Geflüchtete sind bei Eheschließungen benachteiligt. Das will Die LINKE ändern!

Viele der Geflüchteten in Wuppertal haben keine Papiere, weil sie ihnen auf der Flucht abgenommen wurden. Deshalb können sie nicht heiraten – ein großes Integrationshindernis.

DIE LINKE wird in der nächsten Integrationsratssitzung die übrigen Parteien zu einer gemeinsamen Initiative auffordern: Bundestag und Bundesregierung müssen endlich dafür sorgen, dass die ungelösten Dokumentenfragen bei Eheschließungen und anderen Standesamtsangelegenheiten im Sinne der Geflüchteten ohne Originalidentitätsdokumente geklärt werden.

Zum Hintergrund:

Viele der bei uns lebenden geflüchteten Menschen verfügen über Personaldokumente.

Anderen wurden sie aber auch auf den verschiedenen Fluchtwegen von Schleppern aus unterschiedlichen Gründen wie Zwangsarbeit, Prostitution, Erpressung u.a. abgenommen. Daher wurden ihnen Ersatzdokumente ausgestellt, die auf den Angaben der Geflüchteten beruhen.

Diese Ersatz-Dokumente gelten bei den allermeisten Behördenvorgängen, allerdings nicht für das Standesamt bei Eheschließungen. Dort verlangt der Gesetzgeber die vollständige Dokumentenbeibringung, die von Pass bzw. Identitätskarte bis zur Geburtsurkunde oder einem Auszug aus dem Personenstandsregister des Herkunftslands reichen. Sollten die Heiratswilligen bereits geschieden sein, müssen sie ebenfalls die Heirats- und Scheidungsurkunden der Vorehe beibringen – und das immer im Original einschl. einer beglaubigten Übersetzung.

Wenn also ein geflüchteter Mensch ohne Originalpass oder Originalidentitätskarte heiraten möchte, ist ihm das nach unserer Rechtsordnung verwehrt, weil ihm die notwendigen Dokumente fehlen. Diese lassen sich auch nicht in einem aufwändigen Verfahren durch einen Anwalt im Herkunftsland beschaffen, weil dieser seine Original-Identitätsdokumente beibringen muss, um solche Dokumente für Dritte beantragen zu können.

Dem geflüchteten Menschen ist es zwar möglich, in der Botschaft seines Herkunftslands Ersatzpapiere zu beantragen, allerdings verliert er oder sie während dieses Aufenthalts in der Botschaft zeitgleich seinen Asylstatus nach § 72 Asylgesetz, „(1) Die Anerkennung als Asylberechtigter und die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft erlöschen, wenn der Ausländer 1. sich freiwillig durch Annahme oder Erneuerung eines Nationalpasses oder durch sonstige Handlungen erneut dem Schutz des Staates, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, unterstellt“.

Insofern sind Menschen ohne Originalidentitätsdokumente in Deutschland von der Eheschließung ausgeschlossen, deren Kinder gelten als unehelich und die Väter müssen in einem mühevollen Prozess die Vaterschaftsanerkennung beantragen, was ein hohes Maß an Behördenverständnis voraussetzt. Die Einstufung in Steuerklasse 3 bleibt ihnen damit auch dauerhaft verwehrt.

Antrag Geflüchtete integrieren – Dokumentenfrage klären VO/0673/17

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Kommentare

  1. Fastfoot sagt:

    Ich würde niemals wagen zu behaupten, dass nicht wenige Flüchtlinge keine Papiere haben weil sie diese entsorgen um so ihre Herkunft zu verschleiern und dadurch die Möglichkeit der Rückführung zu verhindern.

    1. Fastfoot sagt:

      Dummes rechtsradikales Geschwätz eines Plagiators. Nur sehr wenige Flüchtlinge haben keine Papiere. Erstmal denken und sich informieren, z.B. bei den Integrationsdiensten der Kommunen oder Kirchen.

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