17.04.2019

„Ein T-Shirt wirklich für 18 Cent genäht?“

Ein Aktionsbündnis wies anlässlich der Primark Eröffnung auf Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Textilwirtschaft hin.

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v.l.) Beate Haude und Bettina Hermes (Kirchenkreis Wuppertal) sowie Jörg Spitzer und Jochen Motte (VEM).

Am 16. April eröffnete der Textildiscounter PRIMARK seine Filiale am Wuppertaler Hauptbahnhof. Dies nahm die VEM zum Anlass, um mit der aktuellen Menschenrechtsaktion „Womit werden wir uns kleiden?“ zusammen mit Vertreterinnen des Kirchenkreises Wuppertal und anderen Organisationen um 9.30 Uhr vor den Toren des Ladenlokals zu erscheinen.

Ziel war es, die Passanten im persönlichen Gespräch über die oftmals menschenverachtenden Produktionsbedingungen in den Textilfabriken aufzuklären. Handelt es sich doch um ein Thema, das uns Verbraucherinnen und Verbrauchern buchstäblich auf der Haut liegt und beim Blick in die Textilfabriken dann unter dieselbe geht.

Das ausgelegte Kampagnenmaterial unter der Überschrift „Genäht von Anjana in Sri Lanka für 18 Cent“ will informieren und Handlungsmöglicheiten aufzeigen, da die in vielen Geschäften zu extrem niedrigen Preisen angebotene Kleidung oftmals auf Kosten der Näherinnen in den Textilfabriken am anderen Ende der Welt produziert wird.

Viele Gespräche bezogen sich auf das Kampagnenmotiv und den provozierenden Text darauf. Welche Auswirkungen hat unser Konsumverhalten auf Lebensbedingungen von Näherinnen in anderen Teilen der Welt? Brauchen wir fast fashion und jede Woche ein neues T-Shirt für 2,50€? Viele Menschen setzten ihren Weg mit nachdenklicher Miene fort.

Unheilvoller Unterbietungswettbewerb

„Wie verheerdend der Trend zu immer billigerer Kleidung ist, zeigt die Eröffnung des Primark in Wuppertal. So sieht sich C&A jetzt in Wuppertal gezwungen nachzuziehen. Vor dem Geschäft verteilen Mitarbeiter Flyer, auf denen für den best deal geworben wird. Damen-T-Shirts für ein Euro. Herren-Jeans für fünf Euro. Mindestumwelt- und Sozialstandards bleiben dabei zumeist auf der Strecke. Die VEM setzt sich für faire Bedingungen in der globalen Textilindustrie ein und unterstützt Projekte für Arbeiterinnen in Textilfabriken in Indonesien und Sri Lanka,“ so Jochen Motte, stellvertretender Generalsekretär der VEM und Initiator der Aktion für Menschenrechte in der Textilindustrie, der diesen Unterbietungswettbewerb am Morgen der Primark-Eröffnung beobachtete.

Die Rede von Schulreferentin Beate Haude gibt es hier zum Nachlesen.

Text: Pauly/Spitzer/VEM/ör-tp
Fotos: Pauly/Polick

Aktionstag Primarkprotest

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