche Gelder besser für Erneuerbare und Speicherausbau!“

Während das Voranschreiten des Klimawandels stets dramatischer und die Energiewende dementsprechend dringlicher wird, strebt die Bundesregierung die Ablösung der Kohle ganz offensichtlich nicht durch erneuerbare Energien, sondern durch Erdgas an. Der politische Beschluß dazu war der Auslöser unseres „LNG-Positionspapiers“, das inzwischen von weit über 100 Organisationen, Unternehmen und Netzwerken mitgezeichnet wurde und weiter mitgezeichnet wird.

Wir fordern:

  • Rücknahme der LNG-Pläne und Umwidmung der dafür vorgesehenen öffentlichen Gelder für den Aufbau einer 100%igen Versorgung durch erneuerbare Energien – Sonne und Wind!
  • Schluss mit der Belastung von Mieterstrom und Eigenverbrauch mit der EEGUmlage! Die EEG-Umlage wurde erfunden, um die erneuerbaren Energien zu fördern. Es ist absurd, dass die erneuerbaren Energien ihre Förderung selber bezahlen sollen!
  • Schluss mit dem Ausschreibungsverfahren für Erneuerbare-Energien-Anlagen, das kapitalschwächere Bauwillige vom Zubau abhält! Wir wollen, brauchen und schaffen 100% EE, ökologisch-sozial gerecht, bürgernah, demokratisch, dezentral und schnellstmöglich!

Es ist die welthistorische Aufgabe von uns heute lebenden Menschen!

Dieses Positionspapier wurde im Juni 2019 initiiert durch den Rat des Bündnis BürgerEnergiE e.V. (BBEn) und wird unterstützt durch den EE-Runder Tisch https://www.dgs.de/fileadmin/newsletter/2019/LNG_stoppen.pdf

Wer noch mitzeichnen und weiterverbreiten möchte, ist zu beidem herzlich eingeladen..

DUH

„Wenn wir die amtierende Regierung jetzt nicht stoppen, ist das Klima nicht mehr zu retten. In 2020 werden wir uns dieser Politik der Klimazerstörung mit all unserer Kraft in den Weg stellen.“ Soweit die deutsche Umwelthilfe in ihrem newsletter vom 13.12.2019 mit eingeschlossenem Spendenaufruf:  Bitte helfen Sie uns heute mit Ihrer Spende.“

„Was jetzt dringend passieren muss:

  1. Kohleausstieg jetzt. Wir kämpfen dafür, dass Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Deshalb planen wir neue Klagen gegen Kraftwerke und den naturzerstörenden Braunkohletagebau, zum Beispiel in der Lausitz.
  2. Kein Fracking-Gas aus Trumps Amerika. Wir werden die drei geplanten Monsterterminals an der norddeutschen Küste durch unseren politischen und öffentlichen Protest stoppen, notfalls auch hier per Klage. Den Bau des Terminals in Brunsbüttel konnten wir bereits verzögern.
  3. Neustart für Sonnen- und Windkraft. Klimaschutz geht nur mit Erneuerbaren Energien. Deshalb werden wir eine Kampagne für einen naturverträglichen Neustart von Sonnen- und Windkraft starten. Die Erneuerbaren müssen in Deutschland ein rentabler Wirtschaftszweig bleiben.“

Wissenschaft

Fakt: 16.   Die Erderwärmung kommt hinzu: Bei unveränderten CO2-Emissionen könnten bis 2100 z. B. aus dem Amazonasbecken oder von den Galapagosinseln die Hälfte der Tier- und Pflanzenarten verschwinden (Warren et al., 2018). Auch für die tropischen Korallenriffe ist die Meereserwärmung der Hauptbedrohungsfaktor (Hughes et al., 2017 und 2018; IPCC 2018).https://www.scientists4future.org/stellungnahme/fakten/

vertiefende Studien der Energy-Watch-Group:

  • Erdgas beschleunigt den Klimawandel durch alarmierende Methanemissionen
    Umstellung von Kohle und Erdöl auf Erdgas erhöht Treibhauseffekt des Energieverbrauchs um rund 40%. http://energywatchgroup.org/erdgas-leistet-keinen-beitrag-zum-klimaschutz
  • Neue Studie: Globales Energiesystem mit 100% Erneuerbaren Energien
    Die neue Studieder Energy Watch Group und LUT University skizziert als erste ihrer Art ein 1,5°C Szenario mit einem kostengünstigen, sektorenübergreifenden und auf hoher Technologievielfalt beruhenden globalen 100% Erneuerbare-Energien-System, welches ohne negative CO2-Emissionstechnologien auskommt.

Impulse: EE Runder Tisch, pv-magazine, New York Times, DUH, EWG, S4F

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