03.03.2016

Internationaler Frauentag

„Im Mittelpunkt steht die Würde des Menschen, das Recht und die Verantwortung der Menschen, ihr Leben selbst zu bestimmen. Nicht ‘jenseitige Mächte‘ bestimmen unsere Zukunft, ...

hvd-mensch-logo… sondern es können nur die Menschen aus eigener Kraft für sich eine Welt der Freiheit, des Friedens und des Glücks erstreben.“ Der HVD engagiert sich daher für einen weltlichen Humanismus, „gegen Faschismus, Rassismus, religiösen Fanatismus, Sexismus, Homophobie und andere Menschen verachtende Einstellungen“. (Verfassung des HVD NRW v. 2015)

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Daher erklärt der HVD Wuppertal / Bergisches Land zum 8. März:

Viel zu oft in der Geschichte haben sich ältere weiße europäische Männer selber zu Vorbildern für alle anderen ernannt. Der wichtige Beitrag von Frauen für die gesellschaftliche Entwicklung wurde daher lange vernachlässigt. Aber der aktive Einsatz von Frauen für Frieden, Demokratie und Geschlechter-Gerechtigkeit hat eine lange Tradition. Dazu drei Beispiele aus unserer Region:

annekeMathilde Franziska Anneke, geb. 1817 in Sprockhövel, engagierte sich für Demokratie und feministische Ziele und sympathisierte mit den sogenannten „Deutschkatholiken“. Diese wehrten sich gegen Kirchen-Dogmen und traten für soziale und liberale Ideale eine und sind als Vorläufer des heutigen Humanistischen Verbandes in NRW anzusehen. In Sprockhövel gibt es eine Mathilde-Anneke-Schule.

2013-11_Helene-Stoecker[1]Helene Stöcker, geb. 1869 in Elberfeld, forderte das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper und setzte sich als Gründerin des freigeistigen „Bundes für Mutterschutz und Sexualreform“ zeitlebens für die Rechte lediger Mütter ein sowie für Straffreiheit bei Abtreibung und bei Homosexualität. Als Mitglied der Friedensbewegung musste sie vor dem Nazi-Regime in Deutschland flüchten. In Wuppertal gibt es die Straße „Helene-Stöcker-Ufer“ und eine Denkmal im Luisenviertel.

A. Kettig 1961Alma Kettig, geb. 1915 in Barmen, Kind einer politisch aktiven Arbeiterfamilie erhielt mit 14 Jahren die Jugendweihe. Schon früh leistete sie Widerstand gegen die Nazis. Später wurde sie Stadtverordnete in Witten und 1953 als SPD-Mitglied in den Bundestag gewählt. Dort waren ihre Arbeitsschwerpunkte Frauen-, Sozial- und Friedenspolitik So stimmte sie im Bundestag gegen Notstandsgesetze und gegen den Verteidigungsetat. Bis zum Lebensende war sie Mitglied im Freidenkerverband. Das Leben und Wirken von Alma Kettig wurde in Wuppertal bis heute nicht öffentlich gewürdigt. Keine Straße oder Einrichtung trägt ihren Namen.

Meistens ist es die Frau, die zusätzlich zur Arbeit für Kind und Haushalt sorgt – oft nur in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. Hingegen wollen immer mehr Männer ihre Stundenzahl reduzieren. Aber starre Arbeitszeitregelungen und Präsenzkultur machen es beiden unmöglich, Erwerbstätigkeit, Hausarbeit und Familienpflichten miteinander zu vereinbaren. Darin sehen wir einen Ausdruck des Patriarchats als Grundlage der aktuell gegebenen gesellschaftlichen Verhältnisse. Die jährliche Mahnung „gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ allein reicht nicht.

Wir wissen heute, dass Geschlechterbeziehungen ein Ausdruck von Herrschaftsverhältnissen sind. Im „Humanistischen Selbstverständnis 2015“ (HSV) heißt es, „die humanistische Lebensauffassung setzt die Gleichberechtigung aller Menschen voraus, unabhängig ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung“. Der HVD als Organisation des praktischen Humanismus sollte auch in seinen eigenen Reihen dazu beitragen, bestehende Diskriminierung von Frauen abzubauen und die Einführung einer Quoten-Regelungen offen diskutieren.

Menschen fliehen vor Krieg, Verfolgung, Hunger, Elend und Diskriminierung. Frauen fliehen außerdem vor Zwangsverheiratung, Ehrenmord oder sexualisierter Gewalt. Geschlechtsspezifische Verfolgung wird aber vielfach toleriert, geleugnet oder verschwiegen. Obgleich als Asylgrund anerkannt, haben in der Praxis viele betroffene Frauen kaum eine Chance auf Asyl. Damit wird auch die aufnehmende Gesellschaft mitverantwortlich für die Gewalt, die vielen Frauen widerfährt.

„Wir unterstützen eine Politik, die Emanzipation und Beteiligung in allen Lebensbereichen ermöglicht. Dabei geht es um die Gleichstellung von Frauen, um sexuelle Orientierung oder um Schwangerschaftsabbruch“ (Humanistisches Selbstverständnis). Der HVD ist gemäß seinem Anspruch auch Träger von Angeboten zur Unterstützung in Notlagen und zur Förderung der Selbsthilfe. Humanistische Sozialarbeit könnte auch bedeuten, nicht nur die Trägerschaft für Kitas zu übernehmen, sondern auch für ein Frauenhaus. Der HVD könnte sich zudem stärker in der Schwangerschaftskonflikt-Beratung engagieren und sollte politische Initiativen zur Streichung des § 218 StGb unterstützen.

Weitere Informationen unter www.HVD-Wuppertal.de

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