30.03.2016

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Interkulturelle Projektstellen – Zuhause auf Zeit für jugendliche Flüchtlinge

Sie sind jung, ohne Eltern unterwegs und lange auf der Flucht gewesen. Minderjährige Flüchtlinge haben Angst, Not und Ausbeutung erlebt. Wir suchen Familien, Wohngemeinschaften, Einzelpersonen und andere Lebensgemeinschaften, die bereit sind, einem minderjährigen Flüchtling vorübergehend eine Beheimatung zu geben.

Sie sind jung, ohne Eltern unterwegs und lange auf der Flucht gewesen. Minderjährige Flüchtlinge z.B aus dem Irak, aus Syrien, Afghanistan, Somalia oder Guinea haben Angst, Not und Ausbeutung erlebt. In der Mehrzahl sind es männliche Jugendliche, die oft Monate und Jahre unterwegs waren. Viele sind traumatisiert.

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Nun sind sie in Wuppertal angekommen, leben in einer stationären Einrichtung, in der zunächst geklärt wird, wie es für sie weitergehen kann. Eines wollen sie alle: Ankommen in diesem Land, in dieser Stadt, zur Schule gehen,  eine Ausbildung durchlaufen und eine neue Heimat finden. Und viele sind auf der Suche nach Familien oder Einzelpersonen, bei denen sie leben können – denn ihre eigenen Familien haben sie zurücklassen müssen.

Das Projekt „come in! – Interkulturelle Projektstellen“ geht auf eine Initiative des Wuppertaler Jugendhilfeträgers down up! Einzelfallpädagogik gGmbH in Kooperation mit dem Wuppertaler Jugendamt zurück. Hier werden interessierte Menschen, die sich diese Aufgabe vorstellen können, mit den jungen Flüchtlingen zusammen gebracht. „Als Interkulturelle Projektstellen eignen sich beispielsweise Paare, deren Kinder nicht mehr im Elternhaus leben“, so Ludger Pilgram, Pädagogischer Leiter von come in!. „Wir denken an Menschen mit Lebenserfahrung, die genügend Platz in ihrem Haus oder ihrer Wohnung haben und die einem Jugendlichen helfen möchten, Wurzeln in einem fremden Land zu schlagen. Und die offen sind für eine andere Kultur“.

Damit diese Herausforderung gut gelingen kann, werden die Interkulturellen Projektstellen eng vom Jugendhilfeträger down-up! betreut. „Die Chemie muss stimmen“ weiß Ludger Pilgram aus langjähriger Arbeit mit individuellen Projektstellen zu berichten. „Man lernt sich zunächst unverbindlich kennen und beide Seiten – Betreuerin und Jugendlicher – entscheiden dann, ob sie eine Gemeinschaft auf Zeit eingehen wollen“. Victoria Burt, zuständige Koordinatorin ergänzt: „Alle Jugendlichen sind auf dem Weg in ein eigenständiges Leben. Das kann länger, aber auch kürzer dauern“.

Für die Arbeit mit den Jugendlichen erhalten die Privatpersonen und Familien 964 € monatlich für die Erziehungsleistung. Für die Sachkosten der Jugendlichen (Bekleidungsgeld, Mietanteil, Verpflegungsgeld, Taschengeld) wird ein Betrag von 705 € gezahlt. Neben der Koordinatorin steht den Jugendlichen und den Familien ein Vormund zur Seite, welcher sich um rechtliche und behördliche Angelegenheiten kümmert, aber auch eine Vertrauensperson für den Jugendlichen ist.

Sie interessieren sich für diese Aufgabe und haben Lust auf eine spannende bereichernde Erfahrung? Sie haben Raum und auch Zeit übrig? Dann kommen Sie zur nächsten Informationsveranstaltung von down up! am 8.4. um 17 Uhr in der Besenbruchstraße 15, Wuppertal.

Claudia Bock vom Jugendamt Wuppertal begrüßt Victoria Burt und Benedikt Siegler von down-up! bei der Premiere der Filmreihe „Hin und weg“ des Medienprojekts Wuppertal. Nicht im Bild Projektleiter Ludger PilgramClaudia Bock vom Jugendamt Wuppertal begrüßt Victoria Burt und Benedikt Siegler von down-up! bei der Premiere der Filmreihe „Hin und weg“ des Medienprojekts Wuppertal. Nicht im Bild Projektleiter Ludger Pilgram ©down-up! Einzelfallpädagogik gGmbH

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