12.03.2015

BUND-Kreisgruppe Wuppertal Kleine Höhe Rotmilan Windenergie

Windrad Kleine Höhe gefährdet geschützte Tiere

Die BUND-Kreisgruppe Wuppertal hat WSW und Stadt aufgefordert, die Windenergieanlage auf der Kleinen Höhe aus Artenschutzgründen nicht zu bauen.

Die Kreisgruppe Wuppertal im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat die Wuppertaler Stadtwerke und die Stadt Wuppertal aufgefordert, die Pläne für eine Windenergieanlage (WEA) auf der Kleinen Höhe nicht weiter zu verfolgen.

Die Kleine Höhe mit QuellgebietenDie Kleine Höhe mit Quellgebieten ©Jörg Liesendahl (BUND)

Jörg Liesendahl, Diplom-Biologe und Vorstandsmitglied der BUND-Kreisgruppe, beschreibt den Hauptgrund für die Forderung: “In wenigen hundert Metern zur geplanten WEA befindet sich ein Horst des weltweit gefährdeten Rotmilans. Die Rechtsprechung hat festgestellt, dass damit das Tötungsverbot der Naturschutzgesetze nicht eingehalten werden kann. Eine Umsiedlung ist ebenfalls nicht möglich. Und deshalb ist die Anlage nicht genehmigungsfähig!

Neben dem Rotmilan-Brutpaar sind weitere schlaggefährdete Arten in der direkten Umgebung der geplanten WEA zu finden, z.B. Schwarzstorch und Uhu sowie mindestens 6 Fledermaus-Arten, die als wandernde Tierarten EU-weit einem besonderen gesetzlichen Schutz unterliegen. Hinzu kommen zahlreiche Zugvogelarten, die – wie im Bergischen Land üblich – entlang der Höhenlinien als Landmarken ziehen und dabei unmittelbar Gefahr laufen, von dem Windrad getötet zu werden.

Jörg Liesendahl: “Insbesondere die kleineren Tierarten sterben dabei nicht infolge einer Kollision mit den Rotorblättern, sondern an einem sog. “Barotrauma” infolge der starken Luftdruckwechsel, die die Bewegung der Rotorblätter erzeugt.

Für den Vorstand der BUND-Kreisgruppe Wuppertal hat die Einzelfallabwägung zwischen der Möglichkeit, regenerative Energien mittels Windkraft zu erzeugen, und dem Artenschutz für die Kleine Höhe eindeutig den Vorrang des Artenschutzes gezeigt,” sagt Beate Petersen, ebenfalls Vorstandsmitglied der BUND-Kreisgruppe.

Allerdings, so Petersen weiter, sei das im gesamten Bergischen Land ein Problem. Auch die Nachbarstädte Remscheid und Solingen hätten dies erkannt und deshalb die Planungen zu den dortigen WEA-Standorten zunächst unterbrochen.

Ausdrücklich unterstützt die BUND-Kreisgruppe die dezentrale Energiewende und regt an, im Bergischen Städtedreieck die bisher weitgehend ungenutzten Dachflächen zu nutzen – zur Strom- und Wärmeerzeugung aus der Sonne. Und daran sollten die Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden.

Weitere Informationen auf www.bund-kgwuppertal.de.

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Kommentare

  1. P. Burg sagt:

    Ein paar Kilometer weiter nördlich stehen die Windräder vom Schepershof und Bemberghof in Neviges und Langenberg. Gibt es dort keine geschützten Tiere? Oder macht der Rotmilan an der Stadtgrenze kehrt? Oder werden die Naturschutzgesetze dort einfach entspannter ausgelegt?

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