04.03.2010

BUND Carsten Gerhardt Fledermäuse Nordbahntrasse Wuppertalbewegung

Fledermäuse bremsen Wuppertalbewegung aus

Die Bezirksregierung kassierte auf Betreiben des BUND die Genehmigung für Bauarbeiten in einem von einigen Fledermäusen bevölkerten Tunnel an der Nordbahntrasse. Die Wuppertalbewegung befürchtet erhebliche Verzögerungen bei der Fertigstellung der Trasse. Vorsitzender Gerhardt kritisiert den BUND.

Ein Streit um Fledermäuse droht die Bauarbeiten an der Nordbahntrassse zu verzögern.Etappensieg für die Fledermäuse: die Bauarbeiten im Tunnel Engelnberg ruhen.

Die Ausnahmegenehmigung der Stadt Wuppertal für die vorbereitenden Arbeiten im Tunnel Engelnberg an der zukünftigen Nordbahntrasse muss aufgehoben werden. Bis Ende März müssen dort nach einer Mitteilung der Bezirksregierung die Arbeiten ruhen. In den zurückliegenden Wochen hatte es einen öffentlichen Schlagabtausch zwischen der Wuppertalbewegung und dem BUND um das Für und Wider von Bauarbeiten während der Winterruhe der Fledermäuse gegeben.

Da das Zeitfenster für die erforderlichen Arbeiten an der Nordbahntrasse nun erheblich eingeschränkt ist, befürchtet Dr. Carsten Gerhardt von der Wuppertalbewegung, dass sich die Eröffnung der Trasse um ein Jahr verschieben wird. Gerhardt spart in einem Schreiben an die Mitglieder der Wuppertalbewegung nicht an Kritik am BUND und anderen Naturschützern. Auszüge:

  • „Es ist richtig und von uns nie bestritten worden, dass von vielen Tausenden Tieren in der Region einige Dutzend auch in diesem kurzen Tunnel überwintern. Aber: Mit derselben Logik könnten vermutlich viele Scheunen und Keller in Wuppertal und Umland zu bedeutenden Fledermausquartieren erklärt werden. Dort wurde nur noch nicht genau geschaut.“
  • „In einem Schreiben an Umweltminister Uhlenberg haben die „Naturschutzverbände“ BUND, NABU und LNU Mitte Februar angekündigt von „ihren Antrags- und Klagerechten nach dem Umweltschadensgesetz Gebrauch [zu] machen und eine Sanierung der entstandenen Biodiversitätsschäden gem. § 21 a BNatSchG, §§ 10 f. Umweltschadensgesetz [zu] erzwingen“. Harte Worte im Zusammenhang mit Radwegebau auf einer alten Bahntrasse in einem Land, in dem täglich über 100 Hektar (Fußballfelder) Flächen versiegelt werden. Da mag sich manchem die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellen.“
  • „Die bisherigen Aussagen von „Naturschutzverbänden“ und Bezirksregierung wurden vom Schreibtisch aus getätigt (Ausnahme Prof. Skiba). Wir laden herzlich zu Ortsterminen ein, um auch mit einigen irrigen Meinungen bzgl. der Aufenthaltsorte der Fledermäuse aufzuräumen.“
  • „Nachdem uns nun reichlich kommuniziert wurde, was alles nicht erlaubt ist, würden wir uns sehr über Hinweise freuen, wie wir denn optimal dem Natur- und Artenschutz dienen dürfen. Als wir diese Bitte vor zwei Jahren gestellt haben, wurde uns beschieden, dass dafür – zumindest ehrenamtlich – auf Seiten der Naturschützer keine Kapazität verfügbar sei. Schade eigentlich.“

Bei der Stadtverwaltung ist man erkennbar um Schadensbegrenzung und Deeskalation bemüht: „Ich bedauere, dass wir mit unseren Argumenten in diesem Fall keine Einigung mit der Bezirksregierung herbeiführen konnten“, erklärte Bau- und Umweltdezernent Frank Meyer. „Wir bleiben bei unserer Rechtsauffassung und können die Position der Bezirksregierung in diesem Punkt nicht nachvollziehen, werden uns aber selbstverständlich der Vorgabe der Aufsichtsbehörde beugen. Schon aus Zeitgründen werden wir darauf verzichten, die Angelegenheit juristisch klären zu lassen, denn nun gilt es, pragmatisch und im Sinne des Projektes gemeinsam mit der Wuppertalbewegung zu klären, wie wir weiter vorgehen können und was dieser Baustopp für die weitere Planung und den Bau der Trasse bedeutet.“

„Ich wünsche mir, dass im Sinne des Bürger-Projektes Nordbahntrasse und einer guten Kooperation des ehrenamtlichen Naturschutzes mit der Stadt und der Wuppertalbewegung künftig bessere Abstimmungsverfahren greifen“, so Meyer weiter. Angesichts weiterer sechs, zum Teil deutlich längerer Tunnel sei ein funktionierender Dialog unerlässlich.

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