07.11.2015

„Nach Mitternacht“ – Szenische Lesung mit Maresa Lühle

Maresa Lühle, ehemalige Schauspielerin des Wuppertaler Theater-Ensembles und feste Größe im Team des Intendanten Christian von Treskow, ist am kommenden Sonntag in der Rolle der Schriftstellerin Mascha Kaléko zu Gast in Wuppertal: "nach Mitternacht" in der City Kirche Elberfeld.

Im Rahmen des Festivals KLEZCOLOURS inszeniert der Autor Heiner Bontrup die Szenische Lesung Nach Mitternacht, in der er zwei deutsche Schriftstellerinnen zusammenbringt, die das Bild der modernen und emanzipierten Frau mitgeschrieben, gelebt und mitgeprägt haben, Irmgard Keun und Mascha Kaléko. Ob sich die beiden Frauen je über den Weg gelaufen sind, ist nicht bekannt. Bontrup bringt sie zusammen an einen Tisch und lässt sie erzählen von bewegten und bewegenden Zeiten, von Dichter zu Dichter, von Frau zu Frau.

So vertraut, wie Roswitha Dasch in die Rolle der Irmgard Keun schlüpft, so lebendig verkörpert Maresa Lühle die Mascha Kaléko. Während dieser Unterhaltung ist man fest davon überzeugt, dass die beiden Freundinnen waren, die sich voll des Lobes über die mutige Schreibe der jeweils anderen sprachliche Bälle zuwerfen und mit Worten, Zeiten und Orten jonglieren. Mittendrin agiert Olaf Reitz als Chronist, mal neutraler Zeitzeuge, mal Taktgeber der Geschichte und Geschichten – er verkörpert das männliche in dieser Zusammenkunft und unterstreicht somit gelegentlich den Willen der Frauen in den 1920er und 30er Jahren, sich neu zu definieren und sich von den Männern zu emanzipieren.

Trotz unterschiedlicher Stile haben die Texte der beiden einiges gemein, die Einfachheit und Direktheit der Sprache, einen zügellosen Humor und die Empathie für sich selbst und andere.  Voll fett – nicht etwa ein Zitat aus der Popkultur, dem Hier und Jetzt, sondern aus Irmgard Keuns Roman „Das kunstseidene Mädchen“ von 1932. „Ich und Du sind kein Plural, sondern zwei Singulare“ sagt sie. Mascha Kaléko vergleicht das damalige Berlin mit der Stadt Pompeji, ohne Pomp!

Die drei Akteure bringen die Gedichte und Romanauszüge von Kaléko und Keun, wie auch die roten Textfäden, die Heiner Bontrup „gesponnen“ hat, zum Tanzen. In diesen Tanz mischt sich die Vibraphonistin und Perkussionistin Salome Amend. Sie verwandelt die Geschichten in Melodien, in abstrakte Klänge und Rhythmen – als Intermezzo, Echo oder Ausrufezeichen.

Die Proben für die Szenische Lesung waren ein großes Vergnügen. Heiner Bontrup hat ein Team zusammen gestellt, das sich gegenseitig inspiriert, das mit viel Phantasie und Kunstfertigkeit Geschichten aus der kulturellen und historischen Erinnerung ins Heute überträgt, lebendig und dadurch greifbar macht. Nach Mitternacht ist ein szenisches Wechselbad der Gefühle.

Ob Irmgard Keun und Mascha Kaléko sich im echten Leben begegnet sind, wissen wir nicht. Maresa Lühle und Roswitha Dasch beantworten diese Frage auf ihre eigene Art und Weise!

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NACH MITTERNACHT

Idee, Konzept und Texte / Heiner Bontrup

Lesung / Maresa Lühle, Roswitha Dasch und Olaf Reitz

Musik / Salome Amend

zusätzliches Sounddesign / Charles Petersohn

Eine Kooperation des Theater Anderwelten, der Else Lasker-Schüler Gesellschaft und Klezcolours.

 

Sonntag, 08. November 2015, 19.30 Uhr

Citykirche Elberfeld

Kirchplatz 2, 42103 Wuppertal

 

Vorverkauf /

https://tickets.wuppertal-live.de/tickets/nr=174427;step=12;tickets=;sid=cl8Au9qp6mUFJo7qqBK

Abendkasse / 10 EUR und 8 EUR.

theateranderwelten.de
else-lasker-schueler-gesellschaft.de
www.klezcolours.com

Maresa Lühle

 

 

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