07.04.2017

Sanieren gegen den Leerstand?

Lebhaft diskutiert wurde auf dem 100-ten Stammtisch Energie der Verbraucherzentrale in der Volkshochschule Oberbürgermeister Andreas Mucke suchte mit Vertretern der Hauseigentümer und der Mieter nach Lösungen zur energetischen Sanierung von Altbauten.

In einem Kurzvortrag vor den über 60 Besuchern stellte Energieberater Stefan Bürk von der Verbraucherzentrale die Problematik dar. Einerseits sei eine energetische Sanierung aus Umweltschutzgründen erstrebenswert, andererseits seien die Kosten solcher Maßnahmen derart hoch, dass sie weder die Eigentümer noch die Mieter gerne trügen.
Die Haus- und Grundvereine (Ingmar Wimmershoff und Silke Kessel) und die Meitervereine (Jutta Hüphopp und Gerd Lange) sehen das Problem ähnlich. Zwar klagen Mieter gerne über hohe Heizkosten, sind dann aber doch sehr überrascht über die Höhe der Mieterhöhungen, die eine energetische Sanierung mitbringen kann.
Obwohl Wohnungsleerstände die Mieten drücken, sind selbst die Mietervereine mit den hohen Leerständen nicht glücklich. Das senke das Image der ganzen Stadt, insbesondere die Wohnqualität in den betreffenden Bezirken.
Eigentümer tun sich schwer, in Wärmedämmung zu investieren, wenn den Mietern bei der Anmietung oft der äußere Schein wichtiger ist als ein Blick in den Energieausweis.
Es gab auch viele optimistische Vorschläge: Mit gut sanierten Wohnungen könne man Mieter aus dem völlig überteuerten Städten Düsseldorf und Köln nach Wuppertal locken. Man müsse eben einfach mal anfangen. Am besten gemeinsam koordiniert im Quartier, das käme sowohl Mietern als auch Eigentümern zu gute.
Obendrein gäbe ja auch Förderprogramme vom Staat. Einige Podiumsgäste wünschten sich noch mehr staatliche Zuschüsse, andere Besucher erinnerten jedoch daran, dass der Staat nur die Mittel verteilen kann, die er bei den Bürgern vorher eingesammelt habe. Vielleicht könne ja eine CO2-Steuer helfen.
Bereits hundert Mal ging es auf dem Stammtisch Energie um die energiegerechte Altbausanierung. In einer bunten Themenmischung von Wärmebrücken bis zur gemeinsamen Busexkursion zu einer Bau-Ausstellung wurden die Themen in Vortrag und Diskussion, oft mit externen Referenten, immer wieder frisch angepackt. Seit fast zehn Jahren stellt die Volkshochschule dankenswerterweise Ihre Räume und logistische Unterstützung für diese interessante Veranstaltungsreihe bereit.

OB Andreas Mucke in der Volkshochschule ©Martin Halbrügge

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