20.10.2015

Humanismus Mucke ökumenisch säkular weltanschauung

Von Mucken und Menschen

„Alle Menschen und ihre Weltanschauung zu achten, ist eine Selbstverständlichkeit, wenn die im Grundgesetz niedergelegten Grenzen beachtet werden.“

hvd-mensch-logoDiesen dürren, aber doch so wahren Satz schrieb der neugewählte Wuppertaler Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) auf die folgende, vom Humanistischen Verband kürzlich an ihn gestellte Frage:

Aktuelle Stellenangebote:

„Öffentliche Gedenk- oder Trauerfeiern werden meist ‚ökumenisch‘ vereinnahmt und geben so die weltanschauliche Pluralität der Stadt nicht wider. Werden Sie sich dafür einsetzen, auch nicht-christliche Anschauungen bei öffentlichen Veranstaltungen zu achten?“

Leider handelt Herr Mucke selbst nicht nach seinem Credo!

Vielmehr ist in der „Stadtzeitung“ online zu lesen, dass am Freitag, dem 23. Oktober 2015 um 17.30 Uhr in der City-Kirche Barmen ein „ökumenischer Gottesdienst“ stattfindet, der vom städtischen (!) Sozialressort organisiert wird. Demnach wird Herr Mucke dort persönlich die Namen von 53 verstorbenen Wuppertaler Bürgerinnen und Bürgern verlesen.

Weltanschauung Wpt 2015Und was, fragen wir uns, wird aus den Menschen, die aus gutem Grund keiner Religion angehörten. Das trifft ja mittlerweile für rund ein Drittel der Bevölkerung zu. Wer gedenkt ihrer? Wer würdigt das Leben dieser Menschen, die im Hier und Jetzt zu Hause waren und keine höheren Mächte brauchten, um ein erfülltes Leben zu führen?

Wir bitten an dieser Stelle Herrn OB Mucke mit aller Deutlichkeit darum, die weltanschauliche Pluralität in Wuppertal nicht zu einer bloßen Worthülse verkommen zu lassen. Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass es auch in Wuppertal eine lebendige weltlich-humanistische Feierkultur gibt!

 

Anmelden

Kommentare

  1. Rosmarie Hasenkox sagt:

    Dass man von Kirchen in allen Lebensphasen bevormundet wird, habe ich immer wieder erfahren. Es ist nur schwer möglich, sich dieser Bevormundung zu entziehen, weil der religiöse Zugriff oft nur vermittelt geschieht.
    Dass die kirchliche Bevormundung sogar über den Tod hinaus wirksam ist, zeigt sich bei der ökumenisch gestalteten Trauerfeier in der City Kirche, wo OB Mucke die Namen von 53 verstorbenen Wuppertalern verliest, die keine Angehörigen mehr hatten und die sich gegen die kirchliche Bevormundung nicht mehr wehren können.

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.