29.04.2016

BUND-Kreisgruppe Wuppertal Erdkröten Ikea Wuppertal Strafanzeige

„Krötenmord“: BUND stellt Strafanzeige

Für die Krötentötung Anfang April 2016 hat die BUND-Kreisgruppe Wuppertal Verantwortliche der Stadt und bei IKEA angezeigt.

Wegen der Tötung von ca. 450 Erdkröten in der ersten Aprilwoche 2016 hat die Kreisgruppe Wuppertal im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Strafanzeige gestellt.

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Ausdrücklich erwähnt sind als Verantwortliche für diesen unnötige Krötenmord der Technische Beigeordnete der Stadt Wuppertal, Frank Meyer, sowie ggf. weitere verantwortlich handelnde Personen in seinem Dezernat, die Geschäftsleitung von IKEA Deutschland, der im Auftrag von IKEA handelnde Ökologische Baubegleiter und Gutachter sowie die Bauleiter der auf dem Gelände arbeitenden Firmen.

Jörg Liesendahl, Diplom-Biologe und Vorstandsmitglied der BUND-Kreisgruppe, hatte am 2. April 2016 festgestellt, dass zahlreiche Erdkröten aus den angrenzenden Wald-, Grünland- und Gartenflächen in Richtung des bereits zerstörten Mühlinghaus-Teiches wanderten, der sich früher auf dem Gebiet des in Arbeit befindlichen IKEA-Parkplatzes befand. Eine aus der Biologie der Erdkröte erwartbare Aktivität, da diese immer dahin wandern, wo sie selbst aus dem Krötenei geschlüpft sind.
Allerdings, so musste Liesendahl erkennen, befanden sich keine ausreichenden Schutzmaßnahmen gegen das Eindringen auf das Baufeld, obwohl die Wuppertaler Naturschutzverbände das in drei Jahren Bauleitplanung und auch danach wiederholt angemahnt hatten. So gelangten die Kröten weitgehend ungehindert auf das Baufeld und wurden in der Folge von Baufahrzeugen getötet.
Ein Versuch des BUND, das städtische Dezernat des Beigeordneten Meyer und IKEA dazu zu bewegen, die Baustelle teilweise für eine Woche still zu legen, die Krötenzäune zu ergänzen und die auf dem Baufeld befindlichen Tiere abends und nachts einzusammeln und in ein abgezäuntes Ersatzgewässer zu verbringen, wurde am 4. April negativ beschieden, so dass in der folgenden Woche alle an den Mühlinghaus-Teich gebundenen Erdkröten und vermutlich auch andere Amphibien auf der Baustelle getötet wurden.
Für den BUND ist nicht klar, ob nicht sogar Vorsatz im Spiel war, um nämlich dem Investor IKEA die wenigen Euros Mehrkosten zu ersparen, mit dem die Tiere hätten gerettet werden können. Liesendahl hat deshalb die Staatsanwaltschaft gebeten, diese Vermutung gezielt zu überprüfen.

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Kommentare

  1. Bea sagt:

    Wir trauern um unsere Erdkröten, historischen Gewässer,über 150 Jahre alten Bäume…
    und geben auch der Natur in W-Nord eine Stimme
    http://www.njuuz.de/beitrag34550.html

    1. megas sagt:

      Wieder einmal interessant zu sehen, wie das dream-team von Herrn Liesendahl und Frau Petersen hier Polemik betreiben. Wenn sich der BUND hier in der Person von Herrn Liesendahl so um die Kröten sorgt, wieso hat er den dann nicht in einer Selbsthilfeaktion die Lücke im Zaun geschlossen? In anderen Städten machen die Umweltverbände das durchaus wen Not an Mann bzw. hier Tier ist. Schön zu sehen, dass Herr Liesendahl lieber den Kröten beim Wandern zuschaut und zählt das 450 Tiere „plattgefahren“ werden. Oder ist diese Zahl doch nur wieder Polemik und am Ende ging es nur um die latente Gefahr, dass das passieren kann… Dieser Artikel soll wohl nur dazu dienen im Vorfeld der wohl anstehenden Dezernentenwahl Stimmung gegen den Planungsdezernenten zu machen. Na ja, einen sachlichen Umgang mit den Themen die einen argern oder auch freuen werden wir hier in Wuppertal nur schwerlich erleben.

    2. megas sagt:

      Upps, wenn das tatsächlich Ihre Tiere sind (war wohl eher als Metapher gemeint, oder?) und gar Ihr Teich und Ihre Bäume, dann wundert mich die heutige Bautätigkeit schon. Wenn Ihnen der Teich und die Bäume aber gar nicht gehören, wieso meinen Sie eigentlich über anderes Eigentum befinden zu können. Ich schreibe Ihnen in Ihrem Garten ja auch nicht vor, was Sie pflanzen oder gar fällen dürfen. Insoweit die Stadt respektive IKEA alles richtig und korrekt gemacht hat (kritisches Hinsehen ist immer richtig und negiere ich nicht; die Planung darf weder Natur noch der Mensch in unverhältnismäßiger Art und Weise belasten) dann ist das hier alles nur ein Nachtreten. Soweit man lesen kann, läuft die Klage auch nur gegen die Auswirkungen des Verkehres durch IKEA. Von der Natur wurde nicht gesprochen, also geht wohl auch der Kläger/in davon aus, dass zumindest das alles korrekt gehandhabt wurde.

      Was bleibt also in dem Artikel? Immer noch nur Polemik! Und wenn ich mich jetzt an die Nordbahntrasse / Tunnel / Fledermaus Thematik erinnere, dann sehe ich deutliche Parallelen, zu diesem Geschreibsel. Ständig übertreiben und überziehen, wer soll dem Wuppertal BUND den noch Glauben schenken? Sorry, klar, deutlich und ehrlich ist das was dem BUND und seinen Vorsitzenden gut zu Gesicht stehen würde. Das andere machen ja andere schon genug.

    3. Till Schnellert sagt:

      Update: Die Klage wurde abgelehnt!
      Setzen, sechs.

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